Millionenschaden durch Brand

Unterensinger Feuerwehr verliert ihr Feuerwehrhaus

Unterensingen (BW) – Ein Feuer hat am Montagabend das Feuerwehrhaus der Feuerwehr Unterensingen, Kreis Esslingen, zerstört. Mehrere Einsatzfahrzeuge, ein Feuerwehrboot, Ausrüstung und Einsatzkleidung gingen verloren. Rund 140 Einsatzkräfte aus dem Kreis verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa zehn Millionen Euro.

Die Feuerwehr öffnete das Dach des Gerätehauses und setzte zur Brandbekämpfung insgesamt neun Löschrohre ein. Trotz des Großeinsatzes mit rund 140 Kräften wurde das Feuerwehrhaus der Feuerwehr Unterensingen samt Fahrzeugen und Ausrüstung zerstört. (Bild: 7aktuell.de | Hald)

Was zunächst als Brandmeldealarm begann, entwickelte sich innerhalb weniger Minuten zu einem außergewöhnlichen Einsatz. Kurz nach 18:30 Uhr wurde die Feuerwehr Unterensingen in ihr eigenes Gerätehaus alarmiert. Bereits auf der Anfahrt erkannte Kommandant Jens Entzminger die Schwere der Lage und ließ weitere Kräfte nachfordern.

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Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte kam es zu Explosionen im Gebäude. Da ein Innenangriff zunächst nicht möglich war, richteten die Feuerwehrleute umgehend eine Riegelstellung ein, um benachbarte Gebäude zu schützen. Zwei Personen aus einem angrenzenden Getränkemarkt wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Im weiteren Verlauf übernahm Kreisbrandmeister Guido Kenner die Einsatzleitung. Zur Brandbekämpfung öffneten Einsatzkräfte das Dach des Gebäudes mit zwei Drehleitern. Insgesamt kamen neun Löschrohre zum Einsatz, darunter zwei über die Hubrettungsfahrzeuge. Die Löschwasserversorgung stellten die Feuerwehren über drei Tragkraftspritzen vom nahegelegenen Neckar sicher. Zusätzlich unterstützte die Polizei die Einsatzleitung mit einer Drohneneinheit.

Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig. Nach Angaben der Feuerwehr befand sich auf dem Dach eine Photovoltaikanlage. Um Glutnester erreichen zu können, mussten Einsatzkräfte die Dachhaut öffnen. Weil Teile der Konstruktion einsturzgefährdet waren, trug ein Bagger das Dach noch während der Nacht teilweise ab.

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Trotz der massiven Brandentwicklung verhinderten die Einsatzkräfte größere Schäden an umliegenden Gebäuden. Verletzt wurde niemand. Das Feuerwehrhaus mit fünf Fahrzeugboxen wurde jedoch ebenso zerstört wie mehrere Fahrzeuge, darunter zwei Löschfahrzeuge, ein Gerätewagen Logistik, ein Mannschaftstransportwagen und ein erst wenige Monate altes Mittleres Löschfahrzeug. Laut Polizei gingen außerdem ein Feuerwehrboot, ein Gabelstapler sowie zahlreiche Ausrüstungsgegenstände verloren. Auch das Inventar und große Teile der Einsatzkleidung wurden vernichtet.

Rund 140 Feuerwehrangehörige aus Wernau, Oberboihingen, Köngen, Wendlingen, Kirchheim unter Teck, Nürtingen und weiteren Kommunen waren mit 22 Fahrzeugen im Einsatz. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützte die Maßnahmen mit fünf Fahrzeugen und etwa 30 Kräften, darunter Einheiten der psychosozialen Notfallversorgung. Für die Bevölkerung wurde wegen der starken Rauchentwicklung über die Warn-App Nina eine Warnung herausgegeben, die in der Nacht wieder aufgehoben werden konnte.

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Für die Angehörigen der Feuerwehr Unterensingen hatte der Einsatz eine besondere Dimension. Während die Löscharbeiten liefen, mussten sie mit ansehen, wie ihr Feuerwehrhaus, ihre Fahrzeuge und ihre Ausrüstung zerstört wurden. Kreisfeuerwehrsprecher Carsten Zander sprach von einer außergewöhnlichen und emotional belastenden Lage.

Noch während der Löscharbeiten kündigte Landrat Marcel Musolf Unterstützung für die Gemeinde an. Gemeinsam mit dem Kreis und den umliegenden Feuerwehren sollen kurzfristig Lösungen erarbeitet werden, um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Unterensingen wiederherzustellen. Die Brandursache ist bislang ungeklärt. Die Polizei ermittelt.

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