Geesthacht (SH) – Großeinsatz für Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei am Dienstagvormittag an der Alfred-Nobel-Schule in Geesthacht: In der Gemeinschaftsschule am Neuen Krug war offenbar Pfefferspray versprüht worden. Der Rettungsdienst musste mehr als 30 Betroffene versorgen, mehrere Schülerinnen wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei versucht jetzt den Verursacher zu ermitteln.
Mit einem Be- und Entlüftungsgerät leitete die Feuerwehr in der Alfred-Nobel-Schule in Geesthacht die mit Reizstoff belastete Luft aus dem Gebäude. (Bild: Jann)
Die ersten Notrufe waren gegen 10:30 Uhr in der Integrierten regionalleitstelle Süd (IRLS-Süd) in Bad Oldesloe eingegangen. Von dort wurden erste Kräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr alarmiert. Schnell wurde nach der ersten Erkundung dann das Stichwort auf einen Großeinsatz für den Rettungsdienst erhöht, auch die Einsatzleitung und der Leitenden Notarzt rückten an, um die Lage zu koordinieren.
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„Das Pfefferspray oder ein anderes Reizgas wurden wohl in einer Jungs-Toilette im ersten Obergeschoss versprüht. Von da aus hat sich der Reizstoff dann im Gebäude ausgebreitet“, sagte Schulleiterin Astrid Hannemann. Immer mehr Schülerinnen und Schüler klagten über Atemnot, das Schulgebäude wurde geräumt. „Die Kinder, die nicht betroffen waren, haben sich mit ihren Lehrern zunächst auf dem Schulhof und dann an der Sporthalle getroffen. Die betroffenen Kinder wurden vor dem Gebäude betreut“, so Hannemann weiter.
Notfallsanitäter und Notärzte kümmerten sich um die Sichtung der Verletzten, die Schule reichte Trinkwasser. Der Neue Krug musste wegen der zahlreichen Rettungsfahrzeuge für den normalen Verkehr voll gesperrt werden. Das sorgte wegen der Sackgassen-Situation, die die umliegenden Einbahnstraßen An der Post, Querstraße und Neuer Krug bilden, für ein Verkehrschaos.
Einsatzstellenbelüftung Teil 1 - Hochleistungslüfter
Während sich die Rettungskräfte um die Betroffenen kümmerten, hatte die Feuerwehr Mühe, die mit dem Gefahrstoff kontaminierte Luft aus dem Schulbau zu bekommen. „Normalerweise blasen wir Frischluft in Gebäude, die dann die belastete Luft durch Fensteröffnungen verdrängt“, erklärte Jörg Obermüller, Einsatzleiter der Feuerwehr. Doch an der Alfred-Nobel-Schule lassen sich die Fenster in den Räumen nur leicht ankippen – zu wenig, um Luft aus dem Gebäude zu bekommen. Deshalb musste aus dem ersten Obergeschoss ein Be- und Entlüftungsgerät mit einer langen Schlauchleitung durch ein Treppenhaus ins Erdgeschoss verlegt werden, um die belastete Luft dort abzuleiten. „Das ist natürlich aufwendig und langwierig“, sagte Obermüller.
Eltern konnten ihre Kinder vorzeitig aus der Schule abholen, allerdings waren zunächst Jacken, Ranzen und beispielsweise Handys der Kinder in der Schule verblieben, weil diese vorerst nicht betreten werden durfte.
Die Polizei hatte zunächst keine Hinweise auf den Täter, der den Reizstoff versprüht hatte. Eine Spraydose fanden die Einsatzkräfte nicht. Beamte nahmen mehrere Aussagen von Schülern auf, um jetzt den Verursacher ermitteln zu können.