Freiwillige Feuerwehren betroffen

LFV warnt vor LHF-Engpass bei Berliner Feuerwehr

Berlin – Der Landesfeuerwehrverband Berlin warnt vor einer wachsenden Lücke bei den einsatzbereiten Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen der Berliner Feuerwehr. Nach Angaben des Verbands mussten mehrere Freiwillige Feuerwehren bereits Fahrzeuge an Berufsfeuerwachen abgeben. Einzelne Wehren verfügten dadurch über kein LHF mehr.

Symbolfoto: Michael Rüffer

Der Verband verweist auf den Jahresbericht 2025, nach dem die Berliner Feuerwehr insgesamt 192 Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge besitzt. Dennoch stünden derzeit nicht einmal 98 LHF einsatzbereit zur Verfügung. Für diese Zahl wären nach Berechnung des Verbands lediglich 52 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands erforderlich. Praktisch nutzbare Reservefahrzeuge gebe es nicht mehr.

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Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge übernehmen bei der Berliner Feuerwehr neben der Brandbekämpfung und Technischen Hilfeleistung auch Aufgaben bei Verkehrsunfällen. Zudem kommen sie nach Darstellung des Verbands bei medizinischen Notfällen zum Einsatz, wenn kein Rettungswagen rechtzeitig verfügbar ist.

Um Ausfälle bei der Berufsfeuerwehr auszugleichen, seien LHF von Freiwilligen Feuerwehren an Berufsfeuerwachen verlagert worden. Diese Praxis verschiebe die Engpässe lediglich innerhalb der Berliner Feuerwehr, kritisiert der Landesfeuerwehrverband (LFV). Von der angespannten Fahrzeuglage seien auch die Rettungswagen der Freiwilligen Feuerwehren Gatow und Frohnau betroffen.

Verband verweist auf kurze Ausrückezeiten

Nach Angaben des LFV rücken die Freiwilligen Feuerwehren in ihren Ausrückebereichen durchschnittlich innerhalb von vier Minuten aus. Bei größeren Einsätzen verstärken sie die Berufsfeuerwehr oder besetzen vorübergehend entblößte Berufsfeuerwachen. Darüber hinaus unterstützen sie den Rettungsdienst bei lebensbedrohlichen Notfällen.

Der Verband verweist außerdem auf den Anschlag am Breitscheidplatz und den Christopher Street Day. Bei beiden Einsatzlagen seien Freiwillige Feuerwehren die ersteintreffenden Einheiten gewesen. Mit Blick auf bevorstehende Großveranstaltungen wie Rave the Planet stellt der LFV infrage, ob das bisherige Sicherheitsniveau unter den aktuellen Bedingungen dauerhaft aufrechterhalten werden könne.

Zusätzliche Probleme könnten nach Einschätzung des Verbands während der Ferienzeit entstehen. Bei einer Unterbesetzung von Berufsfeuerwachen bestehe die Gefahr, dass dorthin verlegte Einsatzmittel nicht ausreichend besetzt werden könnten.

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LFV fordert neues Fuhrparkkonzept

Der LFV sieht die fehlenden einsatzbereiten Fahrzeuge als Folge struktureller Defizite. Er fordert eine grundlegende Überprüfung der organisatorischen Abläufe innerhalb der Berliner Feuerwehr. Neben langfristig geplanten Ersatzbeschaffungen seien ein abgestimmtes Unterhaltungs-, Wartungs- und Reparaturkonzept sowie ausreichende Fahrzeugreserven erforderlich.

„Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner darf nicht davon abhängen, ob innerhalb der Feuerwehr Fahrzeuge hin- und hergeschoben werden müssen. Die Freiwilligen Feuerwehren sind kein Lückenbüßer für strukturelle Defizite, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Gefahrenabwehr“, erklärt der LFV.

Ziel müsse ein Fuhrparkmanagement sein, das Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren dauerhaft mit einsatzbereiten Fahrzeugen ausstatte. Eine weitere Schwächung der Freiwilligen Feuerwehren gefährde nach Auffassung des Verbands letztlich die Sicherheit in der gesamten Stadt.

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