Koblenz (RP) – Nach einem Meteoritenüberflug über Rheinland-Pfalz ist am Sonntagabend ein Bruchstück in ein Wohnhaus im Koblenzer Stadtteil Güls eingeschlagen. Die Bewohner blieben unverletzt. Das Ereignis löste auch andernorts Feuerwehreinsätze aus, unter anderem im Raum Stade (NI), wo die Einsatzkräfte zunächst einen Flugzeugabsturz vermuteten.
Das mutmaßliche Meteoritenbruchstück nach der Sicherstellung in Koblenz-Güls: Es soll zuvor das Dach eines Wohnhauses durchschlagen haben. (Bild: 5VISION.NEWS)
Um 19:06 Uhr meldete die Polizei der Koblenzer Berufsfeuerwehr, dass ein unbekanntes Objekt in das Dach eines Wohnhauses in Güls eingeschlagen sei. Vor Ort stellten die Kräfte ein fußballgroßes Loch im Dach fest. Nach Angaben von Einsatzleiter Benjamin Marx war das Objekt in ein Schlafzimmer eingedrungen. Der Raum war zum Zeitpunkt des Einschlags nicht besetzt, obwohl sich Bewohner im Gebäude aufhielten.
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Die Feuerwehr erkundete die Lage, überprüfte das Gebäude auf Personenschäden und führte anschließend mehrere Messungen durch, darunter Kontrollen auf chemische und nukleare Risiken. Zusätzlich kam ein Messwagen des Katastrophenschutzes zum Einsatz. Eine Gefährdung für die Bewohner konnte nicht festgestellt werden, weshalb der Einsatz daraufhin beendet wurde. Insgesamt waren 25 Kräfte vor Ort.
Nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz zog der Meteor am Abend über weite Teile von Rheinland-Pfalz. Gegen 19:15 Uhr erreichten Bruchstücke die Erde. Der Überflug war weithin wahrnehmbar und führte vor allem im Norden des Landes zu einem erhöhten Notrufaufkommen in den Integrierten Leitstellen, das im weiteren Verlauf wieder zurückging. Vereinzelt wurden weitere Schäden registriert, Personenschäden sind zunächst nicht bekannt. Einen Zusammenhang mit militärischer Aktivität schloss das Landesamt aus.
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Auch in Niedersachsen beschäftigte die Himmelserscheinung die Einsatzkräfte. Im Stader Ortsteil Wiepenkathen meldeten Anwohner kurz nach 19 Uhr ein brennendes Objekt am Himmel und befürchteten den Absturz eines Kleinflugzeugs. Mehrere Feuerwehren und die Polizei suchten daraufhin das Gebiet um die vermutete Absturzstelle ab. Sie waren zu Fuß, mit Fahrzeugen und mit Unterstützung eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera im Einsatz. Da ein Niedergang im Bereich der Schwinge zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden weitere Kräfte nachalarmiert.
Hinweise auf ein vermisstes Flugzeug gab es nicht. Während des Einsatzes gingen laut Feuerwehrsprecher Stefan Braun Rückmeldungen aus weiteren Leitstellen ein, die ähnliche Beobachtungen meldeten. Eine Absturzstelle im Raum Stade konnten die Einsatzkräfte jedoch nicht finden.