Ganderkesee (NI) – Der Landkreis Oldenburg plant den Ausbau der Feuerwehrtechnischen Zentrale zu einem Gefahrenabwehrzentrum. Künftig sollen dort Feuerwehr, Zivil- und Bevölkerungsschutz sowie zentrale Verwaltungsaufgaben gebündelt werden. Ziel ist es, auf steigende Anforderungen und neue Krisenszenarien zu reagieren.
Landrat Dr. Christian Pundt mit dem Erstentwurf des geplanten GAZ (Bild: Kreisfeuerwehr Oldenburg)
Der Landkreis Oldenburg stellt den aktuellen Stand der Planungen für das neue Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) vor. Nach dem Ankauf zusätzlicher Flächen und ersten Konzeptarbeiten soll in Ganderkesee ein zentraler Standort für verschiedene Bereiche der Gefahrenabwehr entstehen.
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Hintergrund der Planungen sind nach Angaben des Landkreises deutlich gestiegene Anforderungen an Feuerwehr sowie Zivil- und Bevölkerungsschutz. Die bestehende Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) stößt demnach bereits an ihre räumlichen Grenzen. Künftig sollen deshalb neben der Kreisfeuerwehr auch das Amt 34 sowie weitere Funktionen des Zivilschutzes in einem gemeinsamen Konzept zusammengeführt werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung in Krisensituationen. Dazu gehören unter anderem gesicherte Arbeitsbereiche sowie Strukturen zur Aufrechterhaltung zentraler Versorgungsleistungen wie Strom- und Wasserversorgung und die Versorgung der Einsatzkräfte.
Auch übergeordnete Szenarien fließen in die Planungen ein. So berücksichtigt das Konzept nach Angaben des Landkreises unter anderem Anforderungen, die sich aus dem sogenannten „Operationsplan Deutschland“ ergeben. Dieser sieht vor, dass Deutschland im Krisenfall als logistischer Knotenpunkt für militärische Bewegungen fungiert.
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Das geplante Zentrum soll auf einer Fläche von rund vier Hektar entstehen. Die Investitionskosten werden mit bis zu 40 Millionen Euro beziffert. Ein wesentliches Ziel ist eine möglichst autarke Energieversorgung, um den Betrieb auch in Ausnahmelagen sicherzustellen.
Parallel zur Neuentwicklung bleibt die bestehende FTZ weiterhin in Nutzung. Vorgesehen ist, dort künftig unter anderem Ausbildung, Kreisjugendfeuerwehr, Fahrzeugreserven sowie Aufgaben des Bevölkerungsschutzes zu bündeln. Auch eine Einbindung weiterer Organisationen wie des Technischen Hilfswerks ist geplant.
Mit Blick auf die Ausbildung verwies Kreisbrandmeister Frank Hattendorf auf veränderte Rahmenbedingungen. Demnach werden Ausbildungsinhalte zunehmend auf Landkreisebene verlagert, wodurch der Bedarf an geeigneten Übungsflächen und Infrastruktur steigt. Bereits bestehende Einheiten wie die Technische Einsatzleitung (TEL) mit rund 40 speziell ausgebildeten Kräften sollen perspektivisch ebenfalls im neuen Zentrum untergebracht werden. Derzeit nutzt die TEL externe Räumlichkeiten.
Das Projekt entsteht in Abstimmung mit der Gemeinde Ganderkesee. Sofern die politischen Gremien zustimmen, könnte der Baubeginn im Jahr 2027 erfolgen. Die Fertigstellung ist noch vor Ende des Jahrzehnts vorgesehen.