Von Kultautor Siggi Volz

Quiz für die Jugendfeuerwehr

Siegfried Volz ist seit rund 30 Jahren Autor beim Feuerwehr-Magazin. Der heute 88-Jährige hat für das Feuerwehr-Magazin Meilensteine ge-setzt. Und nun startet er nochmal einen neuen Weg mit uns.

“Ja, es gibt ihn wirklich!”, muss ich manchmal Lesern erzählen, die denken, “Siggi” sei eine Kunstfigur. Siegfried Volz wurde im November 1928 in Nürnberg (BY) geboren. Im Jahr 1955 begann er seinen Dienst bei der Berufsfeuerwehr Fürth. Ihr hielt er 33 Jahre lang die Treue – bis zu seiner Pensionierung. Er war unter anderem Leiter der Abteilung Ausbildung und Einsatz. Schon als Feuerwehrbeamter engagierte er sich in der Brandschutzerziehung, machte nach seiner Pension ehrenamtlich in diesem Bereich weiter.

Siegfried Volz im Einsatz für die Feuerwehr Fürth: Foto: Feuerwehr

Siggi Volz begann in den 1980er Jahren damit, Fachbücher zu schreiben, und lieferte erste Beiträge an das Feuerwehr-Magazin. “Mein erster großer Bericht war eine Reportage über die Feuerwehr Erlangen”, erinnert sich der Autor.

Und zwei Serien, die Volz erfand, sind bis heute Kult in unserem Heft: Die “Brandschutzsünde des Monats” in der Rubrik Nachrichten sowie das “Einsatz-Quiz” in der Rubrik Jugendfeuerwehr. Als Fan des Feuerwehr-Magazins habe ich mich gefreut, Ende 2008 als Volontär und später als Redakteur mit Siggi zusammen das Einsatz-Quiz zu gestalten. Es sind in unserer Zusammenarbeit immerhin 96 Rätsel geworden. Wow! Aber so langsam ging uns der Stoff aus und die Quiz‘ sind nicht mehr zeitgemäß. So wollten wir einen neuen Weg gehen. Gemeinsam mit Siggi.

Wir bauen für Euch nun Fragen rund um das Thema Feuerwehr in die Rubrik Jugendfeuerwehr ein. Diese können Jugendliche zur Vorbereitung auf Leistungsspange, Jugendflamme oder Trupp-mann 1-Ausbildung nutzen. Und die Jugendwarte können damit das Wissen der Nachwuchskräfte testen. “Viel Erfolg”, wünscht Siegfried Volz.

Siggi Volz ist und bleibt unser Kultautor beim Feuerwehr-Magazin. Foto: privat

7 Fragen zu Feuer, Hitze und Rauch

1. Was ist bei einem Feuer am Gefährlichsten?
a Flammen
b Hitze
c Rauch

2. Wie weit kann Hitze wirken?
a 10m
b 30m
c 40m

3. Was kann die Hitze in dieser Entfernung noch anrichten?
a Nicht mehr viel
b Einen neuen Brandherd zünden
c Gegenstände anwärmen

4. Wie warm kann Brandrauch werden?
a Etwa 100 Grad Celsius
b Ungefähr 500 Grad Celsius
c Vielleicht 800 Grad Celsius

5. Warum ist der Brandrauch so gefährlich?
a Weil er so schnell, lautlos und giftig ist.
b Durch seine Wärme.
c Weil er sich nicht aufhalten lässt.

6. Kann Brandrauch auch brennen?
a Nein das ist nicht möglich.
b Brandrauch kann sogar explodieren.
c Es könnte möglich sein.

7. Was sagt der Spruch: „Nicht überall wo Rauch ist muss es brennen?“
a Der Spruch ist totaler Quatsch.
b Das ist richtig. Weil Brandrauch sich so schnell ausbreitet kommt er wesentlich schneller vorwärts als die Flam-men.
c Wo Rauch ist muss es doch brennen.

Lösungen

1c Brandrauch ist am Gefährlichsten, weil er nicht nur giftig ist, sondern sich auch schnell und vor allem leise ausbreitet.
2c Hitze kann bis zu 40 Meter weit wirken
3b Durch einen Wärmestau, können sich selbst in dieser Entfernung brennbare Stoffe entzünden.
4c Brandrauch kann bis zu 800 Grad Celsius warm werden.
5a Siehe 1c.
6b Brandrauch kann sogar explodieren. Man nennt dies dann einen Flash over oder Rauchgasexplosion.
7b Das treffenste Beispiel für diesen Satz ist der Brand der Gletscherbahn von Kaprun am 11.11.2000. Bei diesem Brand gab es 155 Tote. Drei Personen starben im drei Kilometer entfernten Alpincenter der Bergstation durch den Brandrauch.

7 Fragen zu Vorbeugendem Brandschutz

1 Welche Aufgaben müssen Brandschutztüren erfüllen?
a Sie sollen einen Brand verhindern
b Keinen Brandrauch zulassen
c Verhindern, dass ein Feuer die Türöffnung einer Brandmauer passieren kann

2 Was geschieht bei einem Kellerbrand, wenn die Brandschutztüre offen gehalten wird?
a Die Feuerwehr erhält einen besseren Zugang zum Untergeschoss.
b Es hat keinen Einfluss auf Feuer und Rauch.
c Der Rauch steigt in den Treppenraum und macht ihn unbegehbar.

3 Welche Aufgabe haben Brandmauern?
a Brandmauern sollen ein Feuer aufhalten.
b Sie sollen durch Abbrennen andere Gebäudeteile erhalten.
c Sie zeigen der Feuerwehr einzelne Bauabschnitte auf.

4 Welchen Vorteil bieten Brandmauern den Feuerwehren?
A Sie können besser von außen löschen.
B Sie brauchen nicht in das Haus eindringen.
C Sie erleichtern die Menschenrettung und Brandbekämpfung.

5 Warum sind Feuerwehrzufahrten notwendig?
a Sie sind nicht unbedingt notwendig. Es gibt mittlerweile überall alternative Zuwegungen.
b Feuerwehrzufahrten sind notwendig, um ein Gebäude anfahren zu können.
c Sie schaffen der Feuerwehr Platz, sich vor einem Brandobjekt ausbzubreiten.

6 Wozu sind Feuerwehraufstell- und Feuerwehrbewegungsflächen notwendig?
a Feuerwehrfahrzeuge, besonders die Drehleitern, brauchen viel Platz beim Einsatz.
b Damit die Mannschaft zum Befehlsempfang hinter den Fahrzeugen antreten kann.
c Für die Gerätekontrolle.

7 Was kann geschehen, wenn Feuerwehrzufahrten und -aufstellflächen zugeparkt sind?
a Der Feuerwehreinsatz dauert länger.
b Die Feuerwehr muss ihre Geräte weiter tragen.
c Es können dringend notwendige Einsatzmittel, beispielsweise Drehleitern, nicht optimal eingesetzt werden.

Lösungen

1c Angebracht sind sie in der Regel als Durchgang von Brandmauern. Sie halten nicht nur Flammen und Hitze, sondern auch den Brandrauch zirka 10 Minuten ab.
2c Um zu verhindern, dass im Falle eines Kellerbrandes der Brandrauch den Treppenraum erreicht, müssen Kellertüren immer geschlossen sein.
3a Brandmauern können ein Feuer ein- aber auch aussperren. So wird eine schnelle Brandausbreitung verhindert.
4c Die Feuerwehr kann gefährdete Personen auf sicheren Wegen aus dem Haus holen. Das Feuer kann sich nicht so schnell ausbreiten.
5b Freigehaltene Zufahrten sind dringend notwendig, damit Rettungskräfte schnell das Brandobjekt erreichen.
6a Insbesondere Drehleitern müssen nah am Brandobjekt platziert werden und benötigen eine entsprechende Fläche..
7c Siehe 5 und 6.

Leistungsspange: 13 Tipps für die Vorbereitung

7 Fragen zu Wasserführenden Armaturen, Teil 1

1. Wozu braucht die Feuerwehr Standrohre?
a Zur Wasserentnahme aus Unterflurhydranten.
b Als Wasserwerfer.
c Standrohre verhindern Explosionen.

2. Was wird bei einem Standrohr noch benö-tigt?
a Ein Saugschlauch.
b Ein Unterflurhydrantenschlüssel.
c Ein Kupplungsschlüssel.

3. Welche Aufgabe hat ein Saugkorb?
a Der Saugkorb soll verhindern, dass Fische angesaugt werden.
b Er soll verhindern, dass Fremdkörper in die Feuerlöschpumpe gelangen.
c Er verhindert, dass keine wertvollen Pflan-zen angesaugt werden.

4. Für was benötigt ein Saugkorb ein Rück-schlagventil?
a Um beim Unterbrechen des Saugvorganges ein Abreißen der Wassersäule zu verhindern und zum Entleeren des Saugschlauches.
b Zum schnelleren Ansaugen.
c Damit beim Ansaugen das Wasser nicht aus dem Saugschlauch laufen kann.

5. Wo wird das Sammelstück angekuppelt?
a Am Saugstutzen der Feuerlöschpumpe.
b An den Abgängen der Feuerlöschpumpe.
c An der Entlüftungspumpe.

6. Wie nennt man das Gerät, das eine an-kommende Leitung in drei aufteilt?
a Verteiler.
b Verteilungsstück.
c Verteilungsgerät.

7. Welchen Vorteil bringt ein Verteiler?
a Es werden weniger Schläuche gebraucht.
b Ein Verteiler vermeidet Wasserschäden.
c Ein Schaumrohr lässt sich leichter ankup-peln.

Lösungen

1a Standrohre werden zur Wasserentnahme aus Unterflurhydranten benötigt.
2b Ein Unterflurhydrantenschlüssel. Der dient zum Öffnen und Schließen des Unterflurhydranten.
3b Durch den Saugkorb werden das Eindringen von Fremdkörpern in die Saugleitung und Beschädigungen der Feuerlöschkreiselpumpe verhindert.
4a Muss der Saugvorgang mal unterbrochen werden, würde das Wasser aus dem Saugschlauch zurückfließen. Beim Zurücknehmen des Saugschlauches kann mit der Ventilleine das Rückschlagventil geöffnet und der Saugschlauch entleert werden.
5a Es wird am Saugstutzen der Pumpe angeschlossen und hat die Aufgabe, das Löschwasser von zwei ankommenden Leitungen zusammenzuführen.
6a Verteiler.
7a Bis zu einem Verteiler wird nur eine Zubringleitung gelegt. So spart man Schläuche.

7 Fragen zu Wasserführenden Armaturen, Teil 2

1. Auf welche Stellungen lässt sich ein Mehrzweckstrahlrohr schalten?
a Vollkreis, Sprühen, Halt.
b Halbkreis, Vollstrahl, Stopp.
c Halt, Vollstrahl, Sprühstrahl.

2. Welcher Löschstrahl ist bei einem Innenangriff vorzuziehen?
a Halbkreisstrahl.
b Sprühstrahl.
c Vollstrahl.

3. Aus welchen Teilen besteht eine Durckkupplung?
a Knaggenteil, Einbindestutzen, Sperrring, Festhalteklammer.
b Knaggenteil, Festhalteklammer, Dichtring, Einbindestutzen.
c Knaggenteil, Einbindestutzen, Sperrring, Gummidichtung.

4. Wozu dient bei einer Kupplung ein Einbindestutzen?
a Am Einbindestutzen wird der Schlauch mit Drahtumwicklungen festgemacht.
b Um den Schlauch mit einer Reepschnur festzubinden.
c Um eine Schlauchdichtung aufzuziehen.

5. Was ist eine Blindkupplung?
a Eine offene Kupplung ohne Knaggenteil.
b Eine Kupplung, die Zu- und Abgänge verschließt.
c Eine Blindkupplung soll Saug- und Druckschläuche trennen.

6. Welche Aufgabe hat ein Druckbegrenzungsventil?
a Es soll den Druck in einem Behälter begrenzen, damit keine Explosion erfolgen kann.
b Es soll verhindern, dass beim schnellen Schließen von Ventilen Löschschläuche platzen.
c Es soll den Druck soweit begrenzen, dass Strahlrohre leichter gehalten werden können.

7. Wo wird das Druckbegrenzungsventil eingebaut?
a Am Strahlrohr.
b Am Übergangsstück.
c Am Verteiler.

Lösungen

1c Durch die verschiedenen Einstellmöglichkeiten kann der Strahlrohrführer den jeweils notwendigen Löschstrahl verwenden.
2b Durch die Zerstäubung des Wassers löscht der Sprühstrahl schneller als der Vollstrahl, deckt eine größere Fläche und vermindert den Wasserschaden.
3c Aus diesen vier Elementen besteht die Kupplung.
4a Ohne Einbindestutzen könnte der Schlauch nicht an der Kupplung befestigt werden.
5b Blindkupplungen sind mit einem Verschlussdeckel versehen. Mit ihnen lassen sich Zu- und Abgangsstutzen verschließen.
6b Beim schnellen Schließen von Ventilen treten in den Schläuchen hohe Druckstöße auf. Diese soll mit einem Druckbegrenzungsventil reguliert werden.
7b Druckbegrenzungsventile werden in der Regel zwischen Verteiler und ankommendem B-Schlauch eingebaut.

So verschieden ist die Truppmannausbildung der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland

7 Fragen zu Druckschläuchen

1. Wozu werden Druckschläuche benötigt?
a Sie dienen als Angriffsschläuche.
b Um Löschwasser anzusaugen.
c Als Zubringschläuche zur Feuerlöschpumpe.

2. Aus welchem Material bestehen Druckschläuche?
a Aus Hanf und Flachs.
b Aus Polyester (Kunststoffe).
c Aus verstärkten Leinen.

3. Welcher Druckschlauch ist 20 Meter lang und hat einen Durchmesse von 150 mm.
a A-Schlauch
b Druckschlauch S
c F-Schlauch

4. Wie lassen sich Druckschläuche im Fahrzeug lagern?
a Gerollt und in Buchten gelegt.
b Auf Schlauchhaspeln.
c In Tragekörben

5. Wo wird das erste C-Rohr am Verteiler angeschlossen
a Natürlich an der mittleren Kupplung.
b An der linken Kupplung.
c Am rechten Abgang.

6. Mit welchen Geräten musste gelöscht werden bevor es Schläuche gab?
a Mit alten Kochtöpfen.
b Mit Löscheimern.
c Mit dem Nachtgeschirr.

7. Wo wird das Druckbegrenzungsventil eingebaut?
a Am Strahlrohr.
b Am Übergangsstück.
c Am Verteiler.

Lösungen

1a und b Druckschläuche werden sowohl für Angriffs- als auch für Zubringleitungen eingesetzt.
2b Polyester. Das sind Kunststoffe.
3c F-Schlauch
4a, b und c Alle aufgezählten Varianten sind möglich.
5a Das erste C-Rohr wird immer am linken Abgangsstutzen des Verteilers angeschlossen. Das zweite C-Rohr wird rechts und das Dritte in der Mitte angekuppelt.
6b Mit Löscheimern. In vielen Städten musste in jedem Haushalt eine bestimmte Anzahl davon vorhanden sein. Sie waren meist aus Leder oder besonderem Leinen hergestellt.
7b Druckbegrenzungsventile werden in der Regel zwischen Verteiler und ankommendem B-Schlauch eingebaut.

7 Fragen zu Saugschläuchen und Saugleitung

1. Welche Trupps müssen in der Regel eine Saugleitung zusammenkuppeln?
a Wassertrupp und Schlauchtrupp.
b Angriffstrupp und Schlauchtrupp.
c Schlauchtrupp und Angriffstrupp.

2. Wie ist eine Saugleitung aufgebaut?
a Saugkorb mit Ventilleine und Halteleine, angeordnete Zahl von Saugschläuchen, Feuerlöschpumpe.
b Saugkorb, vier Saugschläuche, Verteiler.
c Vier Saugschläuche, Saugkorb, Halteleine.

3. Wer schließt die Saugleitung am Saugstutzen der Feuerlöschpumpe an?
a Wassertruppmann
b Schlauchtruppführer
c Maschinist

4. Wer gibt das Kommando: „Saugleitung zu Wasser!“
a Gruppenführer
b Maschinist
c Wassertruppführer

5. Welche Mindestwassertiefe ist zum Ansaugen notwendig?
a 20 Zentimeter
b 30 Zentimeter
c 50 Zentimeter

6. Warum muss am Saugkorb eine Ventilleine angebracht werden?
a Um die Saugleitung entleeren zu können.
b Damit Luft in den Saugkorb dringen kann.
c Dass man die überflüssige Luft aus dem Saugkorb entfernen kann.

7. Mit welchen Knoten beziehungsweise Stichen wird die Halteleine befestigt?
a Zimmermannsstich
b Mastwurf
c Halbschlägen

Lösungen

1a Nach Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 kuppeln Wasser- und Schlauchtrupp die Saugleitung.
2a Saugkorb mit Ventilleine und Halteleine, angeordnete Zahl von Saugschläuchen, Feuerlöschpumpe.
3c Das macht der Maschinist.
4c Das ist Aufgabe des Wassertruppführers.
5b Zum Ansaugen ist eine Mindestwassertiefe von 30 Zentimetern erforderlich. Dabei soll der Saugkorb gegen eine vorhandene Strö-mung gerichtet sein. Die notwendige Wassertiefe lässt sich auch durch Anstauen erreichen.
6a Wenn die Saugleitung wieder aus dem Wasser genommen wird, muss zunächst durch Öffnen des Ventils am Saugkorb die Leitung entwässert werden. Dies geschieht mit der Ventilleine.
7a,b,c Hier sind alle drei Antworten richtig. Zum Einbinden des Saugkorbes können Zimmermannsstich oder Mastwurf verwendet werden. Halbschläge werden vor den Kupplungen um die Schläuche gelegt.

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