Lagerfeuer, Wettbewerbe und Ausflüge

So verbringen die Jugendfeuerwehren ihren Sommer

Sommerzeit ist Zeltlagerzeit: Vielerorts schlagen Jugendfeuerwehren wieder ihre Zelte auf. Wettbewerbe, Feuerwehrtechnik, Ausflüge, Sport und gemeinsame Abende sorgen dabei für ganz unterschiedliche Programme. Wir zeigen sechs Beispiele aus Deutschland und Österreich.

Gemeinsame Abende am Lagerfeuer gehören für viele Jugendfeuerwehren zum Zeltlager dazu – so auch in Heilbad Heiligenstadt. (Bild: Feuerwehr Heiligenstadt)

Ob verlängertes Wochenende mit der eigenen JF, mehrtägiges Kreiszeltlager mit über 1.000 Teilnehmenden oder Erlebnistage in einer Jugendherberge: Für eine gemeinsame Sommerfreizeit gibt es kein festes Konzept. Wie unterschiedlich sich Ausbildung, Freizeit und Gemeinschaft miteinander verbinden lassen, zeigen wir Euch hier.

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Die Auswahl reicht vom Besuch einer Berufsfeuerwehr über Orientierungsmärsche und Leistungsbewerbe bis zu Abseilübungen, Workshops und selbst gestalteten Abendprogrammen. Damit können die Veranstaltungen zugleich Anregungen für andere Jugendfeuerwehren liefern, die selbst eine Freizeit planen.

Bruchhausen-Vilsen: Zeltstadt für 1.345 Jugendliche

Das größte Zeltlager dieser Auswahl richtete die Kreisjugendfeuerwehr Diepholz vom 4. bis 12. Juli in Bruchhausen-Vilsen aus. Insgesamt 1.345 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren bezogen ihre Zeltplätze auf dem Marktplatz.

Beim 43. Kreiszeltlager in Bruchhausen-Vilsen kamen 1.345 Jugendliche aus 52 Jugendfeuerwehren und vier Gastgruppen zusammen. (Bild: Kreisfeuerwehr Diepholz)

Vertreten waren 52 Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Diepholz und vier Gastjugendfeuerwehren. Den ersten Wettbewerb bildete ein Nacht-Orientierungsmarsch. Entlang der Strecke bearbeiteten die Gruppen Fragen aus dem Allgemeinwissen und dem Feuerwehrwesen. Hinzu kam eine Geschicklichkeitsaufgabe.

Beim Bundeswettbewerb absolvierten die Jugendfeuerwehren einen Löschangriff und einen Staffellauf mit feuerwehrbezogenen Aufgaben. Das Sportprogramm umfasste Volleyball, Völkerball, Schlagball und Indiaca. Auf dem Koppelteich traten die Gruppen außerdem bei einem Bootswettbewerb an.

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Einblicke in acht Handwerksberufe vermittelte die Handwerkerolympiade der Kreishandwerkerschaft Niedersachsen Mitte. In Dreierteams bewältigten die Jugendlichen Aufgaben aus den Bereichen Sanitär- und Heizungstechnik, Dachdeckerei, Elektrotechnik, Maler- und Lackiererhandwerk, Maurerhandwerk, Metallbau, Tischlerei und Zimmerei.

Workshops, ein Polit-Café, ein Sponsorencafé und der S-Club-Tag ergänzten das Programm. Für die Abendveranstaltungen bereiteten die Jugendfeuerwehren eigene Choreografien vor. Hinzu kamen eine Open-Air-Disco und ein weiterer Discoabend mit selbst gestalteten Gruppenkostümen.

Beim Bootswettbewerb auf dem Koppelteich waren Teamarbeit, Geschicklichkeit und Koordination gefragt.
Workshops ergänzten das Programm des Kreiszeltlagers in Bruchhausen-Vilsen um praktische und kreative Angebote.
Neben Wettbewerben gehörten in Bruchhausen-Vilsen auch Mitmachangebote und gemeinsame Aktionen zum Zeltlagerprogramm.

Fast 450 Mitglieder des Kameradschaftsbundes der ehemals aktiven Feuerwehrangehörigen besuchten das Zeltlager. Bei der Abschlussveranstaltung sicherte sich die Jugendfeuerwehr Jardinghausen-Neubruchhausen den Gesamtsieg. Groß Lessen belegte den zweiten Platz, Heede folgte auf Rang drei.

Das nächste Kreiszeltlager soll in Sankt Hülfe-Heede stattfinden.

Volders: Leistungsbewerb beim „FireCamp Tirol“

Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 30 Feuerwehren schlugen beim 20. „FireCamp Tirol“ ihre Zelte in Volders auf. Das gemeinsame Wochenende verband den Landes-Feuerwehrjugendleistungsbewerb mit einem Lagerprogramm.

In Volders verband das „FireCamp Tirol“ das Zeltlager mit dem Landes-Feuerwehrjugendleistungsbewerb. (Bild: Julian Pernsteiner)

Im Mittelpunkt stand der 40. Landes-Feuerwehrjugendleistungsbewerb. Die Tiroler Gruppen erreichten dabei 43 Leistungsabzeichen in Bronze und acht in Silber.

Mit 1.036,34 Punkten gewann Volders 1 die Bronzewertung und damit den Landessieg 2026. In der Silberwertung setzte sich Breitenbach durch. Die Mädchenwertung entschied die Gruppe des Bezirks-Feuerwehrverbandes Kufstein für sich.

Erstmals fand in Volders außerdem ein Teambewerb für Zweierteams statt. Das neue Format wurde als Pilotprojekt durchgeführt. Insgesamt 35 Mannschaften absolvierten Aufgaben wie Schlauchkuppeln, Knoten, Gerätekunde und Zielspritzen mit der Kübelspritze.

Zur Hindernisübung gehörten außerdem das Ausziehen und Kuppeln von zwei C-Druckschläuchen sowie ein Wassergraben, eine Hürde, ein Kriechtunnel und ein Laufbrett. Stams 1 gewann den ersten Teambewerb vor Stams 2 und Haimingerberg 2.

Beim TirolCup traten die besten Gruppen der Tiroler Bezirke im K.-o.-Modus gegeneinander an. Im Finale setzte sich St. Jakob im Defereggen 1 gegen Volders 1 durch. Rang drei belegte Lechaschau.

Ahlten: Zeltlager trifft doppeltes Jubiläum

Vom 12. bis 14. Juni verband die Feuerwehr Ahlten das Stadtjugendfeuerwehrzeltlager mit zwei Jubiläen: Die Kinderfeuerwehr bestand seit 20 Jahren, die Jugendfeuerwehr seit 50 Jahren.

Beim Stiefelweitwurf stellten die Mitglieder der Kinderfeuerwehr in Ahlten ihr Geschick unter Beweis. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Lehrte)

Am Freitag reisten 88 Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren aus dem Stadtgebiet an und bauten ihre Zelte auf dem Übungsplatz der Stadtfeuerwehr auf. Bei einem Orientierungsmarsch durch Ahlten sammelten die Gruppen an mehreren Stationen Legobausteine. Aus diesen setzten sie anschließend ein Feuerwehrauto zusammen.

Einen Tag später kamen 143 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren zu den Spielen ohne Grenzen hinzu. Rund um das Feuerwehrhaus absolvierten sie gemeinsam mit den Jugendfeuerwehrmitgliedern verschiedene Stationen.

Für die Kinderfeuerwehren standen unter anderem Stiefelweitwurf und Beobachtungsaufgaben mit einem Fernglas auf dem Programm. Die Jugendfeuerwehrmitglieder mussten Feuerwehrgeräte nach ihrem Gewicht aus einem Fahrzeug holen und zuordnen. Weitere Aufgaben führten blind durch einen Parcours und verlangten Knoten sowie die Rettung des Plüsch-Rettungshundes Timmy.

Einige Spiele waren für beide Altersgruppen gemeinsam vorbereitet. Bei einer Aufgabe mussten die Teilnehmenden sechs Kästen vergleichen und erkennen, welcher Gegenstand in einem davon fehlte.

Von den 18 angetretenen Kinderfeuerwehrgruppen gewann Ahlten 1 vor Hämelerwald 1 und Sievershausen 1. Bei den Jugendfeuerwehren führte Punktgleichheit zu einem gemeinsamen ersten Platz für Ahlten, Arpke und Immensen.

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Kalkar: Sommerfreizeit ohne Zeltübernachtung

Dass eine gemeinsame Jugendfeuerwehr-Freizeit nicht zwingend im Zelt stattfinden muss, zeigte die Jugendfeuerwehr Stadt Kalkar. Vom 3. bis 5. Juli verbrachten insgesamt 25 Kameradinnen und Kameraden mehrere Tage in der Jugendherberge in Prüm. Zur Gruppe gehörten überwiegend Jugendfeuerwehrmitglieder zwischen 12 und 17 Jahren sowie das Betreuerteam.

Beim Abseilen an einem Aussichtsturm in Weinsheim sammelten die Jugendlichen praktische Erfahrungen mit der Absturzsicherung. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Kalkar)

Bei einer Wanderung durch die Eifel stand die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe im Mittelpunkt. Ein weiterer Programmpunkt führte zu einem Aussichtsturm in Weinsheim. Dort seilten sich die Jugendlichen ab. Das Material für die Absturzsicherung stellte die Firma Safetripp zur Verfügung.

Durch die Vorbereitungen für die Nutzung des Turms entstand der Kontakt zur Jugendfeuerwehr Weinsheim. Beide Gruppen verbrachten einen gemeinsamen Nachmittag, tauschten sich aus und knüpften neue Kontakte. Ein Wiedersehen in Kalkar ist für das kommende Jahr geplant.

Bei einer Wanderung durch die Eifel genoss die Jugendfeuerwehr Stadt Kalkar gemeinsam den Blick über die Landschaft. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Kalkar)

Feuerwehrtechnische Ausbildung gehörte ebenfalls zum Programm. In einer Erste-Hilfe-Einheit trainierten die Jugendlichen unter realitätsnahen Bedingungen die Herz-Lungen-Wiederbelebung und den Einsatz eines Defibrillators. Außerdem behandelte die Gruppe Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen. Alexander Eikam stellte Übungspuppen bereit und unterstützte die Ausbildung fachlich.

Ein Abend am Lagerfeuer und eine spontane Wasserschlacht ergänzten die Erlebnistage. Der Kreis Kleve bezuschusste die Freizeitmaßnahme; die Förderung floss vollständig in die Unterkunft der Gruppe.

Heilbad Heiligenstadt: Interschutz, Berufsfeuerwehr und Schwimmbad

Über das Fronleichnamswochenende verbrachten 26 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr Heilbad Heiligenstadt gemeinsam mit elf Ausbildern vier Tage auf der Feuerwehrbleibe. Nach der Anreise bauten sie ihre Zelte auf. Zehn Jugendliche übernachteten in neu errichteten Sheltern.

Freizeit und Gemeinschaft kamen beim Zeltlager der Jugendfeuerwehr Heilbad Heiligenstadt ebenfalls nicht zu kurz. (Bild: Feuerwehr Heiligenstadt)

An Fronleichnam fuhr die Gruppe zur Interschutz nach Hannover. In Kleingruppen erkundeten die Teilnehmenden das Messegelände und informierten sich über moderne Ausrüstung, Einsatzfahrzeuge und weitere Entwicklungen bei der Feuerwehr.

Eine rund zweistündige Führung bei der Berufsfeuerwehr Kassel folgte am Freitag. Dabei erhielten die Jugendlichen Einblicke in deren Alltag und konnten Fragen stellen. Nach einem Besuch der Kasseler Innenstadt und einem Zwischenstopp in einer Eisdiele in Uder nutzte die Gruppe die Freizeitangebote auf dem Lagergelände. Dazu gehörten Tischtennis, Volleyball und Fußball.

Am Samstag standen ein gemeinsamer Brunch und der Besuch des Schwimmbads Eiswiese in Göttingen auf dem Programm. Den Abschluss bildete ein Grillabend mit den Eltern. Nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntag bauten die Jugendlichen ihre Zelte ab und räumten die Feuerwehrbleibe auf.

Bookholzberg: Eine Woche mit Übungen und Freizeit

Vom 4. bis 11. Juli fand in Bookholzberg das elfte Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Oldenburg statt. Als Lagergelände diente das Areal der Schule an der Ellernbäke in der Gemeinde Ganderkesee.

In Bookholzberg schlugen die Jugendfeuerwehren des Kreises Oldenburg ihre Zelte für das elfte Kreiszeltlager auf. (Bild: Kreisfeuerwehr Oldenburg)

Neben den heimischen Jugendfeuerwehren nahmen Gruppen aus Bremen, Delmenhorst und Oldenburg, aus dem Kreis Friesland sowie aus befreundeten Organisationen teil.

Beim Tag des offenen Zeltlagers besuchten rund 50 Mitglieder mehrerer Kinderfeuerwehren das Gelände. Sie wurden über den Platz geführt und verbrachten den Tag bei den jeweiligen Jugendfeuerwehren.

Zum Wochenprogramm gehörten Wettkämpfe, Übungen und Freizeitangebote. Die Jugendlichen absolvierten unter anderem ein Brennball-Turnier und einen Orientierungsmarsch bei Nacht. Mithilfe einer Karte mussten die Gruppen eine festgelegte Strecke im Dunkeln finden und unterwegs verschiedene Aufgaben lösen.

Auch feuerwehrtechnische Einsatzübungen standen auf dem Plan. Für weitere Abwechslung sorgten ein Menschen-Tischkicker und musikalische Auftritte.

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Vom Zeltplatz bis zur Jugendherberge

Die sechs Beispiele zeigen die Bandbreite möglicher Programme und Unterkünfte. Feuerwehrtechnische Ausbildung und Wettbewerbe lassen sich ebenso einbinden wie Ausflüge, Sportangebote oder gemeinsame Abende. Auch die Größe entscheidet nicht über die Vielfalt: Während eine einzelne Jugendfeuerwehr mit 26 Kindern und Jugendlichen mehrere Ziele besuchte, ermöglichten die großen Kreis- und Landesveranstaltungen zahlreiche parallele Wettbewerbe und Workshops. Kalkar wiederum zeigt, dass sich eine solche Freizeit auch ohne Zeltübernachtung gestalten lässt.


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