Starke Pumpen 2026

Wasserförderung über 1.700 Meter bei Großübung im Werderland

Bremen – Im Bremer Werderland haben Feuerwehr und THW gemeinsam eine Großübung mit klarem Schwerpunkt auf überörtlicher Wasserförderung und organisationsübergreifender Führung absolviert. Rund 80 Ehrenamtliche bewältigten dabei ein vielschichtiges Szenario aus Menschenrettung, Brandbekämpfung und Löschwasserversorgung über große Entfernungen.

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Eine stark verrauchte Scheune, eine verzweifelte Mutter und vermisste Kinder – so begann das Szenario am 11. April für die zuerst eintreffende Feuerwehr Bremen-Lesumbrok. Während ein Atemschutztrupp die Menschenrettung einleitete, weitete sich die Lage rasch aus: Ein drohender Brandüberschlag auf eine zweite Halle und der nötige Schutz eines Gastanks machten die Nachalarmierung weiterer Kräfte erforderlich. Feuerwehr und THW richteten eine gemeinsame Einsatzleitung ein, an der auch der Fachzug Führung/Kommunikation (FK) des THW beteiligt war.

Als das Hydrantennetz unter der hohen Löschwasserentnahme an seine Grenzen stieß, rückte die Wasserförderung in den Mittelpunkt. Die Pumpengruppen von THW Bremen-Nord und THW Bremen-Ost stellten Wasser aus dem WSV-Hafen bereit. Die Freiwilligen Feuerwehren Bremen-Schönebeck und Bremen-Lehesterdeich übernahmen mit ihren Wasserfördersystemen die langen Förderstrecken zur Einsatzstelle.

Elektrische Tauchpumpen ermöglichten eine tideunabhängige Entnahme über die Spundwand. Eine Schmutzwasserkreiselpumpe transportierte das Wasser anschließend rund 400 Meter in ein 10.000-Liter-Pufferbecken. Von dort versorgten die Wasserfördersysteme die Brandstellen über Distanzen von bis zu 1.700 Metern. Die Stromversorgung der Tauchpumpen übernahm die Netzersatzanlage mit 50 kVA der Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung des THW Bremen-Nord. Über das aufgebaute System wurden mehrere Löschfahrzeuge, der Wasserwerfer der FF Bremen-Lehesterdeich sowie die Hochleistungspumpe der Freiwilligen Feuerwehr Lemwerder-Altenesch kontinuierlich mit Löschwasser gespeist.

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Im weiteren Verlauf machte eine angenommene kollabierte Windkraftanlage mit dadurch ausgelösten Vegetationsbränden das Szenario komplexer. Mindestens sechs Einsatzstellen mussten koordiniert bearbeitet werden. Der Zugtrupp des THW Bremen-Nord richtete dafür eine eigene Einsatzabschnittsleitung ein. Das mehr als drei Kilometer lange, unübersichtliche Einsatzgebiet sowie die Einbindung verschiedener Organisationen in den Digitalfunk bei teilweise eingeschränkter Funkabdeckung stellten weitere Herausforderungen dar – die nach Angaben der Übungsleitung jedoch allesamt erfolgreich bewältigt wurden. Das THW übernahm zusätzlich Aufbau und Betrieb eines Verpflegungsplatzes für die eingesetzten Kräfte.

Laut Übungsbericht funktionierten viele Abläufe bereits sehr gut. Solche Lagen seien zugleich unverzichtbar, um Optimierungsbedarf frühzeitig zu erkennen und Prozesse weiterzuentwickeln.

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