Auch so wurde die Bevölkerung einst gewarnt

Weißt du noch: die Sirenenanhänger

Bremen – Einst gab es rund 500 Stück von Ihnen in Westdeutschland: den Sirenenanhängern. Die genaue Bezeichnung lautetet Sirenen-Lautsprecher-Einachs-Anhänger, kurz SLEA. Heute sind noch rund 100 Stück in Museen oder bei privaten Sammlern in vollständigem technischem funktionsfähigem Zustand erhalten. 

Dieser SLEA 62 gehört einem privaten Sammler. Mit dem voll funktionsfähigen Sirenen-Lautsprecher-Einachs-Anhänger könnten noch Durchsagen gemacht werden. Foto: Sirenenfreunde

“Es gab zwei Bauformen des SLEA”, erklärt Sirenenexperte Florian Mikschy von den Sirenenfreunden Südpfalz. “Den von 1952 bis 1961 gebauten SLEA 52 sowie den von 1962 bis 1965 gefertigten SLEA 62.  Sirenenanhänger wurden in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland zum einen in der Übergangszeit bis zur fertigen Errichtung der stationären Sirenenanlagen, zum anderen in zersiedelten Gebieten, in denen ein Sirenennetz nicht effektiv aufgebaut werden konnte, genutzt. Aufgebaut wurden die SLEA 52 und 62 jeweils auf Anhängern von Westfalia mit drei Türen.

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Ob es sich um einen SLEA 52 oder 62 handelt, wird beim Blick auf die Vorderseite deutlich. Da die SLEA 52 im Inneren Probleme mit der Wärme hatten, bekam der SLEA 62 an der Vorderseite einen Zuluftventilator verpasst. Der bis dahin verwendete innere Abluftventilator entfiel. An der Rückseite wurde ein zusätzliches, angewinkeltes Sichtfenster eingebaut. So konnten die Anzeigeinstrumente am Stromgenerator auch bei geschlossener Tür abgelesen werden.

Rund 100 Sirenenanhänger existieren heute noch. Foto: Sirenenfreunde

In den Anhängern befanden sich ein Steuerschrank und ein 2-Takt-Stromaggregat mit 5-kW-Drehstrom. Über ein kabelgebundenes Fernbediengerät konnte das Aggregat gestartet werden, die Sirene in der Mitte bedient werden und über ein Handmikrophon sogar Durchsagen über die Lautsprecher gemacht werden. Somit konnte der Sirenenanhänger auch während der Fahrt betrieben werden. Außerdem konnte er stationär zur Notstromversorgung genutzt werden. Im Stationärbetrieb ließ sich Anhänger über das Ortsnetz speisen.

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