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Aus Sicht von Architekten

Feuerwehrhaus planen: Worauf geachtet werden muss

Bremen – Ein Feuerwehrhaus planen – wie geht das eigentlich? Und worauf sollten Feuerwehren dabei achten? Was sind die häufigsten Fehler? Wir sprachen darüber mit Architekt Dipl.-Ing. Jan Rübenstrunk vom Kölner Architekturbüro Gatermann + Schossig. Ein Auszug aus dem neuen Feuerwehr-Magazin-Sonderheft “Rund um das Feuerwehrhaus”.

FM: Mit welchen Gedanken sollten Feuerwehren beginnen, wenn das Thema eines Neubaus auf den Tisch kommt?

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Rübenstrunk: Als Erstes ist es wichtig, sich zu überlegen, wo man hinmöchte. Welches Ziel verfolgt die Feuerwehr? Es muss eine Bedarfsplanung vorweg gehen. Wir als Architekten benötigen keine Quadratmetervorgaben, sondern konkrete Informationen über Bedürfnisse. Zum Beispiel: Wir haben 200 Feuerwehrleute, führen einen 24-Stunden-Dienst durch, daraus ergibt sich der Bedarf an soundsoviel Arbeitsplätzen und Ruheräumen. Oder: Wir benötigen eine Metallwerkstatt, eine Kfz-Werkstatt und einen Desinfektionsbereich. Die großen Ziele müssen auch hinterfragt werden.

FM: Was heißt das genau?

Rübenstrunk: Oft stellen wir zum Beispiel fest, dass aus Traditionsgründen eine Kfz-Werkstatt eingerichtet wird. Aber in Wirklichkeit arbeitet heute, außer beim Reifenwechsel, keiner mehr an den Feuerwehrfahrzeugen, weil deren Technik zu komplex geworden ist. Ganz früh müssen auch die Kollegen mitgenommen werden, um auf deren Wünsche einzugehen. Immer wieder werden Raumbedürfnisse zu klein eingeschätzt – nur weil es schon immer so war. Inzwischen gibt es aber andere Arbeitsstättenanforderungen, die berücksichtigt werden müssen. Und dann kommt erst die  detaillierte Raumplanung.

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FM: Sollten sich Feuerwehren schon in dieser Phase fachliche Hilfe holen?

Rübenstrunk: Das ergibt auf jeden Fall Sinn. Dafür gibt es zum Beispiel die Architektenwettbewerbe. Feuerwehrhäuser haben spezielle Anforderungen. Sie benötigen viel ebenerdige Fläche. Vor allem, um die möglichst kurzen Transportwege der Logistik und die Schwarz-Weiß-Bereiche einhalten zu können. So etwas wird oft nicht berücksichtigt.

Gut durchdacht: Mit Hilfe von Building Information Modeling (BIM) können Gebäude – etwa Versorgungsleitungen – anschaulich dargestellt und geplant werden. (Bild: Gatermann + Schossig)

FM: Wie funktioniert eigentlich so ein Architektenwettbewerb?

Rübenstrunk: Es gibt Portale, auf denen ein solcher Wettbewerb ausgelobt werden kann. Dort werden die Rahmenbedingungen festgelegt – zum Beispiel die Anzahl der beteiligten Architekten. Es wird der Bedarf definiert: wie viel Quadratmeter, was für ein Grundstück, wie viele Stellplätze, für wie viele Personen und so weiter. Daraus sollen Architekten einen Entwurf erstellen. Für die siegreichen Entwürfe gibt es ein Preisgeld. Und wir arbeiten natürlich darauf hin, einen Auftrag zu bekommen. In der Regel werden die ersten drei Preisträger eingeladen und mit ihnen wird über das Honorar verhandelt. Damit sind die Kommunen und ihre Feuerwehren nicht gezwungen, den ersten Preisträger zu nehmen. Tatsächlich machen wir diese Verfahren gerne, denn wir können meistens mit unserem Konzept überzeugen.

FM: Und ohne Wettbewerb?

Rübenstrunk: Die Alternative ist Design and Build, hier schließen sich Bauunternehmer und ein Architekt zusammen. Dabei wird der Entwurf schon konkret entwickelt. Mit dem Ziel, das Gebäude schlüsselfertig zu übernehmen. Dafür muss detailliert viel festgelegt werden, um spätere Kostenexplosionen zu vermeiden. Vielleicht nicht jede Steckdose, aber schon jeder Raum. Da steckt sehr viel Arbeit drin. Wir hatten ein Projekt, da hat die Feuerwehr ein Jahr Vorarbeit für den Anforderungskatalog geleistet, ein  hauptberuflicher Feuerwehrmann war eigens dafür von sonstigen Aufgaben freigestellt.

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