Über 2.600 Einsatzkräfte

Feuerwehr München: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Die Feuerwehr München ist die drittgrößte Feuerwehr in Deutschland und die größte in Süddeutschland. Zu ihr gehören die Berufsfeuerwehr München, die Freiwillige Feuerwehr München und die Jugendfeuerwehr München. Wir bringen die wichtigsten Fakten zu den Brandschützern der bayerischen Landeshauptstadt .

Insgesamt zählen über 2.600 Einsatzkräfte zur Feuerwehr München. Diese rückten im Jahr 2017 (letzte verfügbare Statistik) zu rund 77.700 Einsätzen aus.

Seit 2005 leitet Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Schäuble die Branddirektion München.
Seit 2005 leitet Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Schäuble die Branddirektion München. (Bild: Michael Rueffer)

Berufsfeuerwehr München

Zur Berufsfeuerwehr München gehören zirka 1.600 Beamte im Einsatzdienst. ihnen stehen 210 Einsatzfahrzeuge (Stand 2017) zur Verfügung, darunter 32 HLF und 15 Drehleitern (DLK).

Feuerwehr München: Gruppenfoto mit Löschzug der Feuerwache 7 (Milbertshofen) vor der Olympiahalle. Foto: Michael Rüffer
Berufsfeuerwehr München: Gruppenfoto mit Löschzug der Feuerwache 7 (Milbertshofen) vor der Olympiahalle. Foto: Michael Rüffer (Bild: Michael Rueffer)

Die Branddirektion München betreibt zehn Feuerwachen : 

  • Feuerwache 1 – Hauptfeuerwache
  • Feuerwache 2 – Sendling
  • Feuerwache 3 – Westend
  • Feuerwache 4 – Schwabing
  • Feuerwache 5 – Ramersdorf 
  • Feuerwache 6 – Pasing
  • Feuerwache 7 – Milbertshofen
  • Feuerwache 8 – Föhring
  • Feuerwache 9 – Neuperlach
  • Feuerwache 10- Riem/Neue Messe

Auf Feuerwache 5 (Ramersdorf) steht eine stationäre Überdruckkammer zur Behandlung nach Tauchunfällen und Rauchgasintoxikationen bereit. Die 2017 eingeweihte Integrierte Leitstelle (ILS) für Stadt und Landkreis München in der neu gebauten Feuerwache 4 (Schwabing) ist die größte ihrer Art in Bayern. 2.500 bis 3.000 Notrufe gehen hier täglich ein.

Für die Notfallrettung sind dreizehn Rettungswachen über das Stadtgebiet verteilt. Zur Einhaltung der Hilfsfristen soll die Zahl der BF-Feuerwachen auf zwölf erhöht werden. Es ist geplant, sechs Feuerwachen neu zu bauen.

Freiwillige Feuerwehr München

1.045 Aktive leisten bei der Freiwilligen Feuerwehr München Dienst. Sie besetzen 90 Einsatzfahrzeuge, darunter 26 HLF und 19 Löschgruppenfahrzeuge (LF) 16/12. Für das Jahr 2017 weist die Statistik rund 2.400 Einsätze der FF aus.

Feuerwehr München: Gruppenbild von FF-Mitgliedern und -Fahrzeugen vor der Allianz Arena. Foto: Michael Rüffer
Feuerwehr München: Gruppenbild von FF-Mitgliedern und -Fahrzeugen vor der Allianz Arena. Foto: Michael Rüffer

Die 22 Abteilungen sind an 21 Standorten untergebracht:

Allach, Aubing, Feldmoching, Flughelfer (am Standort Stadtmitte),Forstenried, Freimann, Großhadern, Harthof, Langwied-Lochhausen, Ludwigsfeld-Fasanerie, Michaeliburg, Moosach, Oberföhring, Obermenzing, Perlach, Riem, Sendling (mit IuK-Einheit), Solln, Stadtmitte, Trudering, Waldperlach und Waldtrudering.

Jugendfeuerwehr München

Die Jugendfeuerwehr München umfasst fünf Jugendgruppen: Nord, Ost, Süd, West und Mitte. Ihr steht eine zweiköpfigen Stadtjugendleitung vor. Insgesamt gehören der JF München rund 250 Mitglieder an.

  • Jugendgruppe Nord: Gebiet der Abteilungen Feldmoching, Harthof, Freimann und Oberföhrung.
  • Jugendgruppe Ost: Gebiet der Abteilungen Michaeliburg, Perlach, Riem, Trudering, Waldperlach und Waldtrudering.
  • Jugendgruppe Süd: Gebiet der Abteilungen Forstenried, Großhadern, Sendling und Solln.
  • Jugendgruppe West: Gebiet der Abteilungen Allach, Aubing, Langwied-Lochhausen, Ludwigsfeld-Fasanerie, Moosach und Obermenzing.
  • Jugendgruppe Mitte: Gebiet der Abteilung Stadtmitte.

9 Besonderheiten der Feuerwehr München

      1. Die Feuerwehr München ist für Brandschutz und und Notfallrettung auf dem größten Volksfest der Welt zuständig: dem Oktoberfest, genannt „Wiesn“. Dieses wurde 2018 von 6,3 Millionen Menschen besucht.
      2. 58 identische Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF) 20/16, Baujahr 2010, bei der Berufsfeuerwehr München und der Freiwilligen Feuerwehr München.
      3. Seit 2016 Beschaffung von 15 identischen Drehleitern (DLAK) 23/12 in niedriger Bauweise (vierte Generation) von Magirus für die BF (siehe “Neuheiten im Fuhrpark”).
      4. Nutzung von 14 Funkdienstwagen mit Elektroantrieb auf Basis von VW Golf seit 2017 (siehe “Neuheiten im Fuhrpark”).
      5. Zum Fuhrpark gehören auch eine 53-Meter-Teleskopmastbühne, zwei 50-Tonnen-Feuerwehrkräne, zwei Gerätewagen Großlüfter, drei Motorräder und zwei Großraumrettungswagen.
      6. Die Feuerwehr setzt auf das Sattelzugkonzept und nutzt drei Sattelauflieger: einen als Katastropheneinsatzleitfahrzeug (KELF), einen als Mobile Atemschutzübungsstrecke (MobAS) und einen als Mobile Brandsimulationsanlage (MoBSA).
      7. In München wird eine von bundesweit sieben Analytische Task Forces (ATF) zur Erkennung von chemischen, biologischen und radiologischen Gefahren bereitgehalten. Sie wird in einer Kooperation von Berufsfeuerwehr und freiwilliger Feuerwehr betrieben.
      8. Weitere Spezialeinheiten: Tauchergruppe (BF), Höhenrettungsgruppe (BF), Flughelfer (FF), Information und Kommunikation (IuK, FF), Strömungsretter (FF), Verpflegung (FF).
      9. Die Berufsfeuerwehr München bietet Gruppen von Vereinen, Organisationen und Betrieben ab 15 Personen auf ihren Wachen Führungen an (außer zur Oktoberfest-Zeit).
Diese 53-Meter-Hubrettungsbühne (HRB) zählt zum Fuhrpark der Berufsfeuerwehr München.
Diese 53-Meter-Hubrettungsbühne (HRB) zählt zum Fuhrpark der Berufsfeuerwehr München. (Bild: Michael Rueffer)

Neuheiten im Fuhrpark

Drehleitern niedriger Bauart der neuesten Generation

15 neue Drehleitern DLAK 23/12 mit Gelenkteil und Einzelauszug (M32L-AS) zählen zur dritten Generation Drehleitern niedriger Bauart der Berufsfeuerwehr München sowie zur vierten Generation Drehleitern in niedriger Bauweise von Magirus. Das Iveco-Fahrgestell 160 E 32 besitzt eine Länge von 10 Metern und eine Gesamtmasse von 15.905 Kilogramm. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drehleitern ist das Fahrzeug nur 3,02 Meter hoch, die Gesamtbreite beträgt 2,40 Meter.

15 neue DLAK 23/12 mit Gelenkteil und Einzelauszug auf dem niedrigen Iveco-Fahrgestell 160 E 30 stehen vor der Statue der Bavaria auf der Theresienwiese. Hier findet auch alljährlich das Oktoberfest statt. (Bild: Branddirektion Muenchen)

Eine weitere Besonderheit ist die Hinterachszusatzlenkung (HZL). Diese kann durch den Fahrer zugeschaltet werden. Bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h lenkt sie dann automatisch mit. Über ein Steuerelement in der Mittelkonsole kann der Fahrer die HZL auch manuell bedienen. Damit ist zum Beispiel die Fahrt im sogenannten Hundegang möglich: die Räder der Vorder- und der Hinterachse werden in die gleiche Richtung eingeschlagen. Diese Zusatzlenkung ermöglicht einen Wendekreis von nur 14 Metern.

Auf dem obersten Leiterteil des vierteiligen Leiterparks befindet sich eine fest verlegte Rohrleitung. Dies macht den schnellen Einsatz eines Wasserwerfers vom Korb der Drehleiter aus möglich. Der Arbeitsbereich des Leiterparks kann durch den Fahrer komplett mit Überwachungskameras überblickt werden. So behält er den Korb auch bei abgeknicktem Leiterteil immer im Blick. Der Rettungskorb hat eine maximale Nutzlast von 300 Kilogramm. Dort können je nach Einsatz ein Wasserwerfer, eine Krankentragenhalterung sowie eine Fixierung für einen Hochleistungslüfter angebracht werden.

Eine der 15 neuen DLAK 23/12 n.B. wird auch an der Hauptfeuerwache stationiert. (Bild: Branddirektion Muenchen)

Um das Einsteigen sowie das Montieren der unterschiedlichen Anbauteile zu erleichtern, gibt es den sogenannten Soforteinstieg. Dies bedeutet, dass sich per Knopfdruck die Leiter automatisch über dem Führerhaus anhebt, ausfährt und den Korb direkt vor dem Fahrzeug absetzt. Für die Rettung von Personen aus der Tiefe sowie der Absuche von Gebäudefassaden kann bei der neuen Drehleiter eine sogenannte Schachtrettungsfunktion eingeschaltet werden. Mit nur einem Knopfdruck und einer Hebelbewegung fährt der Leiterpark senkrecht und lotgenau an einem Punkt oder über einem Schacht nach oben oder unten.

Elektro-Pkw für die Berufsfeuerwehr

Die Berufsfeuerwehr München hat 14 Funkdienstwagen (Mehrzweckfahrzeuge) mit Elektroantrieb in Dienst gestellt. Mit den Volkswagen e-Golf wollen die Münchner zur Luftreinhaltung der Stadt beitragen.

Ende 2017 stellte die Berufsfeuerwehr München 14 VW Gold mit Elektroantrieb in Dienst. Foto: Feuerwehr München (Bild: Branddirektion Muenchen)

In erster Linie sind die Elektro-Pkw für Dienstfahrten innerhalb des Stadtgebietes vorgesehen. Bei Sonderlagen, wie zum Beispiel großflächigen Unwetter-Ereignissen, können sie zudem als Erkundungsfahrzeuge eingesetzt werden. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 25 Elektro-Pkw sowie sieben Elektro-Transporter für die Berufsfeuerwehr München beschafft werden.

Technische Daten:

  • Maße (LxBxH): 427cm x 179cm x 147cm
  • 1,9 t zulässige Gesamtmasse
  • rein elektrischer Antriebsmotor mit 85 kW/115 PS
  • 130-190 km Reichweite
  • 24,2 kWh Batteriekapazität
  • Fünf Sitzplätze
  • Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation)
  • Geschwindigkeitsregelanlage
  • Navigationssystem
  • RAL 3000-Lackierung

Ausbau:

    • Hänsch DBS-4000-Sondersignalanlage mit elektrischem Horn
    • Digitalfunk mit Bedienhandapparat
    • 6-kg-ABC-Pulverlöscher

 

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Große Einsätze der Feuerwehr München

Kulturgebäude ausgebrannt

Im Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg kam es am frühen Montagmorgen zu einem Feuer in einem Kulturpavillon. Trotz intensiver Brandbekämpfung durch die Feuerwehr München wurde das Gebäude durch die Flammen komplett zerstört.

Passanten hatten die Rauchschwaden aus dem Gebäude bemerkt und die 112 angerufen. Die Leitstelle der Feuerwehr München alarmierte daraufhin die Berufsfeuerwehr zu dem Einsatzort in Neuhausen-Nymphenburg. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand nach Angaben der Feuerwehr der Brand kurz vor der Rauchgasdurchzündung. So ließ der Einsatzleiter direkt einen zweiten Löschzug nachalarmieren.

Die Feuerwehr München bekämpft den Brand eines Kulturpavillons. Foto: Feuerwehr München (Bild: Branddirektion Muenchen)

Drei Trupps gingen unter Atemschutz mit C-Rohren vor, versuchten in das Gebäude einzudringen. Außerdem wurde die erste Drehleiter mit dem Wenderohr für die Brandbekämpfung von außen eingesetzt. Als Verstärkung eintraf, wurden die Löschmaßnahmen ausgeweitet. Die Freiwillige Feuerwehr unterstützte die Brandbekämpfung und begann, mittels Einreißhaken die seitliche Dachverkleidung zu entfernen.

Wie die Feuerwehr berichtet, hatten die Kräfte den Brand nach etwa 1 Stunde unter Kontrolle. Im weiteren Einsatzverlauf kontrollierte die Feuerwehr die Holzkonstruktion des Daches, sowie den Innenbereich mit Wärmebildkameras auf Glutnester. Die umfangreichen Nachlöscharbeiten dauerten bis kurz vor Mittag.

Das Gebäude ist durch das Feuer so stark zerstört worden, dass es einsturzgefährdet ist. Direkt nach Abschluss der Löschmaßnahmen begann die Brandfahndung der Polizei mit der Ermittlung der Brandursache.

Brennt Dachstuhl von Mehrfamilienhaus

Am späten Donnerstagabend ging der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in München-Schwabing in Flammen auf. 120 Einsatzkräfte bekämpften den Brand über drei Drehleitern und im Innenangriff.

Ein Anwohner entdeckte die Flammen und setzte den Notruf ab. Um 22.59 Uhr erfolgte die Alarmierung für die Kräfte der Feuerwehr München. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr München rückten mit einem Großaufgebot zur Einsatzstelle in der Tengstraße im Stadtteil Schwabing aus. Vor Ort stand der im Umbau befindliche Dachstuhl eines viergeschossigen Mehrfamilienhauses lichterloh in Flammen. Die Bewohner des Gebäudes hatten sich bereits ins Freie gerettet.

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Bei Eintreffen der Feuerwehr stand der Dachstuhl in Vollbrand. Foto: Feuerwehr München (Bild: Branddirektion Muenchen)

Die Kräfte brachten umgehend drei Drehleitern in Stellung, um den Brand mit Wenderohren zu bekämpfen und eine Brandausbreitung zu verhindern. Als nächstes rüsteten sich Angriffstrupps mit Atemschutz aus und gingen mit C-Rohren in das Gebäude vor. Nach etwa einer Stunde zeigten die umfangreichen Löschmaßnahmen einen Erfolg. “Feuer unter Kontrolle” meldete der Einsatzleiter kurz nach Mitternacht.

Für die weitere Brandbekämpfung musste teilweise das Dämmmaterial abgebaut werden. So dauerten die Nachlöscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden an.

In dem Großraumrettungswagen der Feuerwehr München wurden die 31 Bewohner während des laufenen Einsatzes untergebracht und betreut. Wie die Feuerwehr berichet, sind die Wohnungen unterhalb des Brandgeschosses derzeit nicht Bewohnbar. Am Freitagmorgen nach die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache auf.

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Über drei Drehleitern bekämpften die Kräfte den Brand in Schwabing. Foto: Feuerwehr München (Bild: Branddirektion Muenchen)

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