Berlin – Wer aus dem Berufsleben ausscheidet, bringt oft Jahrzehnte an Erfahrung mit. Und plötzlich auch Zeit. Das Bundesinnenministerium will dieses Potenzial gezielt für den Bevölkerungsschutz erschließen und schreibt dafür einen Sonderpreis der „Helfenden Hand“ aus.
Mit einem Sonderpreis der „Helfenden Hand“ 2026 zeichnet das Bundesinnenministerium Projekte aus, die Menschen nach dem Berufsleben für den ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz gewinnen. Bewerbungen sind bis zum 30. Juni möglich. (Bild: BBK)
Feuerwehren und andere Organisationen des Bevölkerungsschutzes können sich noch bis zum 30. Juni 2026 um den Sonderpreis bewerben. Das Bundesinnenministerium (BMI) stellt dafür 9.000 Euro Preisgeld bereit. Bewerben können sich neben Organisationen auch Ehrenamtliche, Unternehmen und Einzelpersonen.
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Gesucht werden Projekte, die Menschen nach dem Berufsleben gezielt ansprechen und sinnvoll in den Ehrenamtsbetrieb einbinden. Der Preis soll Vorbilder sichtbar machen, an denen sich andere Träger und Organisationen orientieren können. Hintergrund ist die demografische Entwicklung: Eine älter werdende Gesellschaft stellt den Bevölkerungsschutz vor Herausforderungen, bietet aber zugleich ein wachsendes Reservoir an Menschen, die ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen wollen oder können.
Das BMI betont dabei ausdrücklich: Engagement in Blaulichtorganisationen setzt nicht zwingend körperliche Hochleistung voraus. Bereiche wie Ausbildung, Logistik, Verwaltung, Einsatznachsorge oder Brandschutzerziehung bieten konkrete Einstiegsmöglichkeiten für Ältere und profitieren unmittelbar von deren Erfahrungsschatz.
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Für Feuerwehren ist das Thema vertraut: Auf der einen Seite fehlen vielerorts aktive Kräfte, auf der anderen scheiden erfahrene Mitglieder mit dem Renteneintritt häufig auch aus operativen Funktionen aus. Konzepte, die dieses Wissen im System halten, könnten deshalb weit über einzelne Projekte hinaus wirken.
Jury-Vorsitzender Dr. Tobias Plate, Referatsleiter im BMI, benennt das Ziel: „Eine älter werdende Gesellschaft ist auf mehr mitmenschliches Engagement angewiesen – kann aber auch auf ein größeres Potenzial kompetenter und motivierter Ehrenamtler zurückgreifen. Wir suchen Projekte, die diese Chance nutzen.“ Zugleich helfe man, ältere Menschen besser in den ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz zu integrieren.
Bewerbungen sind bis zum 30. Juni 2026 unter www.helfende-hand-foerderpreis.de möglich. Die „Helfende Hand“ zeichnet jährlich die besten Ideen und Konzepte aus dem ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz aus.