Gesamtes Fluss-Ökosystem bedroht?

Umweltkatastrophe Oder: massenhaftes Fischsterben

Ein noch nie dagewesenes Fischsterben und die Bedrohung eines kompletten Ökosystems: Was derzeit im Fluss Oder passiert, lässt viele Menschen ratlos und wütend zurück. Gemeinsam wollen Polen und Deutschland nun herausfinden, was das Fischsterben zu bedeuten hat und wie man sich künftig besser in solchen Lagen unterstützen kann.

Das massenweise Sterben von Fischen – der BUND geht von Schätzungen von bis zu 100 Tonnen toter Fische auf einer Länge von rund 500 Kilometer aus –ist derzeit nur der sichtbarste Teil einer großen Umweltkatastrophe. Das Wasser der Oder ist unbestreitbar besorgniserregend belastet. Aber noch sind viele Fragen unbeantwortet: Wie kommen die dramatische Konstellation – hoher Sauerstoffgehalt, hoher ph-Wert sowie hohe Salzfracht – zustande? Welche giftigen Stoffe sind konkret in die Oder gelangt? Wer ist dafür verantwortlich?

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Wie die Tagesschau berichtet, gehe Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel von einer Schädigung des gesamten Oder-Ökosystems auf Jahre hinaus aus: „Wir reden hier nicht von einer Katastrophe, die innerhalb von einem halben Jahr durch Wiederbesiedelung von Tieren gelöst werden kann.“ Vogel warnt vor Langzeitfolgen und einer möglichen katastrophalen Verkettung von Umständen – die derzeitige Dürre sowie der geringe Wasserstand könnten ihren Anteil haben am Ausmaß des Fischsterbens. Das Landeslabor bemühe sich unter großen Anstrengungen, Wasserproben auf giftige Substanzen zu untersuchen.

Bei den polnischen Behörden lägen bislang keine toxischen Substanzen vor: Weder Quecksilber noch andere Schwermetalle sollen laut polnischen Untersuchungen für das Massensterben verantwortlich sein. Pestizide scheinen (noch) nicht ausgeschlossen. Auf insgesamt 300 schädliche Stoffe werden verendete Fische untersucht.

Ein Fischsterben ungewöhnlichen drastischen Ausmaßes – wie auf dem Foto in Frankfurt/Oder – beschäftigt viele Menschen in Deutschland und Polen. Beide Länder wollen nun effizienter zusammenarbeiten, um das Ökosystem Oder besser zu schützen. Foto: NonstopNews

Grenzübergreifende Zusammenarbeit verbessern

Laut Welt.de vereinbarten die Umweltministerien beider Länder sowie der Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern das Einrichten von Ölsperren im Stettiner Haff, um so eine größere Ausbreitung von Fischkadavern zu verhindern. Was künftig verbessert werden solle, so Bundesumweltministerin Steffi Lemke und ihre polnische Amtskollegin Anna Moskwa, sei die grenzübergreifende Kommunikation bei einer solchen Extremlage. Die dafür vorgesehene Informationskette im Rahmen der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) hat nur mit Verzögerung funktioniert, denn die ersten toten Fische auf polnischer Seite wurden dort bereits Ende Juli entdeckt. Lemke stellte fest, dass das Identifizieren der Schadensursache dadurch zusätzlich erschwert werde.

Feuerwehr-Einsatz? Unterschiede Deutschland und Polen

Wie dem feuerwehrmagazin.de auf Nachfrage aus dem Kreis Uckermark mitgeteilt wurde, sei eine gelenkte und abgestimmte Vorgehensweise auf deutscher Seite bisher leider nicht zu erkennen. Zuständigkeiten seien nicht eindeutig geklärt, es herrsche Wildwuchs bei den Strukturen. Das Landesumweltamt Brandenburg dürfe die Feuerwehr zwar um Amtshilfe bitten. In den Einsatz schicken sei aber nur im ausgerufenen Katastrophenfall möglich. Die Landkreise agierten sehr unterschiedlich aufgrund ihrer Selbstständigkeit. Offiziell beauftragen könnten diese die Feuerwehr nur bei einer offiziellen als solche eingestuften Großschadenslage. Weder eine Großschadenslage noch der Katastrophenfall sei in der aktuellen Lage erklärt.

Zwar gebe es einzelne Feuerwehren, die von sich aus rausfahren und tote Fische einsammeln würden. Dies geschehe dann aber aus eigener Initiative heraus. In Polen dagegen sei die Feuerwehr behördlich anders eingebunden. Dort werde ein Großaufgebot aus dem ganzen Land geschickt, um die Folgen der Umweltkatastrophe zu beseitigen. Das polnische Innenministerium erteile den Auftrag, die Feuerwehr setze Ölsperren und eine Vielzahl an Booten und Geräten ein. Sogar auf deutscher Seite hätten die polnischen Nachbarn vereinzelt weggesammelt. Der Fluss halte sich eben nicht an politische Grenzen.

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