Überraschendes Urteil im Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs

Randalierer müssen zur Feuerwehr

Braunschweig/Wolfsburg (NI) – Vor der Jugendkammer des Landgerichts Braunschweig ging gestern der Prozess gegen vier Randalierer zu Ende. Die vier Männer hatten in der Silvesternacht 2019 in Wolfsburg eine Schule verwüstet, Raketen und Böller in die Räume geworfen. Anrückende Kräfte der Polizei und der Feuerwehr wurden mit Silvesterraketen und Leuchtmunition beschossen. Das überraschende Urteil der Jugendkammer: unter anderem müssen drei Täter gemeinnützige Arbeit bei der freiwilligen Feuerwehr ableisten.

Mit Silvesterraketen beschossen Randalierer in Wolfsburg in der Nacht des Jahreswechsels von 2019 auf 2020 Kräfte der Polizei und der Feuerwehr. Foto: Hegemann

Angeklagt waren die vier jungen Männer zwischen 19 und 24 Jahren wegen schweren Landfriedensbruch, Widerstand gegen Beamte und Verstoß gegen das Waffengesetz. In Wolfsburg-Westhagen hatten die vier mit einer großen Gruppe (etwa 100 Personen) am Schulzentrum gemeinsam den Jahreswechsel begangen. Irgendwann lief die Feier aus dem Ruder. Die Gruppe schlug Fensterscheiben der Schule ein, warf Böller in die Innenräume. Ein Brand brach aus, nach dem Randalierer mit Brandbeschleuniger nachgeholfen hatten. 

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Durch die Brandmeldeanlage in der Schule wurde die Feuerwehr automatisch alarmiert. Auch die Polizei kam zur Einsatzstelle. Die anrückenden Kräfte wurden mit Silvesterraketen und Leuchtmunition aus Schreckschusspistolen beschossen. Nur die Schutzkleidung verhinderte Verletzungen, hieß es in der Anklageschrift. 

Die Angeklagten gestanden die Tat

Erst nach drei Stunden konnte die Randale damals beendet werden. Von 31 Personen stellt die Polizei die Personalien fest. Vier junge Männer werden als Tatverdächtige vernommen. Drei verbrachten die restliche Silvesternacht in einer Zelle. 

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Wolfsburgs Oberbürgermeister zeigte sich damals schockiert über das Vorgehen der Randalierer. Er dankte den Beamten für ihren Einsatz.  

Alle vier Täter gestanden in der Gerichtsverhandlung, sie gaben aber an, sich nicht mehr genau an die Vorgänge erinnern zu können. Der 24-jährige Hauptangeklagte wurde zu elf Monaten Haft auf Bewährung und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit bei der freiwilligen Feuerwehr verurteilt. Zwei der drei Mitangeklagten erhielten drei Wochen Dauerarrest. Außerdem müssen sie jeweils 100 Stunden die Feuerwehr unterstützen. Dem dritten wurde eine Geldstrafe von 500 Euro auferlegt, teilte eine Sprecherin des Gerichtes auf Nachfrage von feuerwehrmagazin.de mit.  

Das Urteil ist nichts rechtskräftig. Es besteht die Möglichkeit der Revision.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. In anderen Ländern würden die dafür mindestens 1-2 Jahre einsitzen. In unserem überdosierten Toleranz Staat läuft es natürlich mal wieder anders..

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  2. Kann eine gute Idee sein. Muss es aber nicht.
    Wenn es wirklich ignorante Idioten sind, wird es nichts bringen. Sollten sie aber noch etwas wie ein Gewissen haben, ist die Maßnahme vielleicht ein Erfolg. Kommt aber auch darauf an, was für Arbeiten sie machen müssen und wie sich die Kameraden ihnen gegenüber verhalten. Werden sie von den Kameraden abgekanzelt oder bekommen die Täter von den Kameraden eine Chance eine Reue zu beweisen?

    Stellt sich die Frage, ob die Feuerwehr durch das Urteil verpflichtet ist, die Täter für die Sozialarbeit aufzunehmen? Und haben die Täter Glück gehabt, wenn die Feuerwehr nein sagt und die Strafe wird erlassen. Naja, vielleicht hat der Richter es vorher mit der Feuerwehr abgesprochen.

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  3. Ihr Text würde sich bedeutend leichter lesen, wenn Sie wenigstens die Grundregeln der Interpunktion und Orthographie anwenden würden!

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  4. Haben unsere Feuerwehren nichts anderes zu tun als kriminelle zu beaufsìchtigen bzw. resozialisiieren?

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  5. Klar,wenn keine entsprechnde Ausbildung vorliegt, dann können die natürlich nur Hilfsarbeiten übernehmen, aber es ist durchaus möglich, dass diese Massnahme solche Kerle zur Vernunft bringt, warum also nicht?

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  6. Wo sie aber hoffentlich nicht eintreten dürfen, mit ihrem kriminellen Hintergrund. Auf solche Leute möchte ich mich nicht verlassen müssen.
    Ansonsten bekommen die ja auch nicht viel vom Einsatzdienst mit. Also sehr fragwürdig diese Strafe.
    Die verursachen ja mehr Aufwand als Hilfe.

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  7. Ich gehe mal stark davon aus dass die Verurteilten Sozialstunden bei einer Feuerwehr leisten müssen. Hatten wir auch schon, die müssen dann halt wirklich Hof kehren, Grünpflege betreiben usw… wenn man merkt dass sie die Sache ernst nehmen werden sie in Werkstätten mit beschäftigt. Mit dem Einsatzdienst haben die rein garnichts zu tun. Im besten Fall findet eine läuterung statt und sie bekommen interesse an der Feuerwehr.

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  8. Na ja, kann ja “lustig” werden, mit solchen Typen bei der Feuerwehr. Unabhängig davon: Keine Ausbildung! Was sollen die machen? Fahrzeuge waschen und Hof kehren? Würde ich ablehnen, wenn ich Kommandant wäre. Für viele Tätigkeiten nicht einsetzbar und daher zu gefährlich für beide Seiten. Unfälle und Beschädigungen sind absehbar, wenn keine Ausbildung vorhanden ist.

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  9. Ein Schritt in die richtige Richtung! Solche Richter sind leider Mangelware. Klasse Idee!

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  10. In unserer Feuerwehr wird niemand aufgenommen, der etwas mit Brandstiftung zu tun hatte.
    Auf Einsätze, vor allem Nachts, dürfen die ja auch nicht mit.
    Ich würde denen einen DME ans Bett legen, der zu jedem Einsatz alarmiert.

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  11. Das finde ich richtig jeder der so Eine scheisse baut und alles ansteckt müsste bei der Feuerwehr arbeiten um zu sehen das es nicht leicht ist Feuerwehrmann zu sein und was sie leisten müssen …finde diese Strafe sehr gut nur so lernen Brandstifter so etwas nicht wieder machen ..Strafe muss sein das müsste überall so sein …

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