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Feuerwehr-Magazin 7/2019
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Wenn auf Worte auch Taten folgen

Jugendfeuerwehr gewinnt Präventionspreis

Andernach (RP) – Große Freude herrschte jetzt bei der Jugendfeuerwehr Südliche Weinstraße. Die Jugendlichen hatten mit ihrem Sicherheitskonzept für Aktivitäten und Wettbewerbe von Jugendfeuerwehr- und Bambinigruppen den 2. Platz beim Präventionspreis 2018 der Unfallkasse Rheinland-Pfalz belegt. In Andernach nahmen Kreisjugendfeuerwehrwart Roland Götz und Sebastian Mees das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro entgegen. 

„Wir wollen, dass die Kinder unverletzt und mit Spaß ihre Wettbewerbe absolvieren können“, betont Kreisjugendfeuerwehrwart Roland Götz. Der Auslöser für die gesteigerte Achtsamkeit in Sachen Sicherheit war ein Unfall vor drei Jahren: Bei einem Jugendfeuerwehrwettkampf zogen sich mehrere Kinder beim Spiel mit Wasser Verätzungen zu. Grund: Das Wasser kam aus Behältnissen, in denen zuvor scharfe Reinigungsmittel aufbewahrt worden waren. „Das war natürlich ein Riesentrubel bei uns“, erinnert sich Götz, „es gab viele Gespräche – zur Tagzeit und zur Nachtzeit.“

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Kreisjugendfeuerwehrwart Roland Götz und Sebastian Mees (3. u 4. v. rechts) nahmen die Auszeichnung von Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (v. r.), Thomas Przybylla, Vorsitzender des Präventionsausschusses der Unfallkasse und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm sowie Michael Klein, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes RLP, entgegen. Foto: UK RLP

Und es blieb nicht nur bei Gesprächen. Ein eigens einberufener Arbeitskreis erörterte, wie Unfälle in Zukunft möglichst effektiv verhindert werden können. Die Beteiligten erarbeiteten ein Sicherheitskonzept, das nun vor jeder Jugendfeuerwehrveranstaltung mit außergewöhnlichen Spielen und Übungen, aber auch bei Fahrten und Lagern zur Anwendung kommt. Ziel ist es, das Gefahrenpotenzial der einzelnen Übungen und Spiele zu erkennen und zu dokumentieren sowie geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ebenfalls fest im Blick ist ein geordneter Ablauf bei Gefahren oder Unfällen; unter anderem wurde ein einheitliches Verfahren für die Meldekette und für die Alarmierung der Notfallhilfe erarbeitet.

Sicherheitskonzept in Jugendleiter-Ausbildung aufgenommen

Zunächst war die Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung von Spielen und Übungen bei einem Lehrgang durchexerziert worden. Dann folgten ein Testlauf und in Abstimmung mit der Unfallkasse, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion sowie der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz eine weitere Überarbeitung der Konzeption. Per Dienstanweisung wurde das Sicherheitskonzept dann mit Beginn des Jahres 2019 in den allgemeinen Übungs- und Dienstbetrieb aufgenommen. Bereits seit dem vergangenen Jahr ist es auch fester Bestandteil der Jugendleiter-Ausbildung.

Das Vorgehen und die Gefahren beim Löschangriff sind bekannt. Aber oft soll den Kindern und Jugendlichen etwas mehr geboten werden. Und das birgt gewisse Risiken. Die Kreisjugendfeuerwehr Südliche Weinstraße erarbeitete dafür jetzt ein spezielles Sicherheitskonzept. Symbolfoto: Hegemann

Dass der Einsatz des Sicherheitskonzepts für die verantwortlichen Wehrleute einen Mehraufwand bedeutet, das ist Kreisjugendfeuerwehrwart Roland Götz völlig klar. Doch der Mehraufwand lohne sich, und das hätten auch seine Kolleginnen und Kollegen bei der Jugendfeuerwehr längst erkannt. „Es ist mir ein Anliegen, dass meine Kolleginnen und Kollegen an der Basis Rechtssicherheit haben“, betont Götz. Deshalb wird er auch nicht müde, die Wichtigkeit des Konzepts immer wieder zu kommunizieren.

Nachahmer herzlich willkommen

Nachahmer bei anderen Kreisjugendfeuerwehren sind der Jugendfeuerwehr Südliche Weinstraße willkommen. Und vielleicht nicht nur dort. Es haben bereits weitere Wehrführer der regulären Feuerwehr nachgefragt, ob sie das Sicherheitskonzept nicht adaptieren könnten. Bei Kreisjugendfeuerwehrwart Roland Götz rennen sie mit ihrem Ansinnen offene Türen ein: „Wer es brauchen kann, soll es nutzen“, sagt er. Die Formblätter „Checkliste für Spiele und Übungen“, „Notfallliste für Spielstationen“ und „Handlungsablauf für akute Schadensereignisse“ werden in Kürze auf der Homepage der Jugendfeuerwehr Südliche Weinstraße bereitgestellt.

Kennt ihr eigentlich: Die 50 besten Spiele fürs Zeltlager? 

Mit dieser ultimativen Spielesammlung fürs Zeltlager sind Gruppenerlebnisse und viel Bewegungsspaß vorprogrammiert. Ob im Wald, auf der Wiese oder rund ums Lagerfeuer: für jede Gelegenheit ist etwas dabei. Das Buch von Petra Jungwirth ist im Don Bosco Verlag erschienen und bei uns im Shop erhältlich. Es kostet 5 Euro zuzüglich Porto. Hier findet Ihr weitere Informationen. 

Beeindruckt zeigten sich die Gäste und Jury auch von dem Sicherheitskonzept, mit dem die Jugendfeuerwehr Südliche Weinstraße die Jury überzeugt hatte. „Das Thema Gefährdungsbeurteilung ist nicht unbedingt positiv besetzt. Toll, dass ihr euch in der Nachwuchsarbeit dieses Themas so vorbildlich angenommen habt. Das macht mich stolz“, freute sich Jurymitglied Michael Klein, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz und Mitglied der Jury.

Den mit 4.000 Euro dotierten ersten Platz belegte die Kita Alsenborn, Das Wilhelm-Remy-Gymnasium Bendorf erhielt für den dritten Platz einen Scheck über 1.000 Euro. Sonderpreise und je 500 Euro für ihre guten Ideen erhielten die Stadtverwaltung Primasens und das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation in Koblenz.

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