Ehrenamt und Altersvorsorge

Petition fordert Rentenpunkte fürs Ehrenamt

Laupheim  (BW) – Wer sich über Jahre hinweg ehrenamtlich in Feuerwehr, THW oder anderen Blaulichtorganisationen wie DRK, Malteser, DLRG und Bergwacht engagiert, soll davon nach Vorstellung einer aktuellen Online-Petition auf dem Portal openPetition später auch bei der Rente profitieren. Initiator Matthias Fischer aus Laupheim (BW) verlangt darin zusätzliche Ehrenamtspunkte für Einzelpersonen, die eine Blaulichtorganisation als Mitglied durch persönlichen Einsatz fördern.

Symbolfoto: Rüffer (Bild: Rüffer / Feuerwehr-Magazin)

Das Modell sieht eine gestaffelte Anerkennung vor: Wer mindestens 150 Stunden pro Jahr über einen Zeitraum von zehn Jahren ehrenamtlich tätig ist, soll einen vollen Rentenpunkt erhalten. Geringere Stundenzahlen werden anteilig berücksichtigt. Die Bestätigung der geleisteten Stunden soll durch die jeweilige Organisation erfolgen und bei der Rentenversicherung eingereicht werden können. Die Forderung soll rückwirkend ab 1960 gelten. Bislang hat die Petition rund 500 Unterschriften.

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Kein Einzelfall

Das Thema beschäftigt die Blaulicht-Community schon länger. So ist im Petitionsportal des Deutschen Bundestages zum Beispiel seit Juni 2024 die Petition 169285 mit ähnlicher Stoßrichtung zu finden. Mit 118 Online-Mitzeichnungen blieb sie allerdings unter dem erforderlichen Quorum. Dass das Thema über offizielle Kanäle hinaus Resonanz findet, zeigt auch eine seit Juli 2025 laufende Petition auf change.org unter dem Hashtag #RetterRente, die ebenfalls Rentenpunkte für Freiwillige Feuerwehrleute fordert.

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Was der Deutsche Feuerwehrverband bereits entwickelt hat

Während diese Petitionen auf zusätzliche Rentenpunkte und damit auf gesetzliche Änderungen zielen, hat der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) einen anderen Weg aufgezeigt: die sogenannte Feuerwehr-Rente. Sie geht auf einen Vorschlag des Fachausschusses Sozialwesen der deutschen Feuerwehren zurück, den der Verband 2023 vorgestellt hat. Nach Angaben des DFV wäre das Modell auf Grundlage bestehenden Rechts umsetzbar. Basis ist § 187a SGB VI. Anders als bei der aktuellen Petition geht es dabei nicht um pauschale Ehrenamtspunkte, sondern um zusätzliche Einzahlungen in die individuellen Rentenkonten rentenversicherungspflichtiger Feuerwehrangehöriger. Kommunen oder andere Träger könnten demnach ab dem 50. Lebensjahr Beiträge leisten, um Abschläge bei einem vorgezogenen Renteneintritt ganz oder teilweise auszugleichen oder die spätere Rentenhöhe zu verbessern.

Kritik und offene Fragen

Auf der Petitionsseite selbst werden auch Gegenargumente diskutiert. Kritiker weisen darauf hin, dass ehrenamtliches Engagement in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen ebenso förderungswürdig sei – etwa in Bildung oder sozialen Einrichtungen. Zudem sei die gesetzliche Rentenversicherung möglicherweise nicht das geeignete Instrument für eine Leistung, die der gesamten Gesellschaft zugutekommt. Als Alternative werden in der Diskussion höhere steuerliche Freibeträge genannt.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mit einer bestimmten aktiven Mitgliedschaft über jahrzehntelang sollte man das erwarten.

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  2. Grundsätzlich eine gute Sache.Ich bin seit 40 Jahren im DRK im Ehrenamt und es wird vom diesem Land einfach zu wenig gewürdigt das Menschen sich in Ihrer Freizeit um Mitbürger und dem Land ehrenamtlich einsetzen um zu helfen. Ich denke aber das dies an der Umsetzung scheitern wird.

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  3. In Thüringen gibt es seit 2009 eine Zusatzrente für die Feuerwehr.
    Sind bei maximaler Einzahldauer etwa 40€ pro Monat zusätzlich und wird ab dem 60. Lebensjahr ausgezahlt. Klingt nicht viel, ist aber eine schöne Anerkennung.

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  4. Ich [63 aus BB] bin positiv von den Befürwortern dieser Idee überrascht. Vor vielen Jahren gab es diese Gedanken schon mal. Über die Regionalkonferenzen kam damals als Rückmeldung dass die Mehrheit (anscheinend jüngere Fw-Mitglieder) nichts davon halten. Sie favorisierten eine zeitnahe “Anerkennung”, z.Bsp. (jährliche) Ehrenamtsprämie …

    MkG
    HH

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  5. gute Idee.
    wer einen nicht unerheblichen Teil seiner Freizeit für die Gesellschaft “opfert”, darf davon auch profitieren

    ich befürchte nur, dass sowas spätestens an der Bürokratie scheitert.

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  6. Hallo.
    finde ich gut bin seit 1977 bei der FFW Bad Reichenhall.
    Ehrenämter werden teilweise beschimpft beleidigt und ausgenützt.

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  7. Das sehe ich auch so… Für jeden Tinneff sind, gerne auch öfters und kurzfristig, Milliarden Euro da. Ehrenamtliche Tätigkeiten werden mittlerweile dreist ausgenutzt!

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  8. Finde ich sehr gut

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  9. Ohne das Ehrenamt wäre der Staat mit Mehrkosten belastet, da sollte eine Anerkennung selbstverständlich sein.

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  10. Der Bund hat kein Geld mehr.
    Möchte mich dazu lieber nicht politisch äußern sonst zerreißt es mich.
    Die Gründe dürften den belesenen ja auch bekannt sein.
    Daher wird es eher nichts werden, so ist meine Einschätzung.

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  11. Die Petition ist unter

    https://www.openpetition.de/!ehrenamt

    zu finden, wir freuen uns über eine rege Teilnahme, bitte zeichnet mit und leitet die Infos weiter.

    Danke Matthias

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