Donnerstag, 8. Dezember 2016

Trotz Krankschreibung zum Feuerwehreinsatz?

2. März 2015 von  

Darf ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr trotz Krankschreibung zum Feuerwehreinsatz ausrücken? Ist eine vom Arzt attestierte Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich eine Verpflichtung, vom Feuerwehrdienst fernzubleiben? Sind Ausnahmen denkbar? Das kompakte eDossier „Krank zum Einsatz“ beleuchtet das Thema.

Die Krankschreibung eines Arbeitnehmers bedeutet, dass er aus gesundheitlichen Gründen zur Ausübung seiner arbeitsvertraglich geschuldeten Tätigkeit nicht in der Lage ist. Übt der krankgeschriebene Arbeitnehmer während dieser Zeit eine andere Arbeit, Tätigkeit oder Freizeitaktivität aus, die mit seiner Arbeitsunfähigkeit nicht zu vereinbaren ist, dann ist dies ein Indiz dafür, dass der Arbeitnehmer nicht wirklich arbeitsunfähig ist. Außerdem verzögert er dadurch möglicherweise seine Genesung.

In beiden Fällen steht die Möglichkeit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber im Raum. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mit Urteil vom 26. August 1993 (Aktenzeichen: 2 AZR 154/93) anerkannt, dass diverse Tätigkeiten oder Freizeitaktivitäten den Schluss erlauben können, die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sei mit unlauteren Mitteln erschlichen. Ist in derartigen Fällen der Beweiswert des ärztlichen Attestes erschüttert oder entkräftet, so hat der Arbeitnehmer konkret darzulegen, weshalb er krankheitsbedingt fehlte, aber trotzdem einer anderen Tätigkeit nachgehen konnte. Gelingt ihm das nicht, kann…

Weiterlesen? Hier klicken, um das eDossier „Krank zum Einsatz“ herunterzuladen!

feuerwehreinsatz-krankschreibung

Kommentare

1 Kommentar zu “Trotz Krankschreibung zum Feuerwehreinsatz?”
  1. AK sagt:

    Wenn ich krank bin bin ich krank. Wer nicht sich nicht in der Lage sieht, arbeiten zu gehen, dann hat derjenige im Einsatz erst recht nichts verloren. Einsatz bedeutet in der Regel auch Streß. Das wiederum beansprucht den schon ohnehin gestreßten Körper umso mehr. Dies ist der Genesung nicht gerade förderlich.

    Es spricht sicherlich nichts dagegen, mal seine Kameraden bei einer Übung zu besuchen, z. B. im Rahmen eines Spazierganges, aber bei Einsätzen sollte man zuhause bleiben und sich schonen. Auch in der Fernmeldezentrale hat man dann nichts zu suchen.

    Wer einen „gelben Schein“ bekommen hat, wurde im Normalfall (sofern man nicht einen der bestimmten gerne krankschreibenden Ärzte kennt) auch untersucht und der ausstellende Arzt hat was gefunden oder überweist an einen Facharzt, chreibt den Betreffenden vorsichtshalber krank. Wie paßt das dann zusammen, dass man u. U. quasi beim Arzt aus der Tür kommt und dann der Piepser geht und sich der eben noch schwer Kranke einer plötzlichen Wundergenesung erfreut und alsbald in voller Montur im Einsatzfahrzeug sitzt. Ich jedenfalls, wenn ich der Meinung war, aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten gehen zu können und meine Hausärztin mich krankschreibt, gehe auf direktem Wege heim und halte mich ruhig. Das sollten andere auch machen. Man bringt nicht nur sich in gefahr, sondern auch andere und seinen Gruppenführer zumindest moralisch in Bedrängnis. Was ist, wenn sich im Einsatz jemand zusätzlich verletzt und die Krankenkasse bzw. die Unfallkasse aus der Verwntwortung ziehen und der Betreffende sämtliche Kosten selber tragen „darf“?

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