Samstag, 3. Dezember 2016

Flutkatastrophe am Balkan – Deutschland hilft

19. Mai 2014 von  

Belgrad/Sarajevo (Serbien/Bosnien) – Heftige Regenfälle haben in den Balkanländern für flächendeckende Überflutungen gesorgt. Die Länder erleben zurzeit eine Jahrhundertkatastrophe. Mehr als eine Millionen Menschen sind betroffen. Viele mussten flüchten oder evakuiert werden. Die Regierungen haben internationale Hilfe angefordert. Aus Deutschland beteiligen sich das THW und die private Hilfsorganisation @fire und leisten Hilfe bei den Pumparbeiten.

Eine Kaltfront zog Mitte Mai von Dänemark über die Ostsee Richtung Alpen. Die Front staute sich an dem Gebirge und sorgte über dem Balkan unter anderem für anhaltenden Starkregen und Sturm. Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ungarn, Bulgarien und Rumänien waren betroffen. Auch in Österreich kam es zu enormen Niederschlägen, die sich wegen der Kälte in Schnee verwandelten.

Aufbruch ins Katastrophengebiet. Helfer des THW haben sich mit Hochleistungspumpen auf den Weg nach Bosnien und Serbien gemacht. Foto: THW

Aufbruch ins Katastrophengebiet. Helfer des THW haben sich mit Hochleistungspumpen auf den Weg nach Bosnien und Serbien gemacht. Foto: THW

100.000 Haushalte stromlos

In der Region um Belgrad fielen Regenmengen von 120 bis 180 Litern pro Quadratmeter. Das ist mehr wie dort sonst in drei Monaten fallen. Die daraus resultierenden Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen haben Schäden in Milliardenhöhe verursacht und bisher mindestens 40 Menschenleben gefordert. Tausende Bewohner sind geflüchtet. Über 100.000 Haushalte sind ohne Strom. Einige Orte sind nur noch per Boot zu erreichen.

Einsatz für das THW und @fire

Die Regierungen haben Hilfe beim Europäischen Krisenreaktionszentrum (ERCC) in Brüssel angefordert. Das Technische Hilfswerk hat darauf ihren Hochwasserspezialisten aus Nordrhein-Westfalen den Marschbefehl erteilt. Die 15-köpfige Mannschaft ist mit einer Pumpenkapazität von 25.000 Litern pro Minute bei einem Braunkohletagebau bei Kolubara eingesetzt. Der Tagebau hat eine äußerst wichtige Aufgabe in der serbischen Wirtschaft. Am Samstag folgten 17 weitere THW-Helfer aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit gleicher Pumpenleistung. Sie sind in Bosnien im Einsatz.

Am Sonntagabend machte sich @fire, ein privater Katastrophenschutzverein aus Deutschland, ebenfalls auf den Weg. Die Partnerorganisation „Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.“ und hat um Unterstützung gebeten. Sechs Mitglieder haben sich daruf mit zwei Fahrzeugen und Pumpen, Stromerzeugern, Handwerkszeug und Sanitätsmaterial auf dem Weg in die bosnische Region um die Städte Kakanj und Olovo gemacht. Ihr Einsatz soll zunächst sieben Tage dauern. Die Pegelstände sind aktuell stabil, mancherorts auch schon sinkend.

Kommentare

21 Kommentare zu “Flutkatastrophe am Balkan – Deutschland hilft”
  1. Kommandoschrauber sagt:

    Sicheren Einsatz, starke Nerven und gesunde Heimkehr wünsche ich! Seid euch um Himmelswillen stets der Minen-Lage bewußt!!!

  2. Wolfgang sagt:

    Würden gerne mit unserem LF 8/6 und THL-Ausrüstung helfen (Pumpen, Stromerzeuger etc.). An wen kann man sich da wenden?

  3. Wolfgang sagt:

    Hallo, würden gerne mit LF 8/6 und Pumpen, Stromerzeuger helfen – kommen aus Niederbayern und haben letztes Jahr das Hochwasser miterlebt. An wen muß man sich wenden – wer koordiniert die „ausländischen Helfer“ mit „Blaulicht“ – außer dem THW? Danke.

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!