Der nächste Schritt zum neuen Hygienekonzept

Feuerwehr Bremen: 3 Millionen Euro in neue Schutzkleidung investiert

Bremen – Die Feuerwehr Bremen hat damit begonnen, seine Einsatzkräfte mit einer neuen, modernen Schutzbekleidung auszustatten. In Zukunft tragen die Frauen und Männer der Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr Sandfarben statt Dunkelblau. 1.500 von insgesamt 3.000 neuen Sätzen sind ausgeliefert und werden derzeit verteilt.

Die Feuerwehr Bremen trägt zukünftig diese sandfarbene PSA vom Ty V-Force-Max der LHD Group Deutschland GmbH. Foto: Feuerwehr Bremen

Die dunkelblaue Persönliche Schutzausstattung (PSA) der Feuerwehr Bremen hat nach gut 2 Jahrzehnten ausgedient. Ab dem 30. Dezember 2020 rücken die Angehörigen der Berufsfeuerwehr Bremen in sandfarbenen Jacken und Hosen zur Brandbekämpfung aus. Die neue Feuerschutzausrüstung soll die Angehörigen der Berufsfeuerwehr und die Mitglieder in den Freiwilligen Feuerwehren besser vor den Gefahren im Einsatzdienst, insbesondere vor den thermischen Gefahren bei der Brandbekämpfung und vor einer Kontaminationsverschleppung durch Schadstoffe im Brandrauch schützen.

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Die bisherige dunkelblaue PSA wurde bereits Ende der 1990er Jahre eingeführt. Seitdem haben die Hersteller die Schutz- und Trageeigenschaften erheblich verbessert. Unter anderem sind aus diesen Gründen für die Einsatzkräfte neue Feuerwehrschutzanzüge in zwei Lieferchargen zu je 1.500 Sätzen beschafft worden. Ein kompletter Feuerwehrschutzanzug – bestehend aus Jacke und Hose – kostet knapp 1.000 Euro.

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Nach erfolgter Lieferung der ersten Charge wird im Dienstbetrieb der Berufsfeuerwehr Bremen am 30. Dezember 2020, auf die Verwendung eines zweiteiligen Feuerwehrschutzanzuges vom Typ “V-Force-Max” des Herstellers LHD Group Deutschland GmbH umgestellt. Die Einführung dieses neuen Schutzanzugtyps bei den Freiwilligen Feuerwehren wird sich im ersten Halbjahr des Jahres 2021, unmittelbar nach erfolgter Lieferung der bereits bestellten zweiten Liefercharge, anschließen.

Die komplette Umstellung auf neue Schutzkleidung ist ein elementarer Entwicklungsschritt zur Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bei der Feuerwehr Bremen. Innensenator Ulrich Mäurer: “Die Schutzkleidung der Einsatzkräfte muss nicht nur gegen Feuer, Hitze und Verletzungsgefahren schützen, sondern auch gegen krebserregende Schadstoffe, die über die Haut aufgenommen werden. Der Gesundheitsschutz ist dabei genauso wichtig wie der Arbeitsschutz. Für die neue Schutzbekleidung hat Bremen insgesamt rund 3 Millionen Euro in die Hand genommen.”

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So soll beispielsweise mit Hilfe eines ausgefeilten Hygienekonzeptes gewährleistet werden, dass krebserregende Stoffe künftig nicht mehr über die verschmutzte Kleidung in die Feuerwachen getragen werden. “Mit dem heutigen Tag beginnt ein neuer, moderner Gesundheitsschutz bei der Bremer Feuerwehr”, sagt Mäurer. Der Einführung des neuen Feuerwehrschutzanzuges war ein komplexer und zeitintensiver Abstimmungsprozess und Beschaffungsvorgang vorausgegangen, der neben einer einjährigen Erprobungsphase auch ein europaweit durchzuführendes Ausschreibungsverfahren erforderte.

Die neue Einsatzschutzkleidung ist sandfarben. Durch die helle Farbe ist eine bessere Sichtbarkeit gegeben, die Kleidung heizt sich weniger auf, sie ist wasserabweisend und atmungsaktiv. Nicht zuletzt: Verschmutzungen heben sich besser ab, sodass schneller klar wird, wann es Zeit ist für die nächste Reinigung. Mit Einführung der neuen Schutzkleidung wird außerdem auf ein Poolvorhaltesystem umgestellt. Feuerwehrschutzanzug, Feuerwehrschutzhandschuhe und Flammschutzhaube sind den Feuerwehreinsatzkräften in diesem System nicht mehr persönlich zugeordnet. Stattdessen bedient sich die Einsatzkraft fortan unmittelbar nach erfolgtem Ablegen verschmutzter Schutzkleidung noch an der Einsatzstelle aus einem Pool sauberer Schutzkleidung.

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Die verschmutzte PSA wird nach dem Ablegen einer qualifizierten Reinigung zugeführt und anschließend gereinigt wieder in den Poolkreislauf integriert. Mit dieser Vorgehensweise wird dem Risiko einer Verschleppung von gesundheitsgefährdenden Brandfolgeprodukten dem aktuellen Stand der Erkenntnisse entsprechend wirksam entgegenwirkt. Mit der neuen Schutzkleidung wurden neben der Anpassung an aktuelle technische Standards auch die Voraussetzungen für eine grundsätzliche und sich zukünftig wirtschaftlich auswirkende Systemumstellung bei den Abläufen der Schutzkleidungslogistik geschaffen.

Sämtliche Komponenten der PSA sind mit einem computerlesbaren RFID-Chip mit individueller Artikelnummer versehen, sodass der Verlauf der jeweiligen Schutzkleidungskomponente im Reinigungs- und Logistikprozess lückenlos nachverfolgt werden kann und Aussagen zur Reinigungs- und Verwendungshäufigkeit, sowie zum aktuellen Bestand der an den einzelnen Standorten verfügbaren Schutzkleidungskomponenten getroffen werden können. Letzteres ist zwingend erforderlich, um allen Einsatzkräften an allen Standorten der Feuerwehr Bremen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, durchgängig die für den Einsatzdienst erforderliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.

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Die Beschaffung eines speziellen Einsatzfahrzeuges, mit dem dann entscheidend verbesserte Voraussetzungen für eine an der Einsatzstelle stattfindende Einsatzstellenhygiene geschaffen werden, wird sich in 2021 anschließen. Jacke, Hose, Helm und Handschuhe sollen dann künftig direkt nach dem Einsatz noch am Schadensort abgelegt und unter Atemschutz in luftdichten Tüten verstaut werden. Anschließend werden die kontaminierten Bekleidungsstücke zentral gereinigt. Mit Umstellung auf neue Einsatzdienstschutzkleidung, dem Umstieg auf ein Poolvorhaltesystem im Verbund mit standardisierten Reinigungsverfahren sowie der Verbesserung logistischer Abläufe und dem in Aussicht stehenden Spezialfahrzeug für die Einsatzstellenhygiene sind für die Angehörigen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren wichtige Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt und geschaffen worden.

Text: Michael Richartz, Leiter der Pressestelle der Feuerwehr Bremen

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