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Krank zum Feuerwehreinsatz - was ist erlaubt?
Augen auf im Einsatz

Brandursachenermittlung: 6 Tipps, wie die Feuerwehr helfen kann

Wenn Brände nach Straftaten gelegt werden, wird aus dem Brandort ein Tatort, an dem die Polizei eine Brandursachenermittlung durchführt. Alle Feuerwehrleute können bereits während des Einsatzes die spätere Arbeit der Brandermittler erleichtern. Je mehr Informationen die Gutachter über die Einsatzstelle bekommen, desto besser können sie die Brandursachen ermitteln. Hier sind sechs Tipps, wie Feuerwehrleute eine Ermittlung im Voraus unterstützen können.

Tipp 1: Augen auf bei Einsatzbeginn

Beobachtungen, die Feuerwehrleute beim Betreten des Einsatzortes bei einem Brand machen, können hilfreich für die spätere Brandursachenermittlung der Polizei sein. Entfernen sich beim Eintreffen vielleicht gerade Fahrzeuge oder Personen von der Einsatzstelle? Kommen gerade welche hinzu oder sind vielleicht schon Schaulustige vor Ort? Wenn es die Einsatzlage zulässt, können Feuerwehrleute den Brandort unter diesen Gesichtspunkten beobachten.

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Tipp 2: Beobachtungen dokumentieren

Was ist der Feuerwehr vor Ort aufgefallen? Wie war das Bauwerk gesichert? Hat sich jemand am Zaun oder am Vorhängeschloss zu schaffen gemacht? Waren die Türen verschlossen? Stand die Eingangs-, Hinter- oder Gartentür offen? Mussten Kräfte zum Betreten des Gebäudes Türen aufbrechen? Gab es eventuell sichtbare Aufbruchspuren an Fenstern, Türen und Schränken? Diese Fragen gehören zu den Grundlagen der Gutachter, um den Einsatzort später zu bearbeiten.

Von zentraler Bedeutung ist die Frage: Wo befindet sich der Brandherd und wie sieht es dort aus? Gibt es etwaige Zündquellen und Brennstoffe in der Nähe? Brennt es in einem Raum an zwei oder mehreren unterschiedlichen Stellen zeitgleich, ist eine Brandstiftung nicht auszuschließen. Jede Notiz kann für die Experten später wertvoll sein.

Tipp 3: Keine Vermutungen anstellen

Spuren können durch den Brand verloren gehen, wenn Zeugen – in diesem Fall Feuerwehrleute – Kenntnis von bestimmten Umständen am Brandort haben, diese aber nicht als wichtig empfinden. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das: Benzingeruch in einer Autowerkstatt dürfte den meisten Menschen als normal vorkommen, wohingegen Benzingeruch in einem ausgebrannten Schlafzimmer von vielen als besondere Auffälligkeit wahrgenommen werden dürfte. Was normal ist und was besonders, klären später die Gutachter. Alles kann von Bedeutung sein. Informationen stellen sich oft erst viel später während der Ursachenermittlung als wichtig heraus.

Deshalb: Feuerwehrangehörige dürfen keine Vermutungen bezüglich der Brandursache anstellen. Sie sollen auch nicht nach Hinweisen suchen. Beobachtungen und Hinweise zu einem Bild zusammenzufügen, ist die Aufgabe der Brandermittler. Auch bei einem verhältnismäßig kleinen Einsatz – wie brennendes Essen auf einem Herd – können Einsatzkräfte für die Brandursachenermittlung verwertbare Fakten sichern.

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Auf welcher Kochplatte stand der Topf oder eine in Brand geratene Kunststoffschale? Wie war die Schalterstellung am Herd? Gab es elektrische Geräte oder Steckdosen in der Nähe, die ebenfalls brannten? Aus solchen scheinbar banalen Fakten können die Brandermittler später feststellen, ob das Feuer aus Vorsatz, aus Fahrlässigkeit oder durch einen technischen Defekt entstanden ist.

Wenn bei einem Laubenbrand Propangasflaschen oder Gaskartuschen brennen oder von Flammen bedroht werden, sind für die Brandursachenermittler die Angaben wichtig, wo und wie die Behälter im Raum standen und ob sie aufgedreht waren, bevor sie geborgen wurden. Bei Feuer an abgestellten Fahrzeugen ist es für die Ermittlung wichtig zu erfahren, wo es am stärksten brannte? Vielleicht sogar an mehreren Stellen zeitgleich? Falls ja, welche waren das und wo befand sich der Brandherd? Im Innenraum oder außen am Fahrzeug?

Tipp 4: Keine Veränderungen vornehmen

Aus Sicht der Feuerwehr ist Brandschutt schlichtweg schadstoffbelasteter Abfall. Für einen Brandermittler gilt der Brandschutt als wichtiger “Zeuge” des Geschehens. So können die Sachverständigen aus dem Brandgut zum Beispiel Informationen über den Zeitpunkt der Brandentstehung, die Richtung der Brandausbreitung und die Verwendung von Brandbeschleunigern gewinnen. Anhand dieser Informationen können später auch Zeugenaussagen als richtig oder falsch beurteilt werden.

Wenn die Erhaltung und Bewahrung der Lage des Brandschutts möglich ist, erlaubt dieser dem Gutachter darüber hinaus oft die vollständige Rekonstruktion des Brandhergangs. Das bedeutet, dass der Angriffstrupp bereits bei den Löscharbeiten spurenschonend vorgehen kann. Grundsätzlich haben die Rettungsarbeiten der Feuerwehr selbstverständlich Vorrang vor der Spurensicherung.

Brandursache
Symbolfoto Brandmittelspürhund: Olaf Preuschoff

Tipp 5: Szenen mit Hilfe von Fotos “einfrieren”

Durch Smartphones ist es mittlerweile sehr einfach, schnell qualitativ hochwertige Bilder von der Einsatzstelle zu machen. Diese sollten allerdings gezielt von bestimmten Feuerwehrmitgliedern wie Pressesprechern gemacht werden. Der Brandverlauf beziehungsweise die Branddynamik sowie die Lagerung des Brandschutts, besonders wenn er für Nachlöscharbeiten später doch verändert werden muss, können sehr wertvoll für die Gutachter sein. Auch hier gilt: Brandschutz vor Spurensicherung.

Weil Blaulicht und Feuer stets Menschen anziehen, könnte sich der Straftäter, der den Brand gelegt hat, unter den meist zahlreichen Zuschauern befinden. Brandermittlern können deshalb auch Fotos von der Gruppe der Schaulustigen, aber auch hörbare Kommentare, die Details über den Brand enthalten sowie verdächtige Beobachtungen von Feuerwehrleuten helfen. Durch Fotos der Schaulustigen kann die Polizei später genau nachweisen, wer sich am Einsatzort befand. Zum Beispiel wenn ein Befragter leugnen sollte, vor Ort gewesen zu sein.

Tipp 6: Beobachtungen umgehend der Polizei mitteilen

So gut die Beobachtungen der Feuerwehr sein mögen, die Brandermittler müssen davon erfahren. Am besten sollte die Feuerwehr der Polizei noch vor Ort die beobachteten Umstände am Brandort mitteilen. Je besser die Informationen sind, desto gezielter kann die Ermittlung beginnen. Liegt zum Beispiel kein Verdacht auf Brandstiftung vor, wird auch weniger intensiv nachgeforscht.

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