Landesfeuerwehrverband NRW ist insolvent

Königswinter (NW) – Der Landesfeuerwehrverband Nordrhein-Westfalen steht finanziell vor dem Aus: “Weil der Landesfeuerwehrverband (LFV NRW) nicht über Rücklagen verfügt, ist eine Insolvenz des Verbandes nun unausweichlich”, erklärt Jörg Müssig, Sprecher des LFV. Präsident Walter Jonas und Vizepräsident Hans-Joachim Donner erklärten ihren Rücktritt. Hintergrund ist, dass das Land Nordrhein-Westfalen 2,7 Millionen Euro an Zuschüssen vom LFV zurück fordert. Das Geld wurde im Feuerwehrhotel Phönix in Bergneustadt investiert.

Ausgelöst wurden die Probleme des LFV durch die Insolvenz der Tochtergesellschaft Phönix Hotel gGmbH in Bergneustadt, die ein Feuerwehr-Tagungshotel betreibt. Bei der Gesellschaft waren nach einem Komplett-Umbau Unstimmigkeiten wegen massiver Baukostenüberschreitungen entstanden. Nachdem sich bereits am vergangenen Samstag herausgestellt hatte, dass der frühere Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Prof. Dr. Helmut Pasch seit Anmeldung des Insolvenzverfahrens keine Aufgabe mehr hat und aufgelöst wurde, erklärten nunmehr LFV-Präsident Walter Jonas und Vizepräsident Hans-Joachim Donner ihren Rücktritt. Vizepräsident Ralf Fischer hat sich bereit erklärt, die Abwicklung des Landesverbandes zu übernehmen. Vorstandssprecher Jörg Müssig: “Walter Jonas und Hans-Joachim Donner wollen, soweit das derzeit überhaupt möglich ist, weiteren Schaden vom LFV, aber auch von den Feuerwehren in NRW abwenden. Daher wollen sie bereits jetzt einen Neuanfang für einen neuen Feuerwehrverband in NRW mit ihrem Rückzug unterstützen.”

Wichtig ist, dass der Betrieb des Phönix-Hotel weiter läuft. “Buchungen für das Phönix-Hotel sind jederzeit möglich. Es gibt auch aktuell vielen Nachfragen für Buchungen für das erste Quartal 2010”, so der Geschäftsführer von Phönix, Axel Wirth. Auch LFV-Sprecher Jörg Müssig betont, dass die Feuerwehren weiterhin den Erhalt und Weiterbetrieb der Tagungsstätte wollen: “Die Feuerwehren wollen Phönix erhalten. Wir wollen mit allen Beteiligten konstruktive Gespräche führen – Land NRW, Handwerksfirmen, Mitarbeiter von Phönix, Kreis- und Stadtfeuerwehrverbände. Wir wollen eine neue Gesprächs- und Informationskultur. Wir wollen Vertrauen zurück gewinnen.”

Bei allen Problemen um die Insolvenzen der Phönix Hotel gGmbH und des LFV muss die Arbeit in Fachausschüssen für die Feuerwehren weiter gehen. Der Ehrenvorsitzende des LFV, Dr. h. c. Klaus Schneider, hat sich bereit erklärt, gemeinsam mit einem Team aus erfahrenen Feuerwehrleuten den Aufbau eines neuen Verbandes der Feuerwehren in NRW vorzubereiten. Hier sollen neue Köpfe zunächst die Weiterführung der übrigen Verbandsaufgaben sicherstellen und sich dafür einsetzen, verloren gegangenes Vertrauen innerhalb wie außerhalb der Feuerwehren wieder aufzubauen. (ots/LFV NRW)

2 Kommentare zu “Landesfeuerwehrverband NRW ist insolvent”
  1. Fireliner

    Ist es wirklich die Aufgabe eines Landesfeuerwehrverbandes ein Erholungsheim zu bauen/vorzuhalten? Kann es sein, dass hier ziemlich unnötig Gelder verbraten wurden? Wäre die ganze Sache nicht abwendbar gewesen, wenn man mit Bedacht und Beratung geplant hätte? Ich habe keine Ahnung von Förderpolitik. Aber ich bin mir sicher, dass das Land nicht grundlos das geld zurückzieht. Da muss doch – pardon – jemand so richt Sch… gebaut haben! Ich bin gespannt, ob das ganze noch vor Gericht diskutiert wird!

  2. Feuer112NRW

    Hallo Fireliner,

    ich weiß nicht, ob Du aus NRW kommst. Auch hab ich keine Informationen welche Fördermittel zurückgezogen wurden…

    Früher hieß das Haus “Feuerwehrerholungsheim” und hatte eher den Charakter einer Jugendherberge für Erwachsene mit Einzel- und Doppelzimmern, Kegelbahnen und Schwimmbad.

    Dieses an sich schöne und wohl auch ursprünglich recht gut ausgelastete Haus hat man dann, nachdem man jahrelang nichts getan hatte, 2007 / 2008 mit weniger Eigenleistung als wohl erhofft – weil die Feuerwehren in NRW nicht wirklich dahinter standen- aber für viel Geld zu einem, im Vergleich, echt luxoriösen Hotel umgebaut.

    Es mag sein, dass die Auslastung gut ist. Die Nutzbarkeit für den Verband könnte besser sein. Es gibt in NRW 52 Städte und Kreise. Ich habe selbst erlebt, wie Versammlungsteilnehmer gebeten wurden, doch demnächst alleine anzureisen, weil die Räumlichkeiten teilweise beengter sind, als manch großer Schulungsraum auf Kreisebene….

    Für mich ist das eine Art “Punkbau”, der zum Beispiel für Jugendfeuerwehrgruppen nicht brauchbar ist…

    Gut Wehr aus NRW

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