Calau (BB) – Im Kreis Oberspreewald-Lausitz sind Einbrecher am Sonntagmorgen, 13. September, in das Gerätehaus der FF Calau eingedrungen. Sie stahlen einen akkubetriebenen Rettungssatz und entleerten einen Pulverlöscher in der Fahrzeughalle. Noch am selben Tag stellte die Feuerwehr ihre notwendige Einsatzfähigkeit wieder her, während umliegende Wehren zwischenzeitlich den Brandschutz sicherstellten. Der Schaden wird auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt.
Nach der Aufnahme der Polizei waren Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren der Stadt Calau stundenlang damit beschäftigt, die Verunreinigungen des ausgeleerten Pulverfeuerlöschers zu entfernen. Die Arbeiten konnten aufgrund der Gesundheitsgefahr nur mit Vollschutz durchgeführt werden. Foto: Stadt Calau | Babenz
Der Einbruch ereignete sich am Sonntag gegen 6 Uhr in der Buckower Straße 1. Nach Angaben der Stadt schlugen die Täter eine Scheibe am Haupttor ein und gelangten so in die Fahrzeughalle. Dort durchsuchten sie die Einsatzfahrzeuge. Nach ersten Erkenntnissen gingen sie dabei gezielt vor.
Anzeige
Entwendet wurden eine akkubetriebene hydraulische Rettungsschere und ein akkubetriebener hydraulischer Spreizer. Die Wehr kommentiert dies auf ihrer Facebook-Seite mit den Worten: „Vielen Dank auch dafür, dass damit Ausrüstung fehlt, die im Einsatz darüber entscheiden kann, ob Menschen nach einem Verkehrsunfall schnell gerettet werden können. Im schlimmsten Fall hätte kurz nach dem Einbruch genau der Einsatz kommen können, bei dem wir dieses Material dringend gebraucht hätten. Dann wäre aus einem Diebstahl unmittelbar eine Gefährdung von Menschenleben geworden.“
Außerdem entleerten die Täter einen Pulverlöscher. Das Löschpulver verteilte sich über die gesamte Fahrzeughalle und drang in Fahrzeuge, Gerätschaften und technische Einrichtungen ein. Auch Einsatzbekleidung wurde kontaminiert. Die Feuerwehr weist darauf hin, dass sich das Pulver in kleinsten Zwischenräumen festsetzen und Technik sowie Gerätschaften nachhaltig schädigen kann.
Nachdem die Polizei ihre Aufnahme des Einbruchs abgeschlossen hatte, begann noch am Sonntagvormittag ein mehrstündiger Reinigungseinsatz. Gemeinsam mit unterstützenden Unternehmen räumten die Einsatzkräfte die Fahrzeughalle aus. Unter spezieller Schutzausrüstung wurden Tanklöschfahrzeug (TLF), Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) und der Teleskopmast (TLK) einer vollständigen Grundreinigung unterzogen. Dafür leerten die Einsatzkräfte sämtliche Geräteräume und reinigten Fahrzeuge sowie Gerätschaften innen und außen.
Während des Reinigungseinsatzes stellten umliegende Feuerwehren den Brandschutz sicher. Die Feuerwehr Calau konnte nach eigenen Angaben ihre notwendige Einsatzfähigkeit noch am selben Tag wiederherstellen. Die Aufarbeitung des Schadens ist damit jedoch nicht abgeschlossen. Fahrzeuge und technische Einrichtungen müssen noch durch Fachfirmen überprüft werden, zudem muss die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Kameradinnen und Kameraden gereinigt werden.
Durch diese eingeschlagene Scheibe gelangten die Täter ins Innere der Fahrzeughalle des Gerätehauses der Calauer Feuerwehr. Insgesamt geht man aktuell von einem Sachschaden im mittleren fünfstelligen Bereich aus. Foto: Stadt Calau | Babenz
Polizei bittet um sachdienliche Hinweise
Für die Ermittlungen werden Beobachtungen rund um den Tatzeitpunkt gesucht. Nach Angaben der Stadt befanden sich ein weißer Transporter und ein schwarzer Mercedes Kombi am Tatort. An beiden Fahrzeugen waren die Kennzeichen abmontiert. Die Täter kamen nach derzeitiger Einschätzung vermutlich aus Richtung Luckau und entfernten sich anschließend vermutlich über die Lübbenauer Straße.
Wer die Fahrzeuge im Umfeld des Gerätehauses gesehen, Beobachtungen beim Anbringen oder Entfernen der Kennzeichen gemacht oder andere Hinweise zum Einbruch hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise können auch anonym an die Stadtverwaltung Calau unter brandschutz@calau.de gerichtet werden.
Die FF fasst die Lage auf ihrer Facebookseite knapp zusammen: „Wir können wieder ausrücken. Der Schaden bleibt.“