Motorsägen für die Feuerwehr

Einsatzmöglichkeiten von Motorsägen nach Sturmschäden

Eine typische Situation für den Motorsägen-Einsatz der Feuerwehr ist zum Beispiel die Beseitigung von entwurzelten und umgeknickten Bäumen. Hiermit sollte erst begonnen werden, wenn der Sturm nachgelassen hat. Ist die Lage noch dynamisch, sollte sich die Feuerwehr zunächst nur auf Absperrmaßnahmen beschränken.

Symbolfoto: Sven Buchenau

Folgende Lagen können auftreten:

  • aufgehängter Baum;
  • normal geworfener Baum mit Wurzelteller;
  • normal geworfener Baum mit zum Stamm hin geneigtem Wurzelteller;
  • geworfener Baum unter Spannung;
  • stehengebliebener abgebrochener Baumstumpf;
  • geknickter Baum mit hoch hängender Krone.
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Beseitigung von Windwürfen

Bei der Beseitigung von Windwürfen sollte der Sägenführer über eine gewisse Erfahrung verfügen. Vor Beginn der Sägearbeiten gilt es, folgende Punkte zu klären:

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  1. Liegt eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in dem Maße vor, dass die Gefahr unverzüglich beseitigt werden muss?
  2. Würde Absperren und Absichern der Gefahrenstelle reichen?
  3. Kann mit den vorhandenen Kräften der Einsatz abgewickelt werden?
  4. Reichen Ausbildung und praktische Erfahrung der Einsatzkräfte sowie die vorhandene Ausrüstung aus?
  5. Kann die Lage überblickt werden (zum Beispiel: Dunkelheit, Nebel)?
  6. Hängt die Baumkrone in anderen Bäumen oder sind andere Bäume bereits angeschoben?
  7. Lässt die Witterung ein sicheres Arbeiten zu (zum Beispiel Sturm, Frost, Schnee)?

Schnittfolge festlegen

Einheitsführer und Motorsägenführer sollten vor Beginn der Sägearbeiten eine Schnittfolge festlegen. Die Beseitigung von großen Windwurfflächen kann nicht Aufgabe der Feuerwehr sein. Hier ist häufig Spezialgerät erforderlich, beispielsweise Rückeschlepper, über welches die Feuerwehr in dem Maße nicht verfügt. Auch das Fällen von Bäumen ist in der Regel nicht Aufgabe der Feuerwehr.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Die genanntem Vorschriften sind absolut richtig. Die darin vorgegebene Ausbildung ist für Sturmholz jedoch nicht ausreichend. Ich selbst bin Ausbilder Motorsäge zusammen mit einem Diplomforstwirt wir haben für unseren Bereich aus dem alte Modul 4 “Aufarbeiten von Windwurf und Schneebruch” viel mit in das Modul B übernommen um die Einsatzkräfte genau auf diese Situationen vorzubereiten. In der Ausbildung wird bei uns auch Holz unter Spannung von jedem Teilnehmer gesägt.
    Unabhängig davon erforder das Sägen von Sturmholz und dessen Beurteilung eine gewisse Erfahrung. im letzten Sturm einsatz war auch ein Baum dabei, den ich wegen seiner Schädigung nur selbst gesägt habe.
    Meine Jungs und Mädels haben den richtig eingeschätzt und sich nicht ran gewagt.

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  2. Es gibt nicht “Den Kettensägeschein”, sondern verschiedene Module (siehe DGUV Information 214-059). In der Regel haben Hilfeleistungskräfte meist nur Modul A. Es ist m.E. Aufgabe des Einheitsführers, zu prüfen, welche Qualifikation (Modul) für die gegebene Aufgabe erforderlich ist (Holz unter Spannung ist mit Modul A z.B. nicht abgedeckt). Als Anhaltspunkt könnte u.a. die THW-DV 423 dienen. Ist eine Einsatzkraft mit der benötigten Qualifikation vorhanden, sollte diese m.E. ihre Arbeiten eigenverantwortlich durchführen, es sei denn, der Einheitsführer verfügt über die gleiche Qualifikation.

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  3. Hallo Jannes, ich bin gelernter Forstwirt und besitze einschlägige Sturmholzerfahrung. Der ” Kettensägenschein ” bringt weder Erfahrung noch das nötige Wissen mit um im Sturmholz so sicher wie möglich zu arbeiten.
    Gerade dann ist es besonders wichtig sich in den Arbeitsabläufen permanent auszutauschen das Risiko von Unfällen zu minimieren. Denn wichtig ist dass der Gruppenführer erst mal die Verantwortung hat.

    Mit kameradschaftlichem Gruß
    Marcel

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  4. Ich weiß garnicht warum der Sägenführer mit Erfahrung mit dem Einheitsfuhrer eine schnittfolge besprechen sollte. Der Sägenführer sollte über einen Kettensägenschein verfügen und ist dann eigenverantwortlich für seine Arbeiten.

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