Stromschlaggefahr bei vollgelaufenem Keller

Norden (NI) – Großes Glück hatten am Donnerstagabend Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Norden (Kreis Aurich), als sie einen vollgelaufenen Keller auspumpen sollten. Bei der Erkundung stellten sie fest, dass das Wasser unter Spannung stand. Erst nachdem der Energieversorger die Stromzufuhr unterbrach, konnte der Keller gefahrlos trocken gelegt werden.

Zunächst sah alles nach einem harmlosen Standardeinsatz aus. Im Keller eines Einfamilienhauses war die Wasseruhr durch den anhaltenden Frost geplatzt und der Keller geflutet worden. Fast eineinhalb Meter hoch stand das Leitungswasser. Die Heizungsanlage war bereits vollständig versunken. Die Feuerwehrleute schalteten die Sicherungen für den Keller aus und brachten im Garten eine leistungsstarke Schmutzwasserpumpe in Stellung.

Wegen des hohen Wasserstandes hatten die Kameraden jedoch den Verdacht, dass der Stromanschlusskasten im Keller sich bereits ebenfalls im Wasser befindet. Daher schauten sie auf dem Bauch liegend noch einmal gründlich nach und fanden dann tatsächlich den im Wasser eingetauchten Kasten.  Die Einsatzkräfte erkannten die lebensbedrohliche Gefahr und stellten ihre Arbeiten ein und forderten den Notdienst der zuständigen Stadtwerke an. Wie Recht die Helfer hatten, bewahrheitete sich wenig später. Aus dem Keller drang plötzlich dicker Wasserdampf.

Die Mitarbeiter  der Stadtwerke schieberten zunächst die Wasserversorgung ab. Um das Haus stromlos zu schalten, musste der Notdienst die Stromzufuhr gleich für mehrere Häuser in der Straße unterbrechen. Beim Abschalten bemerkte der Mitarbeiter des Energieversorgers eine extrem hohe Last, die über den Lasttrennschalter im Schaltkasten an einer Straßenkreuzung floss. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass das Wasser im Keller tatsächlich unter Strom stand. Der Hausanschluss im Keller hatte durch den Kurzschluss die Funktion eines Tauchsieders übernommen, daher auch der Wasserdampf. Nachdem die Spannungsfreiheit bestätigt wurde, konnte der Keller gefahrlos ausgepumpt werden. Als die Mitarbeiter der Stadtwerke die Schäden an den Hausanschlüssen behoben hatten, konnte der Strom für die Nachbarn wieder zugeschaltet werden. 

Im Juli 2009 starb im Kreis Ludwigsburg ein Feuerwehrmann als auch er einen Keller auspumpen wollte (wir berichteten). Durch einen Fehler in der Hausinstallation bekam er einen tödlichen Stromschlag. (Foto: Thomas Weege)

4 Kommentare zu “Stromschlaggefahr bei vollgelaufenem Keller”
  1. Hier kam der Strom noch von aussen, aber was ist wenn der Strom aus einer PV- Anlage vom Dach kommt und ins öffentliche Netz eingespeist wird? Die wenigten PV-Anlagenbesitzer haben eine Kurzschlussschaltung für ihre Platten auf dem Dach. So nütz das abschalten von den Energieversorgen wenn noch Strom vom Dach in den vollgelaufenen Keller kommt. Deshalb müstten a. Kurzschlussschalter für PV-Anlagen ( auch Nachrüsten ) vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden und b. an den Zugängen von Kellern ein Wanrschild angebracht werden. Ich bedauere den Einsatzleiter der vor dem Richter steht weil ein Kammerad zuschaden gekommen ist weil er die Gefahren nicht gesehen bzw erkant hatt

  2. Ist das eig so richtig wenn mann bei jemand den Keller lehr Pumpt dann mann den Strom nicht von diesen Haus nehmen darf sonder z.B. von ein Notstomer oder so .

    MFG Tim

  3. M. Gundlach

    Die Syna GmbH (Unternehmen der Süwag Energie AG) hat in Niederwalluf (bei Wiesbaden) im Überschwemmungsgebiet des Rheins im Rahmen der Umstellung von Freileitung auf Erdleitung Hausanschlussdkästen für elektrischen Strom – ohne Genehmigung oder auch nur Information der Grundstückseigentümer – in häufig durch Hochwasser voll laufenden Kellern installiert und weigert sich, dies (auf Kosten der Syna) zu ändern. Bis es hier zu einem Unglück kommt, ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. (Ein Rechtsvorgänger der Syna war übrig vor ca. 25 Jahren verantwortlich für ein Gasunglück in Niederwalluf mit zwei Toten und Millionenschaden.)

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