Donnerstag, 23. März 2017

Patient gestorben: Berliner Feuerwehr findet Einsatzort nicht

15. Februar 2017 von  

Berlin – In der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 2017 erlitt ein Mann in Berlin-Zehlendorf einen Herzinfarkt. Nachbarn, unter denen auch zwei Ärzte gewesen seien, eilten zu Hilfe, berichtet die Berliner Zeitung. Sie setzten einen Notruf ab und warteten auf den Rettungswagen der Feuerwehr. Nach ein paar Minuten sahen sie ein Blaulicht, das sich aber wieder entfernt habe. Erst einige Zeit später kamen Rettungswagen und Notarzt-Einsatzfahrzeug am Unglücksort an. Zwischenzeitlich war der Patient verstorben. Jetzt stellte sich heraus, dass die Navis der Einsatzfahrzeuge offenbar nicht auf dem neusten Stand waren. Deshalb hatten die Einsatzkräfte die Adresse in dem Neubaugebiet nicht gefunden hat.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: „Feuerwehr fand Einsatzort nicht, weil das Navi nicht funktionierte“ (Berliner Zeitung, 13. Februar 2017)

Ähnliche Artikel zum Thema:

SONY DSC

Symbolfoto: S. Buchenau

Kommentare

6 Kommentare zu “Patient gestorben: Berliner Feuerwehr findet Einsatzort nicht”
  1. Sascha Smid sagt:

    Schade, dass dieses Unglück im Originalbeitrag etwas verzerrt dargestellt und argumentiert wird. Sicher – aktuelles Kartenmaterial ist oberstes Gebot bei Hilfskräften von Feuerwehr, Notärzten, Polizei & Co. Aber ich stelle auch die Frage nach der Ortskenntnis: Werden die Kameraden, die im Beitrag erwähnt werden, nicht ortskundlich ausgebildet? Zwei Jahre existiert ein Neubaugebiet, und kein Mitglied der Besatzung kennt es? Hier muss dringend etwas weiter ausgeholt werden, denn eines ist sicher: Allein aufs Navi verlassen, das könnte unter Umständen das nächste Opfer fordern – Stichwort Umleitung/Hindernis. Und seltsam ist an der Sache zudem, dass die RTW-Besatzung schon mal in die Nähe kam (denn offensichtlich waren sie nah genug am Einsatzort, denn man sah sie ja bereits): warum kannten Sie denn die Zielstraße, aber nicht den Weg dorthin? Da muss etwas besser recherchiert werden, bevor man öffentlich Fingerpointing betreibt.

  2. Stefan S. sagt:

    Um hier mal ein paar Fragen zu klären:

    Ortskundlich: Ja im Prinzip schon, aber…wenn die nächste Rettungswache ein freies Fahrzeug hatte, wäre die Anfahrt der Wache Zehlendorf binnen ca 4-5 Minuten ab Status 3 erfolgt. Die geschilderte Eintreffzeit, trotz Verzögerung durch Umweg, spricht eher für einen RTW, der aus einem anderen Teil der Stadt zugezogen wurde, z.B. Richtung Charité Benjamin Franklin. Diese Kollegen können den hiesigen Randbezirk einfach nicht so gut kennen, zumal hier auch viel in der (ein Bundesland überschreitenden) Überlandhilfe gearbeitet wird.

    Umweg: Der Stadtteil Zehlendorf wird baulich bedingt durch S-Bahn und Fernverkehrgleise in zwei Teile getrennt. Hat die Besatzung also das Pech, von der falschen Seite anzufahren, muss sie tw. kilometerweit fahren, um wieder einen „Durchstich“ zu finden.

    Was trotzdem bleibt ist das generelle Problem mit den Eintreffzeiten, gerade in den Randgebieten. Da die Feuerwehr jedoch jede Art von First Respondern dort ablehnt, werden solche Fälle auch weiterhin die Medien hellhörig machen.

  3. Nick sagt:

    Hallo Sascha,
    Um deine Kommentar etwas zu entkräften
    Ich selber bin seit ca. 17 Jahren in der Bln. FW tätig, fahre selber RTW und NEF, wohne selber nicht in Berlin. Um es kurz zu sagen, sich in Bln. 100% auszukennen ist so gut wie unmöglich, natürlich betreiben wir Ortskunde aber mittlerweile bleibt ein Kollege nicht mehr länger als 5-7 Jahre auf der selben Wache ( oftmals noch kürzer) und die Massen an Baustellen und Staus tuen ihr übriges. Wenn dann noch ein RTW aus einem anderen Stadtbezirk kommt, dann läuft alles schief was nur schief laufen kann.
    Deshalb müssen wir uns leider auch mal auf das Navi verlassen, aber mittlerweile ist jedes Navi auf dem Smartphone besser als die Navis in den Fhz. Dem Rotstift sei dank.
    Ich hoffe nur das irgendwann die Leute den RD nur dann holen wenn er wirklich von Nöten ist und somit die FW entlastet wird und nicht die Wachen ständig am Limit fahren für Husten Schnupfen und Co. und somit die ortnahen Wachen ihre Kapazitäten nicht verpulvern.

  4. Uli sagt:

    Für mich ein Organisationsversagen allererster Güte der zuständigen Stellen. Da gerade in einem Ballungszentrum die Wahrscheinlich recht groß ist, dass Rettungsmittel aus benachbarten Bereichen eingesetzt werden, muss der Stellenwert der Hilfsmittel um so größer sein.
    Hoffentlich gibt es einen guten Staatsanwalt, der sich traut. Leider eine traurige Ursache.
    Ich akzeptiere nicht das genannte Argument der Qualität der Einsätze als möglichen Grund.
    In Berlin ticken die Uhren eben anders.

  5. Manni sagt:

    Da muß ich den Beitrag vom nick recht geben. Berlin ist ne sache für sich. Wohne auf dem Land in Franken und da ist es einfacher. Resbeckt für diesen Kameraden aus Berlin.
    Das mit den Einsätzen nur wegen kleinichkeiten wird warscheinlich nie besser werden.

  6. Bäiderlesbou sagt:

    @Manni:
    Fahr mal auf dem Land in Franken Rettungsdienst, da kommt es auch zu Verzögerungen In den meisten Dörfern sind die Leut nicht fähig, Hausnummern anzubringen, sich auf die Straße zu stellen und einzuweisen, geschweige denn, nachts wenigstens Licht anzumachen.
    Gängige Kommunikation:
    – Wo bleibt ihr denn?
    – Keine Hausnummer, kein Einweiser, … kein Licht, ..kein Namensschild, …
    – Ja aber es weiß doch jeder dass wir (die Hubers) hier am „Brunnerhof“ (Hausname) wohnen!

    Und übrigens: wenn scho Frängisch, dann hasds „Reschbeggd“! Das einzige fränkische Wodd mid haddn „t“ is „Senft“

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!