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Interview

Bundesfeuerwehrarzt erklärt die Corona-Impfung

Viele Feuerwehrleute sind skeptisch, ob sie sich gegen das SARS-Coronavirus-2 impfen lassen sollen. Bundesfeuerwehrarzt Klaus Friedrich erklärt, wie der RNA-Impfstoff funktioniert und mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist.

FM: Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat grünes Licht für den Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer geben. Die ersten Impfungen in Deutschland wurden verabreicht. Warum wurden nicht die viel früher verfügbaren Impfstoffarten aus China und Russland zugelassen?

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Friedrich: Es gibt grob drei verschiedene Impfstoffarten. Bei der ersten Variante wird ein abgetötetes beziehungsweise inaktiviertes Virus geimpft. Bei der zweiten Variante kommt ein so genannter Vektor zum Einsatz. Dabei wird mit einem Trägervirus – das kann beispielsweise ein Grippevirus sein – das Antigen des SARS-Coronavirus-2 in den Körper eingebracht.

Der Nachteil dieser beiden Varianten ist, dass der Körper nach dem Kontakt mit den Antigenen eine verminderte Form der Erkrankung durchmacht – eine vorübergehende Impfreaktion. Das ist ungünstig für Patienten, deren Immunsystem durch das Alter oder andere Krankheiten bereits geschwächt ist. Und es kann auch passieren, dass eine Person geimpft wird, die bereits mit dem Coronavirus infiziert ist, aber noch keine Symptome zeigt. Diese Person wäre dann doppelt betroffen. Einerseits durch die Impfreaktion und andererseits durch die Symptome der Infektion selbst.

Symbolfoto: Berufsfeuerwehr Essen

FM: Russland und China haben Impfstoffe basierend auf diese beiden Varianten im Einsatz. In der Europäischen Union und in Deutschland soll nun die dritte Variante geimpft werden: Ein so genannter RNA-Impfstoff. Was sind eigentlich RNA-Impfstoffe?

Friedrich: Einfach gesagt: Dem Körper wird ein Bauplan injiziert, mit dem er die Antikörper gegen das Virus anfertigen kann. Anders als manchmal behauptet, kann dadurch nicht das eigene Erbgut verändert werden. Denn es ist keine DNA, die in den Körper gelangt, sondern RNA. Diese enthält andere Moleküle und kann die körpereigene DNA nicht verändern. Der Charme dieser Variante ist: eine klassische Impfreaktion wird seltener.

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Was ist RNA?

Die RNA oder auch RNS (Ribonucleic Acid beziehungsweise Ribonukleinsäure) ist eine Molekülart, welche in den biologischen Zellen nahezu aller Lebewesen vorkommt. Ein spezieller RNA-Typ, die Boten- oder auch Messenger-RNA (kurz: mRNA), dient als eine Art Zwischenspeicher von Erbinformationen. Denn die Erbinformation in Form von DNA (Desoxyribonukleinsäure) muss im menschlichen Körper letztlich in sogenannte Peptide übersetzt werden – die Grundbausteine für Proteine und Enzyme. Doch die DNA sitzt geschützt im Zellkern und kann nicht an die Stelle gelangen, wo die Peptide zusammengesetzt werden.

Da kommt die RNA ins Spiel. Sie wird im Zellkern als eine Art Negativ eines DNA-Abschnittes erstellt und kann dann aus dem Zellkern heraus zur Produktionsstätte der Peptide gelangen – den Ribosomen. Dort dient sie als Peptid-Bauplan. Genau diese Rolle erfüllt der Impfstoff von Biontech und Pfizer.

Dabei kann die RNA im menschlichen Körper nicht wieder zurück in DNA verwandelt werden – dafür fehlt dem Körper ein Enzym, welches er nicht selbst herstellen kann. Auch das SARS-Coronavirus-2 kann dieses Enzym – Reverse Transkriptase genannt – nicht herstellen und es ist auch nicht Teil des Impfstoffes.

FM: Welche Nebenwirkungen des RNA-Impfstoffes sind bekannt?

Friedrich: Es sind lokale und generalisierte Nebenwirkungen bekannt, wie sie grundsätzlich bei jeder Impfung vorkommen. Also Rötungen, Schwellungen, Schmerzen an der Injektionsstelle, Abgeschlagenheit und grippeähnliche Symptome. In Großbritannien und den USA wurden bislang einzelne allergische Reaktionen beobachtet, die aber auch bei jeder anderen Impfung in entsprechender Zahl vorkommen. Für den RNA-Impfstoff sind sie noch seltener beobachtet worden als beispielsweise bei einer Masernimpfung. Aber weil sie vorkommen, wird empfohlen, dass der Geimpfte für 20 Minuten im Impfzentrum verbleibt.

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FM: Sind Nebenwirkungen zu erwarten, die erst nach einiger Zeit nach der Impfung auftreten?

Friedrich: Es gibt bislang keine Hinweise auf langfristige Nebenwirkungen und es gibt für Impfstoffe dieser Art keine „Standard-Nebenwirkungen“, die erst nach geraumer Zeit auftreten. Aber: Wir müssen den Impfstoff natürlich kritisch begleiten, wie man es bei der saisonalen Grippeimpfung auch tut. Langfristige Erscheinungen sind bislang ja auch noch nicht messbar, da einfach noch keine Daten vorliegen.

Sollten sich im nächsten Jahr Personen nach einer Impfung melden und sagen, sie leiden nun etwa an einer Alzheimer-Erkrankung oder ähnlichem, müssen wir auch damit erstmal vorsichtig umgehen und genau untersuchen, ob die Erkrankung als Folge der Impfung in Frage kommt oder die Person auch ohne Impfung daran erkrankt wäre. Da Impfschäden per se meldepflichtig sind, wird man da aber sicher schnell ermitteln können, ob kausale Zusammenhänge vorliegen.

Nicht verwendet werden übrigens Adjuvantien, also sogenannte Wirkverbesserer, die auf Seiten von grundsätzlichen Impfgegnern immer wieder im Verdacht stehen, für langfristige Impfschäden verantwortlich zu sein.

Das gesamte Interview könnt Ihr in unserer nächsten Heft-Ausgabe lesen.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Man zählt Infizierte statt fachlich normalerweise Erkrankte. Jeder seriöse Arzt sagt das wenn er nicht gerade auf Gehaltsliste der Pharma steht wie jene welche die Regierung beraten. Allein wegen dieser offensichtlichen Trickserei und dem Punkt das die Pharma den größten Reibach macht in der Geschichte spricht mehr dafür es nicht zu tun. Nicht mal das Paul Ehrlich Institut ist unabhängig. Warum scheut man die offizielle Diskussion zwischen den Ärzten welche Pro und Contra Ansichten vertreten? Es wird auf Zwang die Sinnhaftigkeit behauptet und jeder der es anders sieht medial und gesellschaftlich niedergemacht. Das hat mit unserer Demokratie und Rechtsstaat nichts mehr zu tun. Sowas uns Einsatzkräften unzerzujubeln die ihr Leben riskieren zum Wohl aller ist beschämend.

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