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Antworten von Fahrzeugexperte Ulrich Cimolino

Wenn Löschfahrzeuge brennen

Im Sommer 2019 herrschte extreme Trockenheit. Für die Feuerwehren bedeutete das: vermehrte Alarmierungen zu Vegetationsbränden. Dabei gerieten immer wieder auch Einsatzfahrzeuge in Brand. Eine Gefahr, die Feuerwehrleuten bewusst sein sollte. Doch wie kommt es überhaupt zu Fahrzeugbränden?

Eine Luxemburger Einsatzkraft bekämpft mit einem Strahlrohr den Brand an einem Löschfahrzeug. Dieses war während der Fahrt über ein Getreidefeld in Brand geraten. Foto: CGDIS

Flächenbrand auf einem Feld im Luxemburger Hauptstadtviertel Hamm: Der Maschinist eines Hilfeleistungs-Löschfahrzeugs fährt auf einen noch nicht abgebrannten Teil des Feldes. Vermutlich aufgrund heißer Teile des Fahrgestells gerät unter dem HLF Stroh in Brand. Innerhalb von Sekunden steht auch der hintere Teil des Fahrzeugs in Flammen. Die Besatzung kann sich retten, das LF brennt jedoch komplett aus. Dieser Einsatz steht exemplarisch für weitere Vorfälle dieser Art. Fahrzeugexperte Dr. Ulrich Cimolino erklärt, warum Einsatzfahrzeuge brennen.

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Fahrzeugbrände können folgende Ursachen haben:

  • Ungeschützte Leitungen aus Kunststoff an serienmäßigen Fahrgestellen für Druckluft (Bremsanlage), Kraftstoff und Elektrik: Besonders die Druckluftleitungen der Bremsanlage führen bei einem Leck beim Lkw zum Auslösen des Federspeichers und damit zum Stillstand des Fahrzeugs. In der Regel folgt hieraus ein Totalverlust. Lösung: geschützte Leitungen. Allerdings ist bei Serienfahrzeugen eine Nachrüstung extrem teuer. Ab Band möglich wäre es beispielsweise beim Unimog.
  • Luftansaugung: Heutige Standard-Lkw haben die Luftansaugung zumeist an der Fahrzeugfront. Optimiert für Wartungen, aber ohne die Berücksichtigung, dass brennbarer Staub eingesaugt, abgefiltert und durch Funken entzündet werden kann. Lösung: eine höhere Luftansaugung. Eine weitere Option wäre, Funken durch ein Wasser- oder Ölbad zu filtern. Ein Verfahren, das für Standard-Lkw-Fahrgestelle nicht mehr vorgesehen ist.
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  • Luftfilter: In Extremfällen können zu viele Schwebstoffe wie Staub und Asche auch den Luftfilter verstopfen, sodass es zu einem Motorstillstand kommen kann.
  • Auspuffanlage: Wenn die Auspuffanlage zu heiß wird – insbesondere bei Lkw ab Euro 5 und bei Pkw mit Katalysator – gerät schnell und oft unbemerkt, leicht entzündliches Material wie Stroh, eine trockene Wiese oder Waldboden in Brand.
  • Fahrzeug zu schwer: zu großer Bodendruck, zu schlechte Gewichtsverteilung – beispielsweise bei zwillingsbereiften geländefähigen Fahrzeugen, die weit hinten viel Wasser mitführen. Die Folge: Das Fahrzeug bleibt leicht stecken.
  • Reifen: Bei einer fehlender Geländebereifung kann es ebenfalls zu Problemen kommen. Wichtig: Für Fahrten im Gelände müssen Maschinisten speziell ausgebildet werden.

Dr. rer. sec. Ulrich Cimolino ist Branddirektor bei der BF Düsseldorf und Sachbuchautor.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wenn die Grundregeln der Vegetationsbrandbekämpfung beachtet werden (schwarz ist sicher), dann brennen auch keine Löschfahrzeuge

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