Schwedenstuhl, Turnbeutel und Lego-Figuren

Jugendfeuerwehr Basteln: Tolle Ideen zum Nachmachen

Basteln und Werken gehören zur Jugendfeuerwehr dazu, wie Löschübungen, Zeltlager und Co. Wir stellen Euch tolle Ideen und Projekte vor.

Turnbeutel selbst nähen – Kreisjugendfeuerwehr Hofgeismar

Zu ihrem 50. Geburtstag hat die Kreisjugendfeuerwehr Hofgeismar (HE) Turnbeutel aus alter JF- und Feuerwehrkleidung gefertigt. Jede der über 500 Taschen ist ein Unikat. Initiatorin Desiree Partosch stellt Euch das Projekt vor.

Wir wollten zu 50 Jahre Kreisjugendfeuerwehr Hofgeismar etwas ganz besonderes machen. Und es ist uns gelungen. In einem Festausschuss hatten wir unsere Ideen ausgetauscht. Es war uns wichtig, die Jugendlichen zu beschenken. Nicht ganz ernst gemeint war die Anmerkung, coole Rucksackturnbeutel für alle Teilnehmer des Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers aus ausrangierter Jugendfeuerwehr- und Feuerwehreinsatzbekleidung zu nähen. Aber wir spürten, dass wäre wirklich einzigartig.

Aber wer soll nähen? Und wo kriegen wir die Klamotten her? So starteten wir zunächst den Aufruf, uns ausrangierte Kleidung zu schicken – ohne zu verraten, wofür wir sie brauchten. Die Resonanz war unerwartet gut. Aus vielen Teilen Deutschlands, aber natürlich auch aus dem eigenen Kreis bekamen wir Übungsanzüge, einzelne Kleidungsstücke, alte JF-Regenjacken und Schutzausrüstung.

Schnell konnten wir Punkt 1 auf unserer Checkliste – Material beschaffen – abhaken. Zweiter Schritt: Ein einheitliches Turnbeutel-Schnittmuster musste her. Wir verglichen einige Mustern und entschieden uns für die kostenfreie Variante des Kreativportals Himmelgrau (www.himmelgrau.at).

Weiter in der Checkliste: Freiwillige Helfer mit Nadel und Faden und möglichst noch Nähmaschine finden. Auch hierzu starteten wir Aufrufe – über Webseiten, Social Media und in der Zeitung. Daraufhin meldeten sich zahlreiche Unterstützer bei uns. So langsam realisierten wir, dass dieses Projekt wirklich laufen könnte.

Über 500 Unikate

Wir überschlugen grob, wie viele Teilnehmer zum Zeltlager kommen würden und legten los. Es galt, rund 500 Säcke zu fertigen. Wir luden die Nähkräfte zu einem zentralen Termin ein. Dort verteilten wir Schnittmuster, die Bekleidungsstücke, Kordeln und Garn. Nur die beiden letzteren Artikel mussten wir neu kaufen, der Rest der Turnbeutel war reine Wiederverwertung. Aus Reihen der Unterstützer entstand die Idee, bei Nähtreffs zusammenzuarbeiten. Gesagt getan: Es wurden weitere Treffen festgelegt, in denen die Helfer gemeinsam Zuschnitte aus der Kleidung nach dem Schnittmuster anfertigten. Beeindruckend, mit welcher Kreativität die Freiwilligen ans Werk gingen. So wurde aus jedem Beutel ein besonderes Unikat.

Der Austausch untereinander bewirkte hilfreiche Fragestellungen: Wie zerschneide ich die Kleidung, sodass ich möglichst viel davon nutzen kann? Wie bleiben viele coole Details aus der Kleidung erhalten? Zusammen lösten die Helfer kleine Probleme. Bei-spielsweise konnten einige Nähmaschinen nicht so gut den stabilen Stoff bearbeiten.

Nichts hielt die fleißigen Unterstützer auf: Zuhause und auch bei den Treffen wurde unermüdlich und höchst professionell zugeschnitten und genäht. Zwischendurch zählten wir die fertigen Beutel und fieberten immer mehr dem gesteckten Ziel von 500 Stück entgegen. Und ganz plötzlich war diese Marke überschritten. Geschafft!

Lediglich die notwendigen Kordeln waren noch nicht bei allen Beuteln eingezogen. Das übernahm dann eigens die Kreisjugendfeuerwehrleitung. Wir konnten nicht anders, fotografierten stolz jedes einzelne Produkt ab, um diese Unikate bildlich festzuhalten.

Die Kids waren restlos begeistert

Es näherte sich der große Tag: Zur Eröffnung des Zeltlagers am 13. Juli lüfteten wir das große Geheimnis. Jedes Jugendfeuerwehrmitglied erhielt ein Turnbeutel-Unikat. Die strahlenden Augen, das begeisterte Gemurmel der Teilnehmer würdigten die große Arbeitsleistung, die hinter dem Projekt steckte. Natürlich wurden auch die fleißigen Helfer vorgestellt. Sie erhielten als Dankeschön jeweils eine kleine Überraschung.

Wir erlebten 4 Tage ein tolles Geburtstags-Zeltlager. Die Turnbeutel waren überall mit am Start – auf dem Zeltplatz, bei der Lagerrallye und bei Wanderungen.
Seit dem Zeltlager sehen wir immer wieder Jugendfeuerwehrleute mit „unseren“ Turnbeuteln: Ob im Alltag oder auf Urlaubsfotos in den sozialen Netzwerken. Wir sind stolz, dass diese Aktion so gut angekommen ist und freuen uns, wenn sie Nachahmer findet.

Jugendfeuerwehr Ausbildung mit Lego-Figuren

Balingen (BW) / Bremen – Die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Balingen lernen mit Lego-Figuren das Vorgehen im Feuerwehreinsatz. Doch nicht nur mit Standard-Spielzeug. Dahinter stecken viel Mühe und ein ausgeklügeltes Feuerwehr Planspiel.

Lego_Balingen
Feuerwehr Planspiel mit Lego-Figuren – das Konzept der Jugendfeuerwehr Balingen. Foto: Häusel

Als Medium haben die Balinger einen kleinen Ausbildungskoffer zusammengestellt – mit Bestandteilen von Lego und eigens erstellten Magnetkarten:

  • Transportkoffer mit Schaumstoff-Innenfutter;
  • Neun Feuerwehr-Legofiguren als Löschgruppe; Figuren unterscheiden sich anhand der Helmfarbe (Rot = Gruppenführer, Silber = Truppführer, Weiss = Truppmänner, Maschinist und Melder);
  • Neun Fähnchen für die Figuren mit den taktischen Zeichen einer Gruppe;
  • Weitere Legofiguren zur Simulation von Personen in Not und Darstellung anderer Hilfsorganisationen;
  • Drei Lego-Grundplatten;
  • 20 Haftmagnete (Durchmesser 24 mm) jeweils beklebt mit flacher Lego-Platte 2 x 2;
  • 10 Lego-Seile mit Noppen an den Enden (Länge 24 cm) zur Darstellung von Feuerwehrschläuchen;
  • Zirka 50 flache 1×1-Rundplatten von Lego in Rot, Blau und Gelb (zur Visualisierung der einzelnen Arbeitsschritte der jeweiligen Trupps im Einsatzablauf);
  • Zwei Überflurhydranten und zwei Verteiler (aus Lego-Einzelteilen zusammengebaut);
  • Verschiedene Lego-Zubehörartikel – zum Beispiel Axt, Funkgeräte, Strahlrohr, Feuerlöscher und Schraubenschlüssel;
  • Laminierte Magnetkarten mit Brand- und Unfallbildern, Draufsicht von Feuerwehrfahrzeugen mit Gruppen-, Staffel- und Trupp-Kabine sowie mit Bildern von Einsatzausrüstung.

Vorlagen für das Set:

Bastelanleitung Schwedenstuhl

Kiel – In ihrem Landeszeltlager 2015 in Grömitz (Ostholstein) hat die Jugendfeuerwehr Schleswig-Holstein ein handwerkliches Projekt durchgeführt. Jede Jugendfeuerwehr konnte sich zwei sogenannte Schwedenstühle bauen. In der Feuerwehr-Magazin-Ausgabe 11/2015 berichten wir ab Seite 44 über die Jugendfeuerwehr-Zeltlager des Sommers 2015.

Hier erklärt die Jugendfeuerwehr Schleswig-Holstein kurz, wie ein Schwedenstuhl gebaut wird. Ein interessanter Basteltipp der Jugendfeuerwehr.

Die Materialliste für einen Schwedenstuhl:

  • 10 Leisten gehobelt 28 x 45 mm, Länge 38 cm
  • 2 Leisten gehobelt 22,5 x 45 mm, Länge 34 cm
  • 2 Leisten gehobelt 45 x 45 mm, Länge 75 cm
  • 2 Leisten gehobelt 45 x 45 mm, Länge 75 cm, eine Seite 30 Grad abgeschrägt
  • 48 Spax-Schrauben 4,0 x 60
  • 8 Unterlegscheiben 4,0 mm

Die Skizzen für die Anfertigung:

2015_Schwedenstuhl_Bauanleitung_Jugendfeuerwehr01

2015_Schwedenstuhl_Bauanleitung_Jugendfeuerwehr02

2015_Schwedenstuhl_Bauanleitung_Jugendfeuerwehr03

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