Geesthacht (SH) –Die von Tausenden Menschen als Ausflugsziel erkorene Eislandschaft am Stauwehr auf der Elbinsel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) wird zunehmend zum „gefährlichen Pflaster“ für die Besucher. Die unbefestigten Wege dort sind mittlerweile extrem rutschig. Nachdem am Sonntag der Rettungsdienst mehrfach vor Ort im Einsatz war, musste am Montag sogar die Feuerwehr zur Unterstützung anrücken. Zu glatt und gefährlich war es für die Notfallsanitäter, eine Patientin mit schweren Beinverletzungen zum Rettungswagen zu transportieren.
„Quasi wie im Bob“: Mit einer Schleifkorbtrage und Leinen zieht die Feuerwehr Geesthacht die verletzte Patientin über den vereisten Strand in einen sicheren Bereich. (Bild: Jann)
Gegen 16 Uhr war zunächst ein Rettungswagen des Herzogtum Lauenburg Rettungsdienstes (HLR) zum Stauwehr gerufen worden. Am vereisten Strand, an dem riesige Eisberge liegen, war eine ältere Frau gestürzt. Sie hatte sich ersten Informationen zufolge einen offenen Beinbruch zugezogen. Die Notfallsanitäter des HLR konnten die Patientin zwar stabilisieren, doch der Weg vom Strand zurück zum Rettungswagen, der etwa 200 Meter entfernt an der Fischtreppe stand, war aufgrund der vereisten Flächen zu gefährlich.
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Die Retter forderten deshalb die Freiwillige Feuerwehr Geesthacht zur Unterstützung an. Mit zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen kamen die Feuerwehrleute auf die Elbinsel. Hier kommen seit drei Wochen Tausende Menschen ans Elbufer, um das Spektakel mit den Eisbergen zu bestaunen. „Als geeignetes Mittel zur Rettung der Frau vom Strand haben wir uns für eine Schleifkorbtrage entschieden“, sagte Ingo Schwarz. Der Zugführer der Feuerwehr leitete den Einsatz. „In der Trage, die wie eine stabile Wanne aus Kunststoff geformt ist, konnten wir die Frau mithilfe von Leinen auf geeignetes Terrain ziehen“, so Schwarz. „Quasi wie im Bob“, sagte der Einsatzleiter.
PDF-Download: Download Erste Hilfe für Feuerwehrleute
Anschließend wurde die Patientin auf die Trage des Rettungsdienstes gebettet und darauf zum Rettungswagen geschoben. Die nächste Etappe führte dann ins Krankenhaus.
Für eventuelle Einsätze hatte die Stadtverwaltung auf der Elbinsel Zufahrtsbeschränkungen und Parkverbote eingerichtet, nachdem verstärkt Menschenmassen auf die Elbinsel geströmt waren. So war die Anfahrt für die Einsatzfahrzeuge am Montagnachmittag glücklicherweise frei. Die Eisberge türmen sich gerade bei Niedrigwasser meterhoch am Elbstrand auf. Sie sind beim Eisaufbruch durch Eisbrecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes gelöst worden und auf dem Strand zurückgeblieben. Ein Naturspektakel, das Menschen aus weitem Umkreis anlockt. Geesthacht hat bereits den Spitznamen „Grönhacht“ erhalten.