Sonntag, 26. März 2017

Bruchpilot sitzt 13 Stunden in Baumwipfel fest

Schwäbisch Gmünd (BW) – Ein 59-Jähriger stürzt am Montag Abend mit seinem Ultraleichtflugzeug bei Schwäbisch Gmünd ab. Glück für den erfahrenen Piloten: Das Flugzeug bleibt in 30 Meter Höhe in einer Buche hängen. Pech für den Mann: Die Absturzstelle liegt mitten in einem Waldgebiet und ist nur sehr schwer zu erreichen. So dauert die Rettung 13 Stunden.

„Es geht ihm gut“, sagt ein Polizeisprecher nach der erfolgreichen Rettung am Dienstag früh. Der Pilot hat den Absturz und die 13-stündige Wartezeit unverletzt überstanden. Vorsichtshalber bringt der Rettungsdienst den Mann aber dennoch in eine Klinik.

Helfer der Bergwacht Schwäbisch Gmünd bereiten den Aufstieg zu dem Piloten vor. Das Bild zeigt deutlich, wie steil der Hang an der Absturzstelle des Flugzeugs ist. Foto: Bergwacht Schwäbisch Gmünd

Helfer der Bergwacht Schwäbisch Gmünd bereiten den Aufstieg zu dem Piloten vor. Das Bild zeigt deutlich, wie steil der Hang an der Absturzstelle des Flugzeugs ist. Foto: Bergwacht Schwäbisch Gmünd

Warum es zu dem Absturz gekommen ist, steht nach Polizeiangaben bisher noch nicht fest. Bei guter Sicht ist die Maschine beim Landeanflug auf den Flugplatz Hornberg 1 bei Schwäbisch Gmünd in das Waldgebiet zwischen den Orten Degendorf und Weißenstein gestürzt. Problem: Das Gebiet ist äußerst unwegsam und teilweise sehr steil.

Schon kurz nach der Alarmierung um 20.20 Uhr am Montag treffen die ersten Helfer der Bergwacht, der Polizei und der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd an der Einsatzstelle ein. Wegen der ungünstigen Lage wird geplant, den Piloten aus der Luft zu retten. Ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr mit einer Rettungswinde aus Landsberg wird angefordert.

Bei der Erkundung aus der Luft stellt sich dann aber heraus: Die Rettung mit der Winde ist zu riskant. Der Versuch wird gegen 2 Uhr abgebrochen. Zwei Bergretter verbringen die Nacht an der Unglücksstelle. Auch ein Kriseninterventionsteam ist vor Ort.

Am Dienstag Vormittag kann der Pilot aus etwa 30 Metern gerettet werden. Bergretter stabilisieren dazu das Fluggerät an den Kronen benachbarter Bäume. Ein Mitglied der Höhenrettung der Feuerwehr Stuttgart seilt sich dann mit dem Piloten nach unten ab. Der Bergwachtnotarzt untersucht den Piloten noch vor Ort. Die Bergretter der Bergwacht Schwäbisch Gmünd transportieren den Patienten in einer Gebirgstrage etwa 180 Meter durch das extrem steile und gefährliche Waldgelände nach unten und übergeben ihn dem Rettungsdienst.

Nachlöscharbeiten am Ultraleichtflugzeug durch Feuerwehrleute am Waldboden. Foto: Schütte

Nachlöscharbeiten am Ultraleichtflugzeug durch Feuerwehrleute am Waldboden. Foto: Feuerwehr Schwäbisch Gmünd

Um das Flugzeug zu bergen, fällen zwei Waldarbeiter anschließend den Baum  – anders war nach Auskunft der Polizei kein Herankommen möglich. Dabei entzündet sich auslaufendes Benzin. Das Flugzeug brennt völlig aus. Die Flammen erfassen auch angrenzende Bäume. Einsatzkräfte der Feuerwehr können die Flammen aber schnell löschen.

Im Einsatz: rund 60 Kräfte von Feuerwehr, DRK, Bergwacht und Polizei. Der Schaden wird auf mehrere 10.000 Euro geschätzt.

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