Schneesturm führt zu Katastrophenalarm

Rostock – Während es am Samstag noch so aussah, als ob Schneesturm “Daisy” Deutschland von schlimmeren Folgen verschonen würde, spitzte sich die Lage im Nordosten in der Nacht zu Sonntag dramatisch zu. In Schleswig-Holstein und Meckenburg-Vorpommern haben meterhohe Schneeverwehungen Verkehrswege blockiert. Einige Ortschaften sind buchstäblich von der Außenwelt abgeschlossen. Der Landkreis Ostpommern hat den Katastrophenfall erklärt.

Hier einige Auszüge aus den Pressemitteilungen von Polizei und Feuerwehr – unterstützen Sie uns und melden Sie weitere Ereignisse per Kommentarfunktion (am Ende des Artikels) – gerne auch mit Direktlink auf Ihre Feuerwehr-Website!

  • Ratingen (NW): Die Feuerwehr Ratingen hatte einen Lagedienst eingerichtet. Durch den Lagedienst wurden Informationen über die aktuelle Verkehrssituation eingeholt, um bei Notfalleinsätzen den Rettungsdienst bzw. bei Einsätzen der Feuerwehr die Einsatzkräfte gezielt und schnell zum Einsatzort zu dirigieren. Die Feuerwehr stand im ständigen Kontakt mit der Polizei und den Straßenbaulastträgern. Verkehrsteilnehmer hatten die Feuerwehr am Samstag um 9.15 Uhr um Hilfe gebeten, da sie auf dem Breckhauser Weg in Schneeverwehungen stecken geblieben waren.
  • Kreis Rendsburg-Eckernförde (SH):  Aufgrund der Witterungslage kommt es im Kreis Rendsburg-Eckernförde zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, zeitweise kommt der Verkehr aufgrund von Schneeverwehungen zum Erliegen. Besonders betroffen sind dabei die Landesteile Schwansen und Dänischer Wohld sowie die Stadt Eckernförde. Hier ist der Wasserstand derart angestiegen, dass die Bootsbesitzer um die Sicherheit ihrer Schiffe fürchten. Insgesamt meldeten sich im Laufe der Vormittagsstunden ca. 80 Verkehrsteilnehmer, die in Schneewehen feststecken. Zu dem kam es immer wieder zu kleineren Unfällen, bei denen die Fahrzeuge von der Straße abkamen, die Insassen aber nicht oder nur leicht verletzt wurden. Ein besonders schwerer Verkehrsunfall ereignet sich auf der L 328. Dort geriet ein Wohnmobil ins Rutschen und überschlug sich. Während der sich der Fahrzeugführer selbst befreien konnte, musste der Sohn, der ebenfalls angeschnallt war, von der Feuerwehr aus dem Fahrzeuge befreit werden.
  • Rügen/Fehmarn (MV/SH): Auf den Inseln kam der Verkehr völlig zum Erliegen. Auf der B 96 blieb ein Tanklöschfahrzeug beim Einsatz in einer Schneewehe stecken. Auf Fehmarn drohte zudem während einer Sturmflut ein Deich zu brechen.
  •  Schwerin (MV): In verschiedenen Orten in Mecklenburg-Vorpommern fiel der Strom aus. Auf der A 20 blieben mehrere Fahrzeuge in Schneeverwehungen stecken. Fahrzeuge blieben stecken, der Verkehr kam zum Erliegen. Bagger und Radlader kamen zum Einsatz.
Bei diesem Unfall starb bei Stadthagen eine 25-Jährige. Foto: Polizei
Bei diesem Unfall starb bei Stadthagen eine 25-Jährige. Foto: Polizei
  • Kreis Segeberg (SH): Im Kreis Segeberg sind seit der Nacht zu Sonntag starker Schneefall und Ostwind zu verzeichnen. Im Osten des Kreises (östlich der Achse A 21/ ehemals B 404) kommt es zu Schneeverwehungen von zwei bis drei Metern Höhe. Die A 20 ist frei von Bad Segeberg bis Autobahnkreuz Lübeck – in umgekehrter Richtung ist die A 20 zwischen dem Autobahnkreuz Lübeck bis zur Anschlussstelle Geschendorf gesperrt. Die ehemalige B 206 wird derzeit geräumt. Durch ständigen Schneefall und starke Winde verändert sich die Lage ständig. Zurzeit ist die Auffahrt Mönkhagen zur Autobahn 20 trotz mehrfacher Räumung nicht passierbar. Nebenstraßen im östlichen Teil, also Kreis- und Gemeindestraßen sind zu großen Teilen unpassierbar. Die Bahnverbindung zwischen Bad Oldesloe und Bad Segeberg ist seit 10.10 Uhr wieder freigefräst. Ein Bürgertelefon soll Polizei- und Feuerwehrleitstelle entlasten. Aufgrund der besonderen Lage koordiniert die Technische Einsatzleitung mit der Kreisverwaltung unter der Leitung der Landrätin seit Sonntagnacht die zu treffenden Maßnahmen. Im Einsatz sind zurzeit die Technische Einsatzleitung des Kreises Segeberg mit Mitarbeitern der Kreisverwaltung Segeberg, sowie Kräfte des THW, Rettungsdienstes, Polizei und Feuerwehr.
  • Hameln (NI): Das Polizeikommissariat Holzminden hatte aufgrund der Wettervorhersagen für das Wochenende speziell auf einige Streifenwagen Schneeketten aufgezogen, um so möglichst optimal für alle anfallenden Einsätze gerüstet zu sein. Der Einsatz des Fahrzeugs war aber tatsächlich gar nicht nötig. Das macht schon deutlich, dass das Verkehrschaos im Landkreis Holzminden weitestgehend ausblieb und lediglich geringe Einschränkungen zu verkraften waren. Nicht zuletzt auch ein Verdienst der Streudienste, die außerordentlich gute Arbeit leisteten und nahezu alle überörtlichen Straßen befahrbar hielten. Lediglich die Landesstraße 484 von Grünenplan nach Holzen über den “Roten Fuchs” war aufgrund von Schneeverwehungen und herab gefallender Äste nicht befahrbar. Dieser Zustand wird vermutlich auch am gesamten Montag noch hinzunehmen sein und längere Umleitungen in Kauf genommen werden müssen. Starke Einschränkungen durch Schneeverwehungen gab es auch auf den Strecken der Ottensteiner Hochebene, wo zwischen Glesse und Vahlbruch ein LKW liegenblieb und seine Fahrt nicht mehr fortsetzen konnte.
  • Harrislee (SH): Tief “Daisy” sorgte am Sonntagvormittag für Schwierigkeiten im Rettungsdienst. Starker Wind hat für Schneeverwehungen im gesamten nördlichen Landesteil gesorgt. Trotz der an den Rettungswagen installierten Anfahrhilfen fuhren sich Rettungswagen bei Einsätzen im Kreisgebiet in den Schneewehen fest. Aus diesem Grund entschied der Leitungsdienst der Flensburger Berufsfeuerwehr, in Absprache mit dem diensthabenden Schichtführer der Leitstelle Nord, die Flensburger Einsatzmittel, bei Einsätzen im Kreisgebiet, von allradbetriebenen Rüstwagen begleiten zu lassen.
  • Flensburg/Lübeck (SH): Hochwasser setzte einige Straßenzüge unter Wasser.
  • Wilster (SH): Eine 18-jährige Frau aus Wilster befuhr mit ihrem Pkw die Landesstraße 135 aus Richtung Wilster kommend in Fahrtrichtung Bekmünde. Auf der schneebedeckten Fahrbahn verlor sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug, kam nach links von der Fahrbahn ab und fuhr frontal gegen einen Baum. Bei der Kollision wurde sie in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt.
  • Rotenburg/Wümme (NI): Das Tiefdruckgebiet “Daisy” sorgte auch im Landkreis Rotenburg für Schneefall, Sturmböen und Behinderungen durch Schneeverwehungen. Die Auswirkungen blieben im Vergleich zu anderen Regionen bislang jedoch eher gering. So verzeichnete die Polizei zwischen Freitagabend und Sonntagmorgen 17 Verkehrsunfälle mit insgesamt sechs Verletzten und einem geschätzten Gesamtschaden von ca. 95.000 Euro.
  • Stadthagen (NI): Zu einem tragischen Verkehrsunfall kam es am Samstag gegen 15.40 Uhr auf der Kreisstraße 31. Eine 25-jährige Fahrzeugführerin aus dem Landkreis Schaumburg geriet nach Durchfahren einer leichten Rechtskurve auf winterglatter, schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und kam nach links von der Straße ab. Sie prallte mit der Beifahrerseite ihres Fahrzeugs gegen einen Chausseebaum. Hierbei wurde die gesamte rechte Seite des PKW eingedrückt. Nach Befreiung aus dem stark deformierten Fahrzeug (Foto) konnte die junge Frau trotz intensiver Reanimationsversuche nicht mehr gerettet werden und verstarb an der Unfallstelle durch starke Kopfverletzungen.
  • Kerken (NW):  Am Sonntag kam ein 22-Jähriger mit seinem Pkw von der schneebedeckter B 9 von der Straße ab und prallte mit der Beifahrerseite gegen einen Baum. Der Fahrer erlitt hierbei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb.
  • Harsewinkel (NW): Am Sonntag ereignete sich im Ortsteil Marienfeld ein Verkehrsunfall, bei dem eine 61-jährige Fußgängerin leicht verletzt wurde. Die Marienfelderin räumte vor ihrem Haus an der Klosterstraße den Schnee vom Bürgersteig. Zu diesem Zeitpunkt befuhr eine 22-jährige Pkw-Fahrerin mit ihrem Opel Corsa die Klosterstraße ortseinwärts. In einer Linkskurve geriet sie auf schneeglatter Straße ins Schleudern. Der Pkw kam nach links von der Fahrbahn ab, fuhr gegen ein Hinweisschild und erfasste anschließend die Fußgängerin. Diese rutschte unter das Fahrzeug. Ersthelfer konnten sie befreien, so dass der vorsorglich alarmierte Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Marienfeld nicht mehr tätig werden musste. Die 61-Jährige wurde nach notärztlicher Versorgung vor Ort in ein Gütersloher Krankenhaus gebracht. Sie konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.
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