Überwiegend positive Erfahrungen

Gemeinde stellt von Diesel auf HVO-100 um

Saalfelden (Österreich) – Die Stadtgemeinde Saalfelden im Pinzgau hat ihren gesamten kommunalen Fuhrpark auf den alternativen Kraftstoff HVO-100 umgestellt – darunter auch Einsatzfahrzeuge und Aggregate der Freiwilligen Feuerwehr. Die Verantwortlichen berichten überwiegend von positiven Erfahrungen: keine Einbußen bei Leistung oder Verbrauch, dafür Vorteile bei Wartung, Lagerung und Emissionen.

In Saalfelden stellt die Gemeinde ihre Fahrzeuge, darunter auch die der Feuerwehr, auf den alternativen Kraftstoff HVO-100 um. (Bild: Stadtgemeinde Saalfelden)

70 Fahrzeuge der Stadtgemeinde Saalfelden tanken keinen herkömmlichen Diesel mehr. Neben den Maschinen und Fahrzeugen des städtischen Wirtschaftshofs werden nach Angaben der Stadtgemeinde auch Einsatzfahrzeuge und Aggregate der Freiwilligen Feuerwehr mit HVO-100 versorgt. Der Kraftstoff kommt aus einer eigenen kommunalen Tankstelle mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Litern. HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oil”, ein synthetischer Kraftstoff, der aus biologischen Reststoffen wie gebrauchten Speiseölen und Tierfetten hergestellt wird.

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Nach ersten Erfahrungen im laufenden Betrieb berichten die Verantwortlichen von keinen Unterschieden bei Leistung oder Verbrauch. Feuerwehrchef Thomas Schreder schilderte gegenüber dem Radiosender Ö3 konkrete Vorteile: Motoren ließen sich leichter starten, liefen ruhiger und bildeten deutlich weniger Ablagerungen. Das wirke sich auch auf die Wartung aus. Rückstände im Tank und im Kraftstoffsystem entfielen, sodass sich der Reinigungsaufwand an der kommunalen Tankstelle reduziere.

Schreder berichtete außerdem, dass sich HVO-100 einfacher bevorraten lasse und Reservekanister bereits befüllt seien – ein Vorteil im Hinblick auf Einsatzlagen wie einen Stromausfall, bei dem eine gesicherte Kraftstoffversorgung entscheidend sein kann. Fuhrparkleiter Thomas Grill nannte einen weiteren Pluspunkt: Der Kraftstoff sei deutlich geruchsärmer als mineralischer Diesel.

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Die Umstellung hat ihren Preis: HVO-100 kostet nach Angaben von Wirtschaftshofleiter Daniel Trixl gegenüber Ö3 rund 15 bis 20 Prozent mehr als herkömmlicher Diesel. Die Kommune nimmt diesen Aufpreis bewusst in Kauf – auch weil sie auf der anderen Seite sinkende Wartungskosten erwartet. Bei den CO₂-Emissionen erwartet die Stadt Einsparungen von bis zu 90 Prozent.


Wichtig ist die Abgrenzung: HVO-100 ist kein gewöhnliches Pflanzenöl. Rohes Speise- oder Salatöl ist für moderne Dieselmotoren ungeeignet – es kann Einspritzpumpen und -düsen beschädigen, Ablagerungen in Leitungen verursachen und im schlechtesten Fall zu Motorschäden führen.

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