Absam (Österreich) – Wie können Drohnen Feuerwehren bei Strahlenschutzeinsätzen unterstützen? Dieser Frage gingen Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Innsbruck und des Bezirks-Strahlenschutztrupps Innsbruck-Land bei einem Feldversuch in Tirol nach. Ziel ist es, radiologische Gefahrenbereiche schneller zu erkunden und die Belastung für Einsatzkräfte zu reduzieren.
Im Übungsszenario suchten die Einsatzkräfte nach mehreren radioaktiven Strahlenquellen, die auf einem Industriegelände verloren gegangen sein sollten. Dabei verglichen sie klassische Spürmaßnahmen mit der drohnengestützten Lageerkundung. (Bild: Benedikt Junker)
Im Rahmen eines Feldversuchs erprobten die Beteiligten am 23. Mai 2026 in der Kiesgrube Absam das Projekt „Tares I“ (Tactical Aerial Radiological Evaluation System). Dabei untersuchten sie, wie sich unbemannte Luftfahrzeuge in die radiologische Lageerkundung bei Feuerwehreinsätzen integrieren lassen.
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Das Übungsszenario simulierte den Verlust mehrerer radioaktiver Strahlenquellen nach dem Überflug eines Transportflugzeugs über ein Industriegelände. Die Einsatzkräfte führten sowohl klassische bodengebundene Spürmaßnahmen als auch drohnengestützte Vorerkundungen durch und verglichen die Ergebnisse.
Zum Einsatz kam eine DJI Matrice 300 RTK der BF Innsbruck. Ausgerüstet mit spezieller Messtechnik zur Gamma-Spektrometrie ermögliche das System empfindliche Messungen im nSv/h-Bereich sowie die schnelle Erkundung größerer Flächen aus der Luft. Bereits im Vorfeld des Feldversuchs hatten die Projektverantwortlichen mehrere Testungen mit dem System durchgeführt.
PDF-Download: Download: Drohnen für Feuerwehreinsätze
Der Markt für Drohnen für den Feuerwehr-Einsatz entwickelt sich rasant weiter. Wir stellen die neusten Entwicklungen, Technologien und Projekte vor. Außerdem findet Ihr in einer Marktübersicht sieben aktuelle Einsatz-Drohnen verschiedener Hersteller und Anbieter.
Nach Angaben der Verfasser der wissenschaftlichen Arbeit steht nicht der Ersatz von Strahlenschutztrupps im Mittelpunkt. Vielmehr soll untersucht werden, unter welchen Voraussetzungen Drohnen der Einsatzleitung frühzeitig verwertbare Informationen liefern können und dadurch Sicherheit, Zeitgewinn sowie Einsatzplanung verbessern.
Die wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit wird von Oberfeuerwehrmann (OFM) Elias Knauseder BSc von der Freiwilligen Feuerwehr Hall in Tirol und Oberfeuerwehrmann Markus Siber von der Berufsfeuerwehr Innsbruck im Rahmen des Strahlenschutz-Leistungsbewerbs Gold der Seibersdorf Academy erstellt.
Bild: Benedikt Junker
OFM Elias Knauseder von der Freiwilligen Feuerwehr Hall in Tirol (links) und OFM Markus Siber von der Berufsfeuerwehr Innsbruck erarbeiten die wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit zum Thema Drohnen im Strahlenschutzeinsatz.
Bild: Elias Haberfellner
Im Rahmen des Feldversuchs führten Einsatzkräfte neben der luftgestützten Erkundung auch bodengebundene Mess- und Suchmaßnahmen durch. Die Ergebnisse beider Verfahren wurden miteinander verglichen.
Bild: Elias Haberfellner
Bei einem öffentlichen Präsentationsteil stellten die Projektverantwortlichen den aktuellen Stand ihrer wissenschaftlichen Arbeit sowie erste Erkenntnisse aus dem Feldversuch vor.
An dem Feldversuch nahmen mehr als 50 Personen teil, darunter Feuerwehrangehörige, Vertreter wissenschaftlicher Einrichtungen, Behörden und Sicherheitsorganisationen. Im Rahmen eines öffentlichen Präsentationsteils stellten die Projektverantwortlichen außerdem den aktuellen Stand ihrer wissenschaftlichen Arbeit sowie erste Erkenntnisse aus dem Feldversuch vor.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun ausgewertet und fließen in die weitere wissenschaftliche Ausarbeitung ein. Diese soll durch Fachgespräche, Interviews mit Einsatzorganisationen und Experten sowie die Auswertung technischer und taktischer Erfahrungen ergänzt werden.
Ziel sind konkrete Handlungsempfehlungen für künftige Strahlenschutzeinsätze sowie den möglichen Einsatz drohnengestützter Systeme im Feuerwehrwesen. Nach Abschluss soll die Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des Strahlenschutz-Leistungsbewerbs Gold bei der Seibersdorf Academy eingereicht werden.