Samstag, 10. Dezember 2016

IFA bei der Feuerwehr

Die Standardfahrzeuge der Feuerwehr in der DDR baute die Feuerlöschgeräteindustrie vorrangig auf einheimischen Fahrgestellen aus dem IFA-Kombinat auf. Trotz starker Vereinheitlichung bei den Feuerwehren war das Spektrum der Einsatzfahrzeuge sehr vielfältig. Dieses eDossier stellt alle wichtigen Fahrzeugtypen der DDR-Feuerwehr vor.

Von Beginn an zentral beschafft und zugeteilt, bei den Fahrgestellen und Aufbauten auf wenige Typen beschränkt, so lautet die landläufige Meinung zum Thema Feuerwehrfahrzeuge in der DDR. Mit dem zeitlichen Abstand von 25 Jahren nach der Wiedervereinigung zeigt sich, dass die Auswahl der Einsatzfahrzeuge etwas breiter gefächert war, als gemeinhin angenommen. Aber nahezu in Monopolstellung wurden die Fahrzeuge durch den Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) gefertigt – fast 45 Jahre lang.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 herrschte auch in der technischen Ausrüstung der Feuerwehren und der Feuerlöschgeräteindustrie ein Chaos. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und späteren DDR wurde der Neubeginn zudem durch Demontagen und Reparationen belastet. Nach der Teilung Deutschlands verblieben dort nur drei namhafte Feuerlöschgerätehersteller: Fischer in Görlitz (SN), Flader in Jöhstadt (SN) und Koebe in Luckenwalde (BB). Neben Demontage, Enteignung und Überführung in die Volkseigenen Betriebe (VEB) verhinderten fehlende Rohstoffe und vor allem fehlende Fahrgestelle die Produktion neuer Feuerwehrfahrzeuge.

So galt es erstmal, alte Fahrzeuge zu reparieren, umzubauen und mit neuen Aufbauten zu versehen. Ende der 1940er Jahre wurden dann wieder einige Löschfahrzeuge (LF) neu gefertigt. Ab 1949 nach der Wiederaufnahme der Fahrzeugproduktion im Phänomen-Werk in Zittau entstanden Einsatzmittel nach dem Vorbild des Leichten Löschgruppenfahrzeuges (LLG). Als Fahrgestell dienten Granit 1500 oder Granit 27. Für die Sowjetarmee und die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut wurden die ersten LF 15 und Tanklöschfahrzeuge (TLF) 15 in Jöhstadt und Luckenwalde auf den russischen Lkw-Fahrgestellen ZIS 150 und Gaz 51 aufgebaut.

Nach dem Krieg waren die Feuerwehren kurzzeitig kommunal organisiert. Ende der 1940er Jahre wurde der Brandschutz zentralisiert. Die Hauptabteilung Feuerwehr (HAF) im Ministerium des Innern (MdI) bestimmte fortan Entwicklung, Bau und Zuteilung von Feuerwehrfahrzeugen. Anfang der 1950er Jahre entstand in der DDR eine eigene Fahrzeugindustrie. Mit Einführung der Normung 1953 war der Weg für eine Typenbereinigung geebnet. Das kam der Ausbildung zugute. Im Werk in Görlitz wurden nur noch Kleinlöschfahrzeuge (KLF) und LF 8 sowie Anhänger hergestellt. In Jöhstadt konzentrierte sich die TLF-Produktion und Luckenwalde zeichnete für die mittleren Lösch- und Sonderfahrzeuge verantwortlich. Dieser Konzentrationsprozess fand 1965 mit dem Wechsel der TLF-Produktion von Jöhstadt nach Luckenwalde seinen Abschluss.

Jöhstadt blieb die Herstellung aller Feuerlöschpumpen und Tragkraftspritzen. Die drei Feuerlöschgerätewerke waren im Rahmen des planwirtschaftlichen Wirtschaftssystems zudem unterschiedlichen Industrievereinigungen und Kombinatsbetrieben zugeordnet. Dort spielten die Belange der Feuerlöschgerätebauer eine untergeordnete Rolle. In der Feuerwehrfahrzeug-Produktion musste improvisiert werden. Weitere Probleme: Die Auswahl der in der DDR hergestellten Fahrgestelle war nicht sehr groß. Außerdem wurden nicht ausreichend Fahrgestelle für den Aufbau von Einsatzfahrzeugen bereitgestellt.

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IFA bei der Feuerwehr: eDossier "Die IFA-Story".

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