PSA für den Innenangriff

Überhosen: Elf Tipps für die Beschaffung

Bremen – Die Redaktion des Feuerwehr-Magazins hat gemeinsam mit zehn Atemschutzgeräteträgern zehn Überhosen für den Innenangriff in der Praxis getestet. Dabei sind uns eine ganze Reihe von Punkten aufgefallen, die bei einer Beschaffung unbedingt beachtet werden sollten. Hier die wichtigsten elf Tipps:

1. Ein Ergebnis unseres großen Hosentestes: Es gibt nicht die Überhose, die für jeden Trägertyp gleich gut geeignet ist. Probiert also möglichst drei unterschiedliche Modelle (Minimum) bei Euch in den Wehren in der Praxis aus.

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Weil uns ein neutrales Urteil wichtig war, mussten die Tester die Hosen anfangs “blind” beurteilen. Foto: Hegemann

2. Nehmt Euch Zeit für die Tests. Einmal anprobieren, drei Schritte gehen, Atemschutzgerät auf und fertig reicht definitiv nicht aus.

Beim Leitersteigen und dem Einstieg ins Gebäude darf die Hose nur minimal verrutschen. Außerdem darf sie die Bewegungsfreiheit nicht zu stark einschränken. Foto: Hegemann

3. Wir empfehlen: Tragt die Testhosen auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit unterschiedlichen Außentemperaturen.

4, Extremen Einfluss auf die Tragequalität haben die Hosenträger. Die Gurte dürfen nicht zu breit und nicht zu schmal sein. Die Hosenträger müssen sich einfach auf verschiedene Körpergrößen einstellen lassen. Der Verstellmechanismus darf nicht drücken und auch unter Belastung nicht nachgeben oder sich öffnen. Achtet auch auf die Dicke der Polsterung. Das kann im Atemschutzeinsatz schnell sehr unbequem werden.

5. Gängig sind heutzutage Klettverschlüsse an Taschen, an der Fußweitenverstellung und am Hosenlatz/-schlitz. Die Klettfelder dürfen nicht zu klein sein, da sie sich ansonsten unter Belastung (beim Knien, Vorbeugen oder Klettern) öffnen können. Der Klett sollte außerdem gut halten. Hier gibt es große Unterschiede.

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6. Revisionsöffnungen sind ein Muss. Nur so kann die Feuerwehr Überhose einfach auf mögliche Schäden überprüft werden.

7. Eine Vielzahl an Taschen bietet ordentlich Stauraum. Aber wird der auch wirklich benötigt? Im Vorfeld der Beschaffung klären: Was muss und was könnte darin mitgeführt werden.

8. Kniende Tätigkeiten kommen bei der Feuerwehr häufiger vor als gedacht, gerade im Innenangriff. Deshalb sollte die Polsterung der Kniebereiche entsprechend gut sein. Entnehmbare Kniepolster bieten einige Vorteile (Wäsche, Austausch).

Beim Vorgehen im Seitenkriechgang werden die Knie der Feuerwehrleute extrem belastet. Hier schützt eine gute Polsterung. Foto: Hegemann

9. Perforierte Reflexstreifen erhöhen zwar die Atmungsaktivität, aber sie verschmutzen auch leicht.

10. Nach DIN EN 469:2006 zertifizierte Hosen der Kategorie 2 bieten einen höheren Schutz als der Kategorie 1.

11. Die Norm EN 469:2005 verlangt nicht ausdrücklich einen Beflammungstest auf einer Versuchspuppe. Die meisten Hersteller haben diese Tests aber machen lassen. Lasst Euch die Ergebnisse zeigen.

Folgende zehn Hosen haben wir getestet: die „A90 Max“ von Tesimax, die „Fireliner GT“ von Consultiv, die „Fire Max 3“ von Rosenbauer, die „Fire Wolf Pro“ von Vorndamme, die „Lion Kinetic“ von der LHD Group, die „Professional“ von Ziegler, die „Supreme Profi“ von Viking, die „Swisshunter“ von S-Gard, die „Tiger Plus Premium Fly“ von Deva (Genius) und die Fire Breaker Action „Xtreme light“ von Texport. Foto: Hegemann

In der September-Ausgabe 2017 des Feuerwehr-Magazins haben wir einen elfseitigen Bericht über den Hosentest abgedruckt. Darin erfahrt ihr, was die einzelnen Modelle auszeichnet und wie die einzelnen Feuerwehr Überhosen abgeschnitten haben. Soviel sei verraten: Nach Auswertung alle Kriterien hatte die Xtreme light von Texport knapp die Nase vorn. Auf den Plätzen landeten die Swisshunter von S-Gard sowie die Fire Max 3 von Rosenbauer und die Tiger Plus von Deva. Hier kann die Ausgabe ganz bequem bestellt werden.

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