Freitag, 26. Mai 2017

Oslo-Methode: 8 Fakten zur Unfallrettungs-Technik

8. April 2015 von  

Die Oslo Methode – der Einsatz von Ketten im Zugverfahren beim Verkehrsunfall. Was lange Zeit als völlig ungeeignetes Mittel bei der Technischen Hilfeleistung galt, ist inzwischen teils wieder bei der Feuerwehr ein Thema – allerdings nur unter besonderen Umständen. Doch was ist diese Oslo-Methode überhaupt? Und warum galt das Ziehen mit Ketten als verpönt? Ist diese Taktik heute uneingeschränkt zu empfehlen, oder eher doch nicht? Hier gibt es acht Fragen und Antworten zum Thema!

Was ist denn diese Oslo-Methode genau?

  • Die Oslo Methode ist eine technische Form zur Befreiung von eingeklemmten Fahrzeug-Insassen. Hierbei kommen Ketten zum Einsatz, mit deren Hilfe die verformte Fahrzeug-Karrosserie auseinandergezogen wird. Sie ist eine Variante bei der Unfallrettung.

Geht das nur bei bei Pkw, oder funktioniert die Oslo-Methode auch bei Lastwagen?

  • Ja, dieses System ist bei Pkw und bei Lkw einsetzbar. Allerdings erfordert die Rettung von eingeklemmten Lkw-Fahrern mit dieser Taktik eine gesonderte und besonders umfassende Ausbildung.
Oslo-Methode: Bei der Unfallrettung werden durch die Feuerwehr Ketten zur Befreiung eingeklemmter Opfer eingesetzt. Foto: Fichte

Oslo-Methode: Bei der Unfallrettung werden durch die Feuerwehr Ketten zur Befreiung eingeklemmter Opfer eingesetzt. Foto: Fichte

Wer hat die Oslo-Methode eigentlich erfunden?

  • Entwickelt wurde die Methode von einem Paramedic der Feuerwehr Oslo (Norwegen) – so entstand die Bezeichnung „Oslo Methode“. Mitarbeiter der norwegischen „Norsk Luftambulanse“ entwickelten sie weiter, mehreren Schweden sorgten für eine weitere Optimierung des Systems.

Wo wird die Oslo-Methode denn überall eingesetzt?

  • Die Oslo-Methode ist bei Feuerwehren in Skandinavien eine gängige Praxis zur Befreiung von eingeklemmten Unfallopfern nach Verkehrsunfällen. So wird diese Methode zum Beispiel an Feuerwehrschulen in Schweden gelehrt. Auch in Deutschland entdecken Feuerwehren das System (wieder neu) für sich.
Oslo Methode - die Ketten können auch zum Wegziehen der Lenksäule eingesetzt werden. Foto: Fichte

Oslo Methode – die Ketten können auch zum Wegziehen der Lenksäule eingesetzt werden. Foto: Fichte

Worin liegt der Vorteil dieser Methode?

  • Die Oslo-Methode gilt als deutlich schneller, als die in Deutschland gängige Praxis, das Armaturenbrett mit einem Rettungszylinder wegzudrücken. Mitarbeiter des Ulleval University Hospital Oslo sowie der Berufsfeuerwehr Oslo haben eine Vergleichsstudie durchgeführt. Sie verglichen die Standardmethode und die Kettenzugmethode zur Rettung eingeklemmter Personen nach einem Verkehrsunfall. Während die Rettung nach den in Deutschland gängigen Maßnahmen ausschließlich mit hydraulischen Rettungsgeräten im Schnitt zirka 29 Minuten dauert, werden für die Kettenzugmethode durchschnittlich 15 Minuten benötigt – bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Patient transportfähig auf einer Trage liegt. Ein weiterer großer Vorteil der  Oslo-Methode: die zum Ziehen erforderliche Kraft beträgt in den meisten Fällen weniger als 10 Kilonewton (nach einem Versuch der Feuerwehr Wuppertal).

Ist die Oslo-Methode gefährlich?

  • Wie bei anderen Techniken zur Entklemmung von Menschen gelten auch bei dieser Art der Unfallrettung die üblichen, empfohlenen Abstände zu Sicherheitseinrichtungen (Airbags). Ebenso müssen die Grundsätze und Sicherheitsabstände ähnlich dem Einsatz von Seilwinden etc. eingehalten werden. Klar ist: es werden große Kräfte eingesetzt, die bei falscher Freisetzung (z. B. Abrutschen einer Kette o.ä.) auch gefährlich werden können. Ein Einsatz ohne eine vorherige gründliche Ausbildung mit einem erweiterten technischen und physikalischen Sachverstand sollte unbedingt unterlassen werden.

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Warum waren die Ketten in Deutschland lange bei der Unfallrettung verpönt?

  • Ebenso wie die Hilfsmittel Blechaufreißer, Trennschleifer und ähnliche Dinge war vor einigen Jahrzehnten die Kette bei Verkehrsunfällen ein Standardeinsatzmittel bei den Feuerwehren. Allerdings war die einst eingesetzte Form alles andere als erschütterungsfrei für den Eingeklemmten. Als das Thema der „schonenden Unfallrettung“ aufkam, galt das Wegziehen des Vorderwagens mit Ketten als denkbar schlechtes Mittel. Der ausschließliche Einsatz der Rettungszylinder setzte sich durch. Bei der Oslo-Methode geht es zwar auch um einen Ketteneinsatz, allerdings in einem modernen und durchdachten Verfahren.

Kann die Oslo-Methode bei jedem Unfall mit eingeklemmter Person eingesetzt werden?

  • Nein, auf keinen Fall! Für die Anwendung eines Kettenzuges müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein: Einsatzlage Frontalunfall, ausreichend Aufstellflächen für Einsatzfahrzeuge, zwei Einsatzfahrzeuge mit Seilwinde. Die Oslo-Methode bietet weitere Möglichkeiten, eingeklemmte Personen zu befreien. Sie kann jedoch die Arbeit mit Rettungszylindern nicht ersetzen. Die Methode ist nur eine Methode unter vielen und sollte nur in diesen besonderen Situationen und mit Bedacht angewendet werden.

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Oslo Methode Feuerwehr: In Wuppertal wird das System erfolgreich eingesetzt. Foto: Fichte

Oslo Methode Feuerwehr: In Wuppertal wird das System erfolgreich eingesetzt. Foto: Fichte

Kommentare

19 Kommentare zu “Oslo-Methode: 8 Fakten zur Unfallrettungs-Technik”
  1. Jan Südmersen sagt:

    Hallo!

    Dann wollen wir mal hoffen, dass jeder die direkten oder indirekten Warnhinweise in den „8 Fakten“ verstanden hat und sie beachtet:

    – Es werden spezielle Ketten bzw. Haken benötigt!
    – Die Sicherheitsabstände gem. UVV KÖNNEN nicht eingehalten werden – spätestens vom Patienten, der hat aber keine Wahl…
    – Der Patient ist zwingend so gut es geht vor zurückfedernden Materialien etc. zu schützen -was wiederum schwierig mit de Abständen wird. Wer haftet, wenn dadurch Patienten zu schaden kommen?
    – Die Methode erfordert spezielle Ausrüstung, eine gründliche Einweisung und hohe Diszipln an der Einsatzstelle. Es reicht nicht, sich hier nur einen Artikel durchzulesen. Genau diese Gefahr sehe ich aber bei den eher versteckten Warnhinweisen…

    Das mit Aufkommen der Rettungszylinder die Benutzung von Ketten deutlich nachgelassen hat, war und ist auch gut so. Die „Oslo-Methode“, die auch teilweise ihren Ursprung in den recht langen skandinavischen Hilfsfristen hat, ist für mich eine „Plan X“ Methode. Und selbst so für uns momentan nicht durchführbar weil uns die richtige Ketten fehlen.

    Ob angesichts dieser Probleme und Fakten sowie der Tatsache, dass realitätsnahe Ausbildung im Bereich VU auch heute noch eher die Ausnahme ist, es eine wirklich gute Idee ist, die Methode so zu promoten – da habe ich deutliche Probleme mit…

    Grüße,
    Jan Südmersen

  2. Jane sagt:

    Das heisst „norsk luftambulanse“ 😉 Ihr habt das „vergessen“

  3. Björn sagt:

    Naja,
    das mit der Lenksäule und den Ketten hatten wir ja vor 20 Jahren schon.
    Meiner Meinung nach eine effektive Methode die aber nur noch unzureichend oder gar nicht gelehrt wird.
    Und mit dem „Spreizer“ als Zugmittel habe ich eine gut dosierbare Zugeinrichtung welche auch nicht „nachgibt“.
    Und Sicherheitsabstände werden bei der Personenrettung sowieso SELTENST eingehalten. Sei es die Betreuende Person, der Bediener oder auch Sicherungspersonal.

    Mindestens 3-4 Personen halten sich IMMER im Gefahrenbereich auf.

    Grüße,
    Björn Stöcker

  4. Andreas Weinberg sagt:

    Herzlichen Glückwunsch Kamerad Südmersen,

    ein gelungener Kommentar.

    Meines Erachtens sind bei der Osloer Methode so viele Unwägbarkeiten vorhanden, welche diese Methode mindestens für den freiwilligen Bereich regelmäßig untauglich machen.

    Ein auf Druck belasteter Zylinder bewegt sich nicht viel weiter, wenn der Gegendruck plötzlich weniger wird. Die Kräfte wirken in der Regel langsam und sind bei weitem nicht mit den Kräften zu vergleichen, welche sich bei einem Kettenzug spontan und durchaus unvorhersehbar entfalten können.

    Die Regel muss der physikalisch einfache und beherschbare Einsatz von hydraulischen Stempeln und Spreizern bleiben… Der Bediener der Geräte befindet sich in unmittelbarer Nähe der zu verrichtenden Arbeit und kann direkt auf sie einwirken.

    Grüße,
    Andreas Weinberg

  5. feuerwehrfritze sagt:

    Ich halte es für erforderlich, ALLE Rettungspraktiken nach einer gewissen Zeit wieder einmal auf den Prüfstand zu stellen. In größeren Organisationen sollten alle 5-8 Jahre die Verfahren überprüft werden, was nicht bedeuten soll, dass bisherige Verfahren gänzlich abgelöst werden müssen, ob das bisherige Verfahren nicht verbessert werden kann oder ein neues Verfahren Einsetzung (wenn auch nur selten)finden soll, sollte immer erwogen werden. Nur überdenken der bisherigen Verfahren bringt uns weiter.
    Ich halte die Oslo-Methode grade dann, wenn es dringend und die Zeit knapp ist, für sinnvoll, wir alle haben schon Unfälle erlebt, bei denen das Opfer während einer Rettung verstorben ist. Sofern sich durch die Oslo-Methode dieses verhindern ließe wäre schon etwas gewonnen.
    Allerdings bringt eine neue (oder reaktivierte und verbesserte) Rettungsmethode auch immer den Nachteil, dass sie erst durch die Kameraden erlernt und erprobt werden muss. Dieses setzt den Einsatz jedes Einzelnen besonders in den Übungen voraus, die lebensnahe Übung an derzeit gebräuchlichen Fahrzeugen (mit deutlichen Unfallspuren) wäre zu begrüßen, ist aber leider nicht realisierbar. Hier wäre eine deutliche Hilfestellung der Hersteller mit den Crasch-Test-Autos äußerst wünschenswert.
    Ich selbst habe diese Methode leider nur in einem Lehrgang (und leider auch nur einmal) sehen können, finde aber grundsätzlich die Idee gut. Wer hier von reißenden Ketten/Seilen reden will, dem kann ich gerne von wegspringenden Rettungszylindern, fehlender Steifigkeit der Druckpunkte etc. berichten. Dieses macht für einen Patienten den Vorgang der Rettung zumindest auf der psychischen Ebene nicht einfacher.

    Von mir zumindest ein „Daumen hoch“ für die Überlegung diese Praktik wieder einzuführen, auch wenn sie nicht für jeden VU geeignet ist. (Aber mal darüber nachdenken finde ich gut)

  6. Björn Schilling sagt:

    Ich kann Herrn Südmersen nur zustimmen. Der Einsatz von Ketten, gerade um die Lenksäule zu ziehen, war bis Mitte der 1990´ziger Jahre ein normales Mittel. Zurück zuführen auf fehlende Stempel und andere Hilfsmittel.

    Aus meiner Sicht ist der Einsatz von Stempel, gerade für kleine und mittlere Feuerwehren, mit einem nicht so hohen Einsatzaufkommen, die einfachste und am schnellsten erlernbare Methode den Patienten zu befreien. ZUdem ist jeder Einsatz anders und erfordert ein genaue Betrachtung und Gefahrenabwägung, um den geeigneten Rettungsweg mit dem richtigen Rettungsmittel zu finden.

    Eine Methode die eine genaue Einweisung erfordert und regelmäßig realitätsnah geprobt werden muss, ist aus meiner Sicht keine geeignete Methode!

  7. Rolf Pache sagt:

    Den Feuerwehr taktischen Teil darf man nicht alleine sehen. In Norwegen und teilen von Schweden ist es so das es hier auf grund der langen Fahrzeiten einen deutlichb höhreren Zeitfaktor gibt als bei uns. So werden dort Patienten nichtz wie bei uns im stehenden RTW versorgt sondern die Patienten während der Fahrt versorgt um die Stunde bis zur Klinik einzuhalten.

  8. Cimolino sagt:

    Hallo,

    alle paar Jahre wieder die Diskussion…. und meist unter völliger Ausblendung der Risiken und Probleme…
    Nenen den Punkten von Jan Südmersen kommen in realen Unfallsituationen noch ein paar mehr hinzu…
    2. Festpunkt?
    Achsengerechter Zug? D.h. entweder wird das Fahrzeug vorher dahin gestellt. oder durch das Ziehen mit den Ketten „ausgerichtet“…
    Unklare Bewegungungen auch zur Hochachse möglich!
    Reaktionen im Innenraum und an der idR verstellbaren Lenksäule unkalkulierbar!

    Was bleibt?
    Höchstens eine evtl, mit vielen Risiken belastete, weitere Möglichkeit, die im Vergleich zu anderen viel mehr Probleme macht….
    Wenn man sich das Ausbildungsproblem auch im THL-Bereich so ansieht, ist es mir ein Rätsel, warum das überhaupt überlegt wird… oder liegts daran, dass nun eine praktische Anwendung für die immer mehr zu findenden 18-Tonner-HLF-Fahrgestelle mit Winde gesucht wird….?

  9. M. Brodersen sagt:

    Meiner Meinung nach ist diese Methode für die schnelle Befreiung von Unfallopfern eine gute Sache….
    Ich bin des öfteren in Schweden unterwegs und habe Kontakte zu einigen Feuerwehren dort, durfte auch schon an diversen Übungen teilnehmen u habe die Effektivität dieser Rettungsmethode schon live erlebt, nicht schlecht… Nun verfügt man dort auf Jeder Wache über mindestens 1 Fahrzeug mit einer Seilwinde, aber es geht auch mit 1 Winde, braucht dann aber ein 2 Fahrzeug als „Festpunkt“ zum Anschlagen eines Stahlseiles.
    Üben ist das A und O, das muss hier besser werden, so wohl die Heufigkeit, als auch, wie vorher schon Erwähnt die Möglichkeiten….
    Dann gewinnen alle davon.

  10. R. Schreiter sagt:

    Hallo,

    die Aussagen von Ulrich Cimolino und Jan Südmersen unterstreichen die großen Risiken, die mit der Oslo-Methode verbunden sind. Das sollte alle Befürworter zumindest nachdenklich machen.
    Die immer wieder aufflammende Diskussion unterschlägt aus meiner Sicht einen entscheidenden Aspekt:
    Heutige Fahrzeuge sind nicht mehr die „Blechdosen“ mit denen wir es noch vor 10 – 20 Jahren zu tun hatten.
    Häufig wird im Karosseriebereich aus Massegründen ein Materialmix aus Stahl und Aluminium, zunehmend auch Faserverbunde (CFK, GFK) und Magnesium eingesetzt. Dazu neue konstruktive Methoden und mehr und mehr aktive sowie passive Sicherheitseinrichtungen – alles von außen nicht sichtbar und zunehmend auch bei preiswerteren Fahrzeugen. Hinzu kommen noch Elektro- und Hybridfahrzeuge mit Hochvoltsystemen an Bord.
    Mit diesen Randbedingungen haben natürlich alle Methoden zu kämpfen. Die Oslo-Methode ist aber in besonderem Maße auf Schnelligkeit und massive Krafteinwirkung ausgerichtet und deshalb auch besonders anfällig für Probleme, die mit den genannten Technologien einhergehen. Eine umfassende und gründliche Lageerkundung (eigentlich eine Selbstverständlichkeit) darf hierbei keinesfalls zu kurz kommen, auch da die räumliche Nähe der Einsatzkräfte zum „Geschehen“ während des Zugvorganges aus Sicherheitsgründen nicht in gleichem Umfang wie bei anderen Techniken gegeben ist.

    Grüße
    R. Schreiter

  11. René Dahmen sagt:

    Diese möglichkeit sollte immer als Ultima Ratio in betracht gezogen werden.

    Den Übergang zwischen Zeitkritisch und Schonend kann ein sehr Dynamischer Prozess in alle Richtungen sein auf den Entsprechend Reagiert werden muss.
    Meistens liegt mann dann doch irgendwo zwischen Schonend und Schnell.

  12. Und immer wieder der sehnsüchtige Blick nach Skandinavien und der Vergleich Äpfel mit Birnen. Man macht bei uns (Westschweden) aus der Not eine Tugend und MUSS wegen Personalknappheit und Ressourcenknappheit andere Wege einschlagen.

    1. Es ist äußerst selten, dass in Schweden ein Patient adäquat wie in Deutschland versorgt wird. Load und Run ist die Regel – auch beim „roten“ Trauma Patienten. Habe in 5 Jahren hier in verschiedenen Notaufnahmen nicht einmal einen intubierten Patienten erlebt. Dafür aber zig Patienten die noch während der Phase des „First Survey“ verstarben.

    2. Es ist als klarer Fehler zu bezeichnen, wenn ein so schwer eingeklemmter Patient in Deutschland NICHT adäquat behandelt wird. D.h. in der Regel MIT Sicherung der Atemwege. Teils noch unter der Einklemmung.

    Man kann also diese 2 Systeme nicht übereinander legen und gleichstellen. Man kann jedoch lernen, welche Schritte in welchem System gut und richtig und welche falsch sind.
    Dann wird klar, dass „Kette-Lenkrad“ in Deutschland auch noch auf lange Sicht nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen wird so dass es sich nicht lohnt, dahingehend Fahrzeuge zu kaufen oder zu planen.

  13. Elisabeth sagt:

    in meiner Heimat Feuerwer ist diese Methode zwar bekant aber keiner beherscht sie richtig wir haten ein mal eine Übung da hat es überhaupt nicht geklapt aber auch kein wunder wurde und wierd bei uns nicht gelehrt

  14. Timo sagt:

    Hier mal 2 sehr Interessante Videos zur Oslo-Methode von den RescueDays2014.
    https://www.youtube.com/watch?v=EAEJfcfrcdk
    https://www.youtube.com/watch?v=SFqaINQ-Oqc

  15. Ernie Stamm sagt:

    Ist dasa ganze ueber die OSLO- Methode irgendwie auch in englisch zu haben ?Gruss und Dank , Ernie Stamm , Canada

  16. Matthias Gerhardy sagt:

    Diese Methode ist in Skandinavien mit einem ganz anderen Hintergrund im Vergleich zum deutschen System entstanden und hat dort sicher ihre Berechtigung (lange Anfahrten, Personalstärke, etc.,).

    In unserem System ist diese Methode für mich nur im Falle der Crash-Rettung (angeordnet durch den NA/LNA vor Ort) eine Option.

    Hinzu kommt, daß aufgrund der massiven Abnahme von RW’s und Ersatz durch HLF’s die Zahl der verfügbaren und NICHT in den Erstangriff eingebundenen Fahrzeuge mit Seilwinde deutlich geringer wird.

    Oder hat jemand schon mal bei einer Crash-Rettung versucht, erst einmal sein erstes, eingetroffenes Fahrzeug umzustellen . . . ???

    Ich bin der Meinung, man muß ALLE Rettungstechniken immer wieder beüben, natürlich hauptsächlich mit der Technik die im eigenen Stall steht.
    Auch gilt zur berücksichtigen, daß die Feuerwehren mit mehreren redundanten Fahrzeugen im Stall nicht überall hinfahren.

    Zur Info, die Rettungsleitfäden der Nutzfahrzeughersteller sind vom kleinsten, für den Einsatz auf der Autobahn ausgerüsteten Fahrzeug ausgegangen – dem damaligen LF 8/6 mit TH-Satz. . . . und max. 1 Gruppe an verfügbarem Personal (tagsüber). . .

    Kommentare / Meinungen dazu sind mehr als erwünscht (wenn qualifiziert)!

  17. Chris sagt:

    Ja die wurde bei uns Anfangs oft eingesetzt – da gab es auch noch durchgehende Lenksäulen – mit Aufkommen der geteilten Lenksäulen welche bei dieser Art der Anwendung sich beim Gelenk teilten und so den Patienten durch einen unkontrollierten Ruck dann noch mehr Verletzen könnten, wurde diese Art komplett wegen der erhöhten Gefahr eingestellt!

  18. KhK sagt:

    Alter Wein in neuen Schläuchen

    Alte Hilfeleistungshasen haben immer noch einen Zughakensatz irgend wo ganz hinten im HLF oder RW wen`s nicht anders geht dann mit dosierter Gewalt!!!

  19. Alexander Birkner sagt:

    Die Oslo Methode: Bei genauerer Betrachtung hat die Oslo bzw. Skandinavische Rettungsmethode so gut wie nichts mit der in Deutschland teilweise noch sehr verbreiteten Methode des Lenkradziehens zu tun!

    Aber von Anfang an. Im Landkreis Nürnberger Land findet seit einigen Jahren eine Weiterbildung statt, die sich um die Problematik von eingeklemmten Patienten in Modernen PKW’s und deren Versorgung handelt.
    Hierbei wird immer Versucht mit neuesten Erkenntnissen und Modernster Technik umzugehen und diese den Lehrgangsteilnehmern mitzuteilen.
    Aufgrund dessen das die Oslo Methode bereits seit einiger Zeit sich durch einschlägige Feuerwehrmedien schiebt hat sich das Ausbilderteam selbst einmal an diese Methode gewagt und Versucht damit umzugehen.

    Fakten: Diese Methode ist nicht schwer erlernbar für Kräfte die bereits Vorkenntnisse im Bereich der THL haben. Diese Aussage entbindet keinen und der Feuerwehrkräfte von einer Ständigen aus und Weiterbildung wie es in jedem anderen Bereich der Fall ist.
    Des weiteren ist diese Methode trotz der enormen Kräfte sehr schonend für den Patienten (hab ich am eigenen Leib ausprobieren dürfen).
    Und bei richtiger Handhabung besteht nicht mehr Risiko für die eingesetzten Kräfte als bei anderen Einsatztaktischen Mitteln.

    Der Standard ist, und dieser ist auch sehr gut in Deutschland, weiterhin das Retten mittels Hydraulischem Rettungsgeräten.

    Jedoch gibt es Situationen, in denen ein „Standard“ nicht möglich ist bzw. nicht ausreicht! Und genau dann benötigen die Retter an der Einsatzstelle, Möglichkeiten den Patienten trotzdem Retten zu können. Und genau hier ist der richtige Ansatz! Die Oslo Methode ist kein Allheilmittel jedoch eine gute alternative.

    Ich selbst habe diese Methode schon im Einsatz angewendet, mit sehr großem Erfolg. Wir hatten keine Möglichkeit Hydraulische Geräte anzuwenden, also entschieden wir uns, als „letzte Möglichkeit“ für das außergewöhnliche Vorgehen und konnten den Patienten befreien.

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