Gangelt (NW) – Die Großübung „EMREX“ hat am Samstag, 21. März, auf der K13 bei Gangelt stattgefunden. Rund 630 Einsatzkräfte und 65 Verletztendarsteller probten dort die Zusammenarbeit bei einem grenzüberschreitenden Massenanfall von Verletzten – mit digitalem Lagebild und Klinikabfrage in der Euregio.
Ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Gefahrgut-Sattelzug, einem Bus und mehreren Autos auf der Ortsumgehung Gangelt (K13) bildete das Ausgangsszenario der grenzüberschreitenden Großübung „EMREX“. (Bild: Kreis Heinsberg)
Aus der angekündigten Realübung ist am Samstag ein groß angelegter Praxistest für den Katastrophenschutz im Grenzraum geworden. Auf der Ortsumgehung Gangelt wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit vielen Verletzten simuliert. Daran beteiligt waren nach Angaben der Feuerwehr Kräfte aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien.
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Im Mittelpunkt stand nicht nur die Versorgung der Verletzten. Getestet wurden vor allem die Abläufe zwischen den verschiedenen nationalen Systemen im EMRIC-Verbund. Dazu zählten Kommunikation, Koordination und die Abstimmung der Rettungsketten unter realitätsnahen Bedingungen.
Bei der Übung kam im Kreis Heinsberg erstmals die digitale Einsatzunterstützung „rescueTABLET“ flächendeckend zum Einsatz. Das System sollte ein organisationsübergreifendes Echtzeit-Lagebild zwischen Einsatzstelle und Leitstelle ermöglichen. Ebenfalls in die Übungsabläufe eingebunden war das „Eumed Hospital“-Konzept zur Abfrage freier Bettenkapazitäten in Krankenhäusern der Euregio.
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Die Alarmierung wurde um 8:22 Uhr über die Leitstelle des Kreises Heinsberg ausgelöst. Vor Ort verfolgte Landrat Stephan Pusch das Geschehen. Die Vorbereitung der Übung hatte mehr als ein Jahr gedauert und lag federführend bei Günter Paulzen von der Feuerwehr Gangelt.
Für die Vollsperrung der K13 dankte Bürgermeister Guido Willems den Anwohnern in Gangelt, Vinteln, Hastenrath und Breberen. Parallel zur Übung blieb der reguläre Brandschutz und die Notfallversorgung in der Region nach Angaben der Feuerwehr durch die örtlichen Einheiten sichergestellt.
Zahlreiche Einsatzkräfte aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien versorgen bei der Großübung Verletzte des simulierten Massenunfalls. (Bild: Kreis Heinsberg)
Um die Belastungen eines solchen Einsatzes möglichst realistisch abzubilden, war auch die Psychosoziale Notfallversorgung eingebunden. Die Ergebnisse von „EMREX“ sollen nun in den kommenden Wochen ausgewertet werden. Ziel ist es, die grenzüberschreitenden Protokolle für den Ernstfall weiter zu verbessern.