4.000 Besucher

Ballonglühen: Großveranstaltung mit wachsenden Anforderungen an Feuerwehr

Inzell (BY) – Das jährliche Ballonglühen in Inzell, Kreis Traunstein, fand am vergangenen Freitag statt. Die Veranstaltung begann bereits um 16 Uhr, während das eigentliche Ballonglühen mit den Heißluftballonen gegen 18 Uhr einsetzte. Mit 41 Einsatzkräften war die Freiwillige Feuerwehr Inzell vor Ort, unterstützt von neun Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weißbach. Nach Angaben der Inzeller Touristik  waren 4.000 Besuchende vor Ort.

Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Inzell behält beim Ballonglühen den Überblick: Während mehrere Heißluftballone entzündet werden, sichern Einsatzkräfte die Veranstaltung ab und stehen für mögliche Zwischenfälle in Bereitschaft. (Bild: Hallweger)

Was nach Routine klingt, ist in Wahrheit ein komplexer Einsatz mit vielen parallelen Aufgaben: Parkplatzdienst, Verkehrslenkung, Straßensperren, Sicherheitswache und eine ständige Bereitschaft im Feuerwehrhaus. Gerade diese Bereitschaft ist ein zentraler Baustein der sicherheitsrelevanten Maßnahmen. Das Feuerwehrhaus liegt rund einen Kilometer Luftlinie vom Veranstaltungsgelände entfernt. Das ist ein entscheidender Vorteil, wenn es um schnelle Reaktionszeiten, klare Führungsstrukturen und eine koordinierte Vorgehensweise im Ernstfall geht. Ob medizinischer Notfall, technische Hilfeleistung oder eine unvorhersehbare Massenpanik – vom Gerätehaus aus kann sofort und gezielt koordiniert reagiert werden.

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Das Ballonglühen selbst stellt aus feuerwehrtechnischer Sicht einen klar definierten Gefahrenbereich dar. Rund sieben Heißluftballone, betrieben mit Gasflaschen und offenen Flammen, stehen zwar in einem abgegrenzten Bereich, befinden sich jedoch in unmittelbarer Nähe tausender Zuschauer. Hinzu kommt der winterliche Untergrund: Schnee, Kälte und Dunkelheit erhöhen das Risiko von Stürzen, Panikreaktionen oder unkontrollierten Bewegungen in der Menschenmenge. Die permanente Beobachtung des Geschehens und das schnelle Eingreifen bei kleinsten Auffälligkeiten sind an diesem Abend entscheidend. Dringende Alarmierungen werden der Bereitschaft im Inzeller Gerätehaus über die TBZ-Funkgruppe (Polizei und BRK vor Ort) unmittelbar mitgeteilt.

Eine der größten Herausforderungen liegt jedoch abseits des eigentlichen Veranstaltungsgeschehens, nämlich in der Verkehrslenkung. Rund 1.500 Fahrzeuge müssen sowohl bei der An- als auch bei der Abreise strukturiert und geordnet koordiniert werden. Als Parkflächen dienen unter anderem der Parkplatz an der Max-Aicher-Arena sowie ein Gewerbegebiet mit angrenzender Kiesgrube, von wo aus Shuttlebusse die Besucher zur Veranstaltungsfläche bringen. Zusätzlich sind Parkmöglichkeiten im Dorfzentrum eingebunden, deren Nutzung ebenfalls eine enge Abstimmung und Koordination erfordert.

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Innerhalb kurzer Zeit kommt es dabei zu einem massiven Zustrom und nach einem vergleichsweise kurzen Veranstaltungszeitraum zu einem ebenso dichten Abfluss. Hier zeigt sich die Bedeutung der Zusammenarbeit: Die Feuerwehr Weißbach unterstützt die Inzeller Kräfte beim Parkplatzdienst und bei der Verkehrsregelung, während die Einsatzbereitschaft jederzeit auf unvorhergesehene Lagen reagieren kann.

Dass die Anforderungen Jahr für Jahr steigen, ist kein Zufall. Mit der zunehmenden Beliebtheit des Ballonglühens wachsen auch die Anforderungen an sicherheitsrelevante Maßnahmen. Für die Feuerwehr bedeutet das mehr Planung, mehr Personal und mehr Verantwortung – bei gleichzeitiger Erwartung, im Hintergrund möglichst unsichtbar zu bleiben. Genau darin liegt die eigentliche Leistung dieses Einsatzes.

Und doch gehört an diesem Abend auch ein Stück gelebtes Ehrenamt dazu, das über Absperrungen und Funkverkehr hinausgeht: Vier Einsatzkräfte betreuen zusätzlich einen Pommes- und Currywurststand, dessen Einnahmen der Feuerwehr Inzell zugutekommen. Als am Ende des Abends das Leuchten der Ballone erlischt, die Zuschauer den Heimweg antreten und der Funkverkehr langsam verstummt, bleibt für die Einsatzkräfte vor allem eines: die Gewissheit, dass tausende Menschen ein beeindruckendes Erlebnis sicher genießen konnten. Ein Einsatz ohne Blaulicht und Sirenen – aber mit hoher Aufmerksamkeit, klarer Struktur und der ständigen Bereitschaft, innerhalb von Sekunden aus einer Veranstaltung einen Einsatz zu machen.

Text von Vanessa Hallweger

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