Bundesgeschäftsführerin klagt gegen den DFV

Vorwürfe: Diskriminierung und Sexismus

Berlin – Der Deutsche Feuerwehrverband kommt einfach nicht zur Ruhe. Vor dem Landesarbeitsgericht läuft seit Montag ein Verfahren der Bundesgeschäftsführerin Dr. Müjgan Percin gegen ihren Arbeitgeber. Es geht um Diskriminierung und sexuelle Belästigung.  

Fassade des Gebäudes, in dem die Bundesgeschäftsstelle in Berlin ihren Sitz hat. Foto: Hegemann

Als erstes Medium hatte die taz berichtet, dass die türkischstämmige Juristin Dr. Müjgan Percin den Deutschen Feuerwehrverband verklagt habe. Die Klägerin sei von ihrem eigenen Dienstherrn “in systematischer Weise wegen ihres Geschlechts und ihrer ethnischen Herkunft diskriminiert und sexuell belästigt worden”, heißt es in dem Artikel.

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Percin war vom damaligen DFV-Präsidenten Hartmut Ziebs 2016 zur Bundesgeschäftsführerin berufen worden. Damals löste diese Personalentscheidung “nicht nur Begeisterung aus”, wie es Insider ausdrücken. Angeblich sollen sich Präsidiumsmitglieder an ihrer Herkunft gestört haben. Ziebs hielt gegen alle Widerstände an seiner Personalentscheidung fest. Nach einem öffentlich ausgetragenen Machtkampf an der Spitze des DFV trat Ziebs zum 31. Dezember 2019 schließlich zurück. Zu diesem Zeitpunkt war Percin bereits krankgeschrieben. Sie ist es bis heute.

Verband wehrt sich gegen die Vorwürfe

Der Deutsche Feuerwehrverband reagierte am Montag mit einer Pressemitteilung auf das Verfahren in Berlin und die Berichterstattung. Wörtlich heißt es: “Im Deutschen Feuerwehrverband (DFV), seinen Mitgliedsverbänden und in den Feuerwehren haben Diskriminierungen und Sexismus keinen Platz. Wir legen als Gemeinschaft der Feuerwehr großen Wert auf Gleichberechtigung und Respekt. Der DFV wehrt sich gegen aktuelle Gerüchte und Vorverurteilungen seiner Organmitglieder und Beschäftigten sowie seiner Mitgliedsverbände deutlich.

Fakt ist, dass eine Angestellte mit Führungsaufgaben vor dem Arbeitsgericht gegen den DFV klagt und in ihrer Klage Vorwürfe gegen einzelne Personen erhebt. Fakt ist aber auch, dass der DFV in einer Klageerwiderung die Behauptungen der Klägerin klar zurückweist. Dem Verlauf und dem Ausgang des Rechtsstreits werden wir nicht vorgreifen. Sollte das Gericht ein Fehlverhalten von Akteuren gegenüber der Klägerin feststellen, so wird der DFV natürlich unmittelbar alle notwendigen Konsequenzen ziehen.

Dem Deutschen Feuerwehrverband liegt viel an Transparenz und Aufklärung. Hierzu gilt es, mit einer sachlichen Einordnung und unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen beizutragen.”

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Dieser Vorgang auf höchster Ebene zeigt wiedermal (leider) wie weit unsere Repräsentanten mittlerweile von der Basis entfernt sind!

    Nur noch Machtspielchen auf Kosten der “Kleinen”.

    Verdammt noch mal, wir machen unseren Ruf in der Öffentlichkeit kaputt und dann wundert man sich, wenn wir draussen auf der Strasse nicht mehr respektiert werden.

    Lasst da oben endlich diese Politikspiele und besinnt euch auf den Gründungsgedanken des deutschen Feuerwehrverbandes.

    Nemmt euch besser mal die Vorschriften zur Brust, welche uns an der Basis zunehmend handlungsunfähiger machen.

    So und nu fallt wegen meiner Meinung über mich her!

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  2. Diese ganze Vereinsmeierei sollte man abschaffen! Die Herrschaften beschäftigen sich meist nur mit sich selbst!

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  3. Das negative Bild, das man von Teilen des DFV-Präsidialrates und der Geschäftsführung hat, setzt sich weiter in einige Landes- und Kreisfeuerwehrverbände fort, die die Bestrebungen des DFV-Präsidialrates massiv unterstützen und betreiben. Das Geschehen in Berlin ist nur die Spitze eines Eisberges.

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  4. Was ist denn Bitte der “DFB”.

    Wenn schon bitte richtige Vergleiche ziehen bzw. nochmals durchlesen.

    Aber es wird Zeit das in diesem Verband mal wieder Ruhe einkehrt. Sie sollten sich ihrer eigentlichen Arbeit widmen

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  5. Herr Holzner,
    Ich Stimme ihnen da vollkommen zu im wesentlich, das war auch nicht meine Aussage, eine Neuwahl wäre in der angebrachten Gesamtheit für den Verband nur von vorteil.

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  6. Eine “Angestellte mit Führungsaufgaben” beschreibt schon alles! Ihr Satz zeigt, wie respektvoll Sie mit der Geschäftsführerin umgehen. Tranzparenz und Gleichberechtigung sehen in meinen Augen anders aus. Der DFB hat ein riesen Problem und will es sich nicht eingestehen. Diskriminierung & Rassismus – leider auch noch in der heutigen Zeit ÜBERALL gegenwärtig…beschämend! #nichtmeinDFV

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  7. @ Sebastian Holzner
    Die Neuwahl sollte schon im Juni stattfinden. Die Stelle des Präsidenten des DFV ist i Moment nur kommissarisch besetzt. Von einem der die treibende Kraft letztes Jahr war welches zum Rückzug des gewählten Präsidenten führte.

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  8. Lieber Herr Holzner,
    ich lese gerade Ihren Kommentar UND ich lese Herrn Westendorfs Kommentar.
    Wo steht denn bei Herrn Westendorf, dass er eine Neuwahl vor dem Gerichtsverfahren verlangt?

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  9. Dem würde ich zustimmen !

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  10. => Herr Westendorf:
    Nun es besteht eine Klage. Es ist nun vom Gericht zu klären, ob die Vorwürfe der Klägerin berechtigt sind. Aber vor dem Gerichtsverfahren eine Neuwahl zu verlangen, kommt einer Vorverurteilung gleich.

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  11. Passt in das Bild, das man von Teilen des DFV-Präsidialrats bzw. der Geschäftsführung hat,
    unkameradschaftlich, respektlos agieren und Mobbing betreibend, was bereits das Pressefoto der Präsidialsitzung von Braunschweig zeigte (obwohl Zivil angesagt war steht man in Uniform bei einem Pressetermin, der ohne Wissen des Präsidenten angesetzt wurde)

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  12. Erst Herr Ziebs und nun Frau Percin, böses, wer denkt das da eine Strategie dahinter steckt… es ist einfach nur merkwürdig. Dem DFV würde eine Neuwahl des gesamten Präsidium sicherlich gut zu Gesicht stehen, damit alles ein Ende findet und wieder ruhe einkehrt.

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