Dienstag, 17. Januar 2017

Verkehrsrot jetzt für Feuerwehrfahrzeuge erlaubt

14. Dezember 2015 von  

Berlin – Auf der Interschutz 2015 in Hannover gab es bereits erste Fahrzeuge in einer neue Farbe zu sehen: Verkehrsrot (RAL 3020) ist heller als das bisher zulässige Feuerrot und ermöglicht in Verbindung mit gelben oder weißen Kontrastflächen eine deutlich höhere Warnwirkung. Basierte die neue Farbgebung im Sommer noch auf einem Normentwurf, so ist es jetzt amtlich. Mit der im Dezember 2015 veröffentlichten DIN 14502-3 „Feuerwehrfahrzeuge – Teil 3: Farbgebung und besondere Kennzeichnung“ ist unter anderem Verkehrsrot als zulässige Farbe für Einsatzfahrzeuge freigegeben.

Das auf dem Stand der Firma Lentner ausgestellte LF-KatS der Feuerwehr Ratingen (NW) ist eines der ersten Löschfahrzeuge, das in der neu zulässigen Farbe Verkehrsrot lackiert worden ist. Foto: Benkert

Das auf dem Stand der Firma Lentner ausgestellte LF-KatS der Feuerwehr Ratingen (NW) ist eines der ersten Löschfahrzeuge, das in der neu zulässigen Farbe Verkehrsrot lackiert worden ist. Foto: Benkert

Das Dokument ist eine Ergänzung zur europäischen Norm EN 1846-2 „Feuerwehrfahrzeuge – Teil 2: Allgemeine Anforderungen – Sicherheit und Leistung“ und gilt für Feuerwehrfahrzeuge nach DIN EN 1846-1 sowie abweichend von DIN EN 1846-2:2013-05, 1.2 auch für alle Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) sowie für Feuerwehrfahrzeuge mit einer Gesamtmasse bis 2 Tonnen. Sie legt die Innen- und Außenfarbgebung sowie sonstige Farben fest, wobei bei der Außenfarbgebung sowohl der Anstrich als auch die Folienbeklebung zulässig ist.

Neben dem altbekannten Feuerrot (RAL 3000) auf der linken Farbkarte ist neuerdings nach DIN 14502-3 auch die Farbe Verkehrsrot (RAL 3020) wie auf der rechten Farbkarte zulässig. Foto: Preuschoff

Neben dem altbekannten Feuerrot (RAL 3000) auf der linken Farbkarte ist neuerdings nach DIN 14502-3 auch die Farbe Verkehrsrot (RAL 3020) wie auf der rechten Farbkarte zulässig. Foto: Preuschoff

Neben der Aufnahme des neuen Farbtons Verkehrsrot in die Norm erfolgten auch folgende Anpassungen:

  • Farbvorgaben für Planen aufgenommen: Sie sind in Feuerrot oder Verkehrsrot auszuführen. Wenn die Fahrzeugfarbe Leuchtrot oder -hellrot ist, darf die Plane weiß oder grau sein.
  • Die Farbe Silber der Serienlackierung ist für die übrigen Flächen der Karosserie zugelassen.
  • Hinweise für eine bessere Tages- und Nachtsichtbarkeit wurden präzisiert.
  • Die Farbgebung von Betätigungseinrichtungen und Anschlüssen an DIN CEN/TS 15989.

Bereits mit der Normausgabe im Jahr 2009 wurden sehr wichtige Hinweise für eine bessere Tages- und Nachtsichtbarkeit der Feuerwehrfahrzeuge aufgenommen, was das Erscheinungsbild deutscher Feuerwehrfahrzeuge nachhaltig beeinflusst und entsprechend oftmals verändert hat. Dies erfolgte zum Schutz der Feuerwehrangehörigen aus Gründen der Arbeitssicherheit in Analogie zu den Rettungsdienstfahrzeugen nach DIN EN 1789.

Um die Nachtsichtbarkeit zu verbessern, dürfen reflektierende Konturmarkierungen, Beschriftungen und sonstige Applikationen angebracht sein. Foto: Benkert

Um die Nachtsichtbarkeit zu verbessern, dürfen reflektierende Konturmarkierungen, Beschriftungen und sonstige Applikationen angebracht sein. Foto: Benkert

Feuerwehrfahrzeuge dürfen in Deutschland nun in folgenden Farben gestaltet sein:

  • Feuerrot (RAL 3000) als Anstrich oder Folienbeklebung.
  • Verkehrsrot (RAL 3020) als Anstrich oder Folienbeklebung.
  • Leuchtrot (RAL 3024) als Anstrich oder Folienbeklebung.
  • Leuchthellrot (RAL 3026) als Folienbeklebung.
  • Diese Farben müssen mindestens 75 Prozent der sichtbaren Fläche der Karosserie ausmachen.
  • Bei Ausführung in Farbe Leuchtrot RAL 3024 oder Leuchthellrot RAL 3026 ist eine Ausnahmegenehmigung von § 49a, Absatz 1, Satz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) erforderlich.
  • Planen sind in den Farben Feuerrot (RAL 3000) oder Verkehrsrot (RAL 3020) auszuführen. Wenn die Fahrzeuggrundfarbe Leuchtrot (RAL 3024) oder Leuchthellrot (RAL 3026) ist, darf die Plane weiß oder grau sein.
  • Alle übrigen Flächen der Karosserie müssen reinweiß (RAL 9010) oder weiß oder silber der Serienlackierung sein.
  • Alle an die Karosserie angebauten Teile (wie Stoßstangen, Kotflügel, Außenspiegel, Zierleisten, Flankenschutz, Kühlergrill, Dach- und Lüftungsklappen) dürfen in Farben nach Wahl des Fahrzeugherstellers ausgeführt sein.
  • Aluminiumbordände dürfen – mit Ausnahme heckseitiger Ladebordwände – silbern belassen werden.

Die Norm DIN 14502-3 ist beim Beuth-Verlag, Berlin erhältlich (www.beuth.de).

Kommentare

1 Kommentar zu “Verkehrsrot jetzt für Feuerwehrfahrzeuge erlaubt”
  1. Schwarzenberger sagt:

    Hat jemand Erfahrungen mit der Lichtechtheit der Farbe oder bleicht die 3020 genauso schnell aus wie die 3024?

Kommentare

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