Feuerwehr-Haltegurt: Nicht immer notwendig

Sind Feuerwehr-Haltegurte noch zeitgemäß und werden sie richtig eingesetzt? Bei uns kommen Fürsprecher und Zweifler zu Wort.  Zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) eines Feuerwehrmannes gehört der Feuerwehr-Haltegurt im Lösch- sowie im Hilfeleistungseinsatz als Ergänzung dazu. So ist es in der Feuerwehr- Dienstvorschrift 1 “Grundtätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz” festgelegt. Ein Beispiel, wo die Kräfte häufig auf den Haltegurt verzichten, ist der Innenangriff. Ein Diskussionspunkt. Dafür tragen sie ihn in anderen Situationen, wo sie ihn tatsächlich nach Meinung einiger Experten weglassen könnten.

“Die FwDV 1 und auch die Unfallverhütungsvorschrift (UVV) Feuerwehren beschreiben es: Der Haltegurt wird als Ergänzung zur PSA getragen”, sagt Brandamtmann Andreas Tausche. Er ist Sachbearbeiter Gefahrenvorbeugung bei der Berufsfeuerwehr Potsdam. “Meine persönliche Meinung ist, dass er nicht in jeder Einsatzsituation auch sinnvoll ist.”

Tausche erklärt: “Früher gehörte der Haltegurt zur Standardausrüstung bei jedem Brandeinsatz. Das ist längst überholt. Aber selbst heute sehen wir noch Bilder, bei denen Feuerwehrangehörige – beispielsweise bei einem Waldbrand – Haltegurte tragen. Aber wofür? Sie sind als PSA bei Wald- und Wiesenfeuer vollkommen überflüssig.”

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Mit einem Dynamikseil (rot) besteht eine Redundanzsicherung für den sich rettenden Kameraden. Foto: Ziegler

Die UVV Feuerwehren benennt Haltegurte als spezielle Persönliche Schutzausrüstung. Genauso wie in der FwDV 1 wird darauf hingewiesen, dass der Haltegurt bei besonderer Gefahrenlage zu tragen ist. Die Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten sind in der DIN 14927 “Feuerwehr-Haltegurt mit Zweidornschnalle und Karabinerhaken mit Multifunktionsöse” aufgeführt.

Haltegurt im Innenangriff: sinnvoll oder belastend?

  • Über die Form der Schutzausrüstung entscheidet der Einheitsführer nach seiner Erkundung und der dadurch erfolgten Gefährdungsbeurteilung.

“Der Haltegurt in den bislang gängigen Varianten ist im Innenangriff hinderlich und kontraproduktiv”, betont Dr.-Ing. Adrian Ridder, Ausbilder im Team Atemschutzunfaelle.eu. “Das Gewicht belastet die Einsatzkräfte und die Kombination mit den Hüftgurten der Atemschutzgeräte ist unglücklich gelöst. Außerdem wird das Luftpolster zwischen Körper und Schutzkleidung mit dem festgezogenen Gurt zerstört.”

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Der Haltegurt gehört zur Persönlichen Schutzausrüstung immer noch dazu – als Ergänzung zu Feuerwehrschutzanzug, -handschuhen, -helm und -stiefel. Foto: Patzelt

Tausche stimmt zu: “Bei einem Löschangriff in einem Gebäude stellt der Gurt eher ein Hindernis als eine sinnvolle Ergänzung dar. Besonders unter dem Aspekt, dass Atemschutzgeräte eine ergonomische Form besitzen, welche durch das Anlegen eines Feuerwehrhaltegurtes konterkariert wird.”

Aber wie sieht es aus, wenn dem Angriffstrupp bei der Brandbekämpfung in einem Obergeschoss der Rückweg versperrt ist? Wird der Haltegurt dann, wenn die Einsatzkräfte von Flammen umzingelt sind, bei der Selbstrettung aus dem Fenster vielleicht überlebenswichtig?

In der DIN 14927 heißt es: “Ergibt die individuelle Gefährdungsbeurteilung bei einem Einsatz in Verbindung mit Tätigkeiten in Obergeschossen eine konkrete und akute Gefährdung für Leben und Gesundheit, kann als Notmaßnahme eine Selbstrettung mit Hilfe des Feuerwehr-Haltegurtes in Betracht kommen.”

“Ja, in dieser Situation kann der Haltegurt eingesetzt werden. Aber er stellt auch eine Pseudo-Sicherheit dar”, meint der Brandamtmann. “Wenn der Rückweg versperrt und der Trupp vom Feuer eingeschlossen ist, halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass er unter hohem Stress einen geeigneten Fixpunkt für die Feuerwehrleine findet. Es gilt zu bedenken, dass dieser auch ausreichend lange als Fixpunkt wirkt. Den anschließenden Knoten unter Lebensgefahr korrekt hinzubekommen, stellt eine weitere Herausforderung dar.”

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Hier muss bedacht werden, dass sich die Schutzkleidung weiterentwickelt hat. Bei dem heutigen Standard, den zum Beispiel Einsatzjacke und Überhose erfüllen, ist der Hitzeschutz sehr hoch. Dadurch ist die Wärmebelastung für die Feuerwehrangehörigen geringer. So kann es sein, dass die Kameraden die Hitze spät als Gefahr erkennen und bei der notwendigen Selbstrettung die Umgebungstemperatur schon sehr heiß ist. Dies könnte dazu führen, dass die Leine durch die Hitze oder den Kontakt mit dem heißen Karabiner Schaden nimmt.

“Eine Anleiterbereitschaft – welche dem heutigen Stand der Taktik entspricht – ersetzt ein Abseilen sogar komplett und schafft einen nutzbaren weiteren Rettungsweg für die eigenen Kräfte”, betont Tausche. Mit Beginn des Innenangriffs muss dann aber die Anleiterbereitschaft hergestellt und für den Trupp erkennbar sein. Das wiederum scheitert in der ersten Phase häufig an Einsatzmittel und Personal.

Muss sich der Trupp wiederum auf das Dach retten und auf das Anstellen der Leiter warten, ist eine Eigensicherung notwendig. Hier wird ein Haltegurt oder ein alternatives System eingesetzt.

Notwendig zur Eigensicherung

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Besonders beim Leitersteigen gilt es, den Haltegurt anzulegen. Foto: Patzelt

Aufgrund dessen und des unvorhersehbaren Einsatzverlaufes für einen Angriffstrupp betont Florian Erbacher, Abteilungsleiter Technik der BF Wiesbaden: “Wir rüsten uns bei jedem Einsatz mit dem Feuerwehr-Haltegurt aus, bei Berufsfeuerwehr und freiwilliger Feuerwehr.” Und weiter: “Für uns sind die Behinderungen im Innenangriff sekundär. Natürlich kann beispielsweise das Seil des Haltegurtes den Atemschutzträger behindern. Aber diese Gefährdung können wir auf fast alle weiteren Gerätschaften übertragen.”

Dagegen steht für die Wiesbadener der große einsatztaktische Wert für die Selbstrettung, Absturzsicherung und sonstige Eigensicherungsmaßnahmen Eigensicherungsmaßnahmen, welche einen Haltegurt zum notwendigen Bestandteil der PSA machen. “Insbesondere die Möglichkeit der schnellen Eigensicherung, zum Beispiel beim Leitersteigen, ist eine große Stärke des Haltegurts”, erklärt Erbacher. “Dies ist gerade in der Ausbildung unerlässlich.”

Auch beim Arbeiten im Korb einer Drehleiter sei der Gurt anzulegen, um sich am Korb zu fixieren, ergänzt Tausche. “Meiner Meinung nach ist er für den bestimmungsgemäßen Zweck, das Halten in absturzgefährdeten Bereichen, weiterhin ein geeignetes, einfaches und günstiges Mittel. Aber ausschließlich zu diesem Zweck”, betont Dr. Ridder.

Unwissenheit und Fehler in der Handhabung der Haltegurte

“Ich habe das Gefühl, dass Einsatzkräfte häufig auf die Haltegurte verzichten, weil sie ihren einsatztaktischen Wert nicht kennen”, meint Janes Preuß, Atemschutz-Ausbilder der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Neustadt. “Dann ist es kein Wunder, dass sie die Gurte auch in Situationen, wo sie sinnvoll sein können, als überflüssig betrachten.”

Genauso können durch Unwissenheit Fehler gemacht werden. “Im Falle einer Menschenrettung gilt es, den zu Rettenden am Retter zu sichern“, erklärt Tausche. “Ein gefährlicher Fehler ist es, zu denken, der Haltegurt des Feuerwehrmannes könne als Fixpunkt für den zu Rettenden herhalten. Kommt es zum Absturz der Person, fällt der Helfer schlimmstenfalls hinterher.” Korrekt ist, wenn sich die Einsatzkraft in einem so genannten Sicherungsstand befindet, sprich selbst an einem Fixpunkt gesichert ist.

Es ist sinnvoll, zum Sichern am Retter (der zu Rettende wird mit einem Rettungsknoten in die Leine eingebunden) eine Band- oder Rundschlinge mit einem Karabiner zu verwenden. Denn der Retter darf nicht direkt in die Sicherungskette eingebunden sein. Diese Schlinge lässt sich einfach in der Jackentasche verstauen oder ist bereits Inhalt eines Atemschutzholsters.

Grundsätze in der Anwendung der Feuerwehr-Haltegurte

Des Öfteren ist auch vom Verbinden eines Trupps untereinander durch die beiden Gurte zu lesen, zum Beispiel um den Suchradius zu vergrößern. Tausche warnt: “Dieses Vorgehen stellt eine deutliche Eigen- Gefährdung dar! Wenn ein Mitglied des Trupps abstürzt, wird so der gesamte Trupp mitgerissen.”

Schon bei der Auswahl des Gurtes kann der erste Fehler auftreten. Denn der Gurt muss passen. Empfehlenswert ist es, dass Haltegurte den Kameraden individuell zur Verfügung stehen. Da das aber vor allem bei freiwilligen Feuerwehren schwierig ist, wäre es eine Möglichkeit, sie nach Größen geordnet in der Halle aufzuhängen. Sonst geht das Suchen während der Einsatzfahrt los. Wichtig: Den Haltegurt fest um den Bauch legen und schließen. Auch während der Benutzung ist auf den sicheren Verschluss des Gurtes zu achten.

Der Feuerwehr-Haltegurt darf nur zu Halte- und Rückhaltezwecken verwendet werden. Als Auffanggurt ist er nicht zulässig. So muss der Träger das mit dem Haltegurt verwendete Verbindungsmittel immer so einstellen, dass die freie Bewegung und somit die maximale Fallhöhe auf 0,6 Meter begrenzt wird.

Haltegurte regelmäßig prüfen

Häufig werden die Feuerwehr-Haltegurte im Mannschaftsraum des Einsatzfahrzeuges mitgeführt. Oder sie hängen nach Größen geordnet in der Fahrzeughalle. Es gilt zu beachten, dass sich die Lagerung auf das Material auswirkt. Sie sollte bei Raumtemperatur und vor Sonneneinstrahlung geschützt erfolgen. Optimal ist eine Aufbe-wahrung in Gerätebeuteln oder den Ausrüstungsbehältern in modernen Mannschaftsräumen. Doch dies entspricht bei den Feuerwehren nicht der schnelle Einsetzbarkeit. Sollten die Haltegurte verschmutzt sein, können die Gurtbänder und Seile mit warmem Wasser (zirka 40 Grad Celsius) und milder Seifenlauge gereinigt werden. Anschließend gilt es, sie mit klarem Wasser gut auszuspülen. Der Kontakt mit Chemikalien, Ölen und Lösungsmitteln ist unbedingt zu vermeiden. Hinweis: Nasse Ausrüstungsgegenstände nicht über Hitzequellen trocknen.

Die Lebensdauer der Haltegurte ist abhängig von den individuellen Einsatzbedingungen, wobei Kunststoffteile grundsätzlich einem Alterungsprozess unterliegen. Für Gurte im Feuerwehreinsatz gilt als Empfehlung gemäß Geräteprüfordnung: maximale Verwendungsdauer von 10 Jahren (DIN 14927 Typ B) beziehungsweise 12 Jahren (DIN 14927 Typ A).
Mindestens einmal jährlich sind die Haltegurte durch einen Sachkundigen – zum Beispiel in einem Feuerwehrtechnischen Zentrum – zu prüfen. Ein durch schlagartige, dynamische Belastung beanspruchter Gurt ist sofort zu kontrollieren. Die Kontrolle muss nach Vorgaben des Herstellers erfolgen und dokumentiert werden. Au-ßerdem muss nach jeder Verwendung eine Sichtprüfung durchgeführt werden.

Dabei gilt es, folgendes zu beachten:

  • Gurtband nicht abgenutzt, eingerissen oder sonst wie beschädigt?
  • Nähte intakt?
  • Nieten sitzen fest, weisen keine Beschädigungen auf?
  • Keine zerrissenen Fäden am Sicherungsseil,
  • Seilhülle intakt?

Ist ein Punkt nicht mehr Sonst muss der Gurt sofort ausgemustert werden.

Der Anschlagpunkt, an dem die Ausrüstung befestigt wird, muss eine Mindestfestigkeit von 10 Kilonewton (1 Tonne) aufweisen. Belastbarkeit und Lage des Anschlagpunktes sind für die Sicherheit wesentlich. Die Lage des Anschlagpunktes sollte deshalb immer so gewählt werden, dass der freie Fall auf ein Minimum beschränkt wird. Bei direkter Verbindung mit baulichen Einrichtungen ist darauf zu achten, dass keine scharfen Kanten das Anschlagmittel gefährden und dass sich die Verbindung nicht selbstständig lösen kann. Insbesondere ist auf den sicheren Verschluss sämtlicher Verbindungselemente (Karabiner) zu achten.

Generell dient die Multifunktionsöse ausschließlich der Materialsicherung und zum Abseilen von Geräten. Während der Verwendung ist darauf zu achten, dass der Anwender gegen Absturz gesichert ist. Nur bei äußerster Gefahr im Verzug darf die Multifunktionsöse auch zum Selbstretten eingesetzt verwendet werden.

Absturzsicherung: Schluss mit dem Dachballett

“Wichtig ist in der Handhabung auch, dass die Einsatzkräfte die Haltegurte nicht generell als Absturzsicherung betrachten”, betont Dr. Ridder. “Hier gibt es spezielle Gurtsysteme, die in Absturzsicherungs- oder Höhenrettungssätzen bei den Feuerwehren enthalten sind.” Sie sind wiederum keine Alternative für den Haltegurt, sondern Spezialgerät.

Einsatzjacken mit integrierten Gurtsystemen

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Einsatzjacke mit integriertem Gurtsystem. Foto: Hegemann

“Die seit neuestem auf dem Markt befindlichen Einsatzjacken mit integriertem Gurtsystem stellen eine gute Alternative zum Feuerwehr-Haltegurt dar”, meint Brandamtmann Tausche. ” Auch die Feuerwehr Wiesbaden hat sich für diese derzeit wohl einzige Alternative zum Haltegurt geöffnet. “Wir haben Jacken von Texport beschafft. Diese verfügen über einen Tunnel, in den ein Loop-Gurtsystem integriert werden kann”, berichtet Erbacher.

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“Wenn sich eine Feuerwehr die Option des Notabseilens trotz der schon intensiv diskutierten Probleme – fehlender Festpunkt, Zeitverzug durch Knoten, fehlende Temperaturbeständigkeit der klassischen Feuerwehrleine – offen halten möchte, kann sie das gut mit integrierten Gurtsystemen erreichen. Auf jeden Fall besser als mit dem Haltegurt”, erklärt Dr. Ridder. “Für andere Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel die Sofortrettung im Atemschutznotfall, können auch einfache Bandschlingen verwendet werden. Sie bringen den gleichen Nutzen zu einem Bruchteil der Systemkosten.”

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6 Kommentare zu “Feuerwehr-Haltegurt: Nicht immer notwendig”
  1. Jens Thürnau

    Es ist nicht richtig, dass es keine Alternative zu den genannten Systemen gibt. Die Ergänzung eines Haltegurtes am Pressluftatmer ist ein sinnvolles System, und zumindest der AlphaBelt der Firma MSA erfüllt alle Anforderungen und bietet sogar die Möglichkeit eine Rettungsschlinge TYP B dabei zuhaben

  2. Jürgen Linne

    Ich denke es wird bei der ganzen Sache mit der Selbstrettung ein extrem wichtiger Punkt außer acht gelassen, da er nichts mit dem Haltegurt zu tun hat.
    Haben die Verfechter der Selbstrettung im Atemschutzeinsatz mal die zweite Komponente Feuerwehrleine in ihrem System beachtet und sich mit deren Werkstoff Polyester beschäftigt?
    Polyesterleinen haben einen Festigkeitsverlust im Knoten von 40-60%.
    Viel wichtiger ist aber die Frage, wann wird der Geräteträger sich mittels des Systems selbst retten?
    Vermutlich wenn ihm der Arsch brennt, nur hält das eine Polyesterleine aus?
    Eher nicht, denn Polyester schmilzt zwischen 160 – 250 Grad C.
    Aber bis zu welcher Temperatur hält die Leine noch einen Geräteträger 80,100, 150 Grad.

    Also als das System Gurt und Leine erdacht wurde war der Gurt aus Leder oder Leinengewebe und die Leine aus Hanf oder Flachs, alles Werkstoffe, die keinen Schmelzpunkt hatten, und im Fall der Fälle auch noch selbstverlöschend waren.

    Somit hat sich das ganze System in Verbindung mit der neuen Schutzkleidung auf Grund seiner Werkstoffe selbst abgeschafft.

    Es bleibt nur das ändern der Einsatztaktik hinsichtlich von Anleiterbereitschaft mittels Drehleiter oder auch Steck-bzw. Multifunktionsleiter.

  3. Gerd Rademacher

    Auch die Firma Draeger bietet ein im Pressluftatmer integrietes System namens “Dräger PSS® Safety Belt” an. Nicht ganz so komplex wie das System “AlphaBelt” der Firma MSA, aber mit der Zulassung al Ersatz für den bisherigen Feuerwehr-Haltegurt.

    Siehe dazu:
    https://www.draeger.com/de_de/Applications/Products/Personal-Protection-Equipment/Breathing-Apparatus/Accessories-for-Breathing-Apparatus/PSS-Safety-Belt

    Dies soll in unserer Feuerwehr nach und nach eingeführt werden und den Feuerwehr-Haltegurt ersetzen.

    Ungeachtet dessen muss man für verschiedene Tätigkeiten im Feuerwehrdienst geeignete Sicherungs- und Rettungssysteme vorhalten.

  4. Rolf Kunert

    Gibt es eigentlich Zahlen darüber, wie oft sich Einsatzkräfte mittels Haltegurt selbst retten mussten?

  5. Jens Warncke

    Die Diskussion über den Sinn des Feuerwehrhaltegurts konzentriert sich viel zu sehr auf die Selbstrettung im Rahmen des Innenangriffs.
    Die Situation ist sehr speziell und die bereits richtig dargestellten Probleme sind nicht von der Hand zu weisen. Die Frage nach bisher erfolgreich durchgeführten Selbstrettungen wird wohl nicht zu beantworten sein. Aus der Antwort könnte man auch keine sicheren Erkenntnisse über künftige Notsituationen gewinnen.

    Das Mitführen von Haltegurten (und Feuerwehrleinen) ist nach wie vor eine günstige, unempfindliche und einfach funktionierende Möglichkeit der Eigen- und Fremdsicherung bei einer Vielzahl von ganz gewöhnlichen Einsätzen der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung.

    Feuerwehrangehörige, die auf Dächern, an Böschungen, Schächten oder anderen „Abgründen“ ohne Haltegurt arbeiten, sind für diese Gefahren nicht ausreichend sensibilisiert, ausgebildet oder ausgerüstet. Letzteres lässt sich wenigstens für ca. EUR 40 pro Einsatzkraft relativ einfach abstellen.
    (Ich denke hier ausdrücklich an Sicherungsmaßnahmen im „Halten, bzw. Zurückhalten“, da der Einsatz des Gerätesatzes Absturzsicherung zu Recht eine besondere Ausbildung und laufende Übung erfordert.)

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