Großbrand auf dem Großmarkt

Wie die Feuerwehr den Großmarkt-Brand in Stuttgart eindämmte

Stuttgart (BW) – Nach rund 60 Stunden Dauereinsatz hat die Feuerwehr Stuttgart den Großbrand auf dem Großmarkt in Stuttgart-Wangen gelöscht. Am Montag um 9 Uhr meldete die Einsatzleitung „Feuer aus“. Bei dem Einsatz waren insgesamt mehr als 350 Kräfte eingebunden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde niemand verletzt.

Die Feuerwehr bekämpfte den Großbrand auf dem Stuttgarter Großmarkt unter anderem über Drehleitern und Teleskopmasten. (Bild: Fotoagentur-Stuttgart | Rosar )

Als die ersten Einsatzkräfte am Freitagabend gegen 22:40 Uhr auf dem Gelände des Großmarkts eintrafen, brannte eine Lagerhalle bereits in voller Ausdehnung. Die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt auf eine benachbarte Halle übergegriffen. Mit einem umfangreichen Löschangriff verhinderte die Feuerwehr Stuttgart, dass sich der Brand auf weitere Hallen ausbreitete.

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In der Spitze arbeiteten mehr als 200 Einsatzkräfte gleichzeitig an der Einsatzstelle. Beteiligt waren Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr, die Werkfeuerwehren von Mercedes-Benz und Bosch, das Technische Hilfswerk (THW), Rettungsdienst, Hilfsorganisationen sowie die Polizei. Über die gesamte Einsatzdauer hinweg waren alle 5 Feuerwachen der BF und alle 24 Abteilungen der FF Stuttgart in die Maßnahmen eingebunden. Dazu gehörten auch Ablösungen, die Besetzung verwaister Feuerwachen und die Sicherstellung von Paralleleinsätzen.

Für die Brandbekämpfung brachte die Feuerwehr drei Drehleitern und zwei Teleskopmasten mit Wasserwerfern in Stellung. Zusätzlich gingen die Kräfte mit sechs handgeführten Löschrohren gegen die Flammen vor. In einem einsturzgefährdeten Bereich kam außerdem ein ferngesteuertes Löschunterstützungsfahrzeug zum Einsatz. Dass ein Brandüberschlag auf weitere Gebäude nur knapp verhindert wurde, zeigten nach Angaben der Feuerwehr geschmolzene Hallentore an gefährdeten Gebäuden.

Der Wasserbedarf war so hoch, dass die Feuerwehr neben einer Versorgung über lange Wegstrecken auch Wasser aus dem Neckar entnahm. Dafür nutzten die Einsatzkräfte Hochleistungspumpen. Ein Feuerwehrboot kontrollierte den Neckar auf Verschmutzungen.

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Auch eine Feuerwehrdrohne kam unterstützend zum Einsatz. Mit ihrer Wärmebildkamera konnten die Kameraden die Wasserwerfer so ausrichten, dass diese gezielt auf die Brandbereiche wirkten. Eine weitere Herausforderung waren einsturzgefährdete Gebäudeteile und Brandherde, die von außen zunächst nicht erreichbar waren. Das THW entfernte mit mehreren Baggern Gebäudeteile und Brandschutt. Dadurch verbesserten sich die Zugriffsmöglichkeiten für die Löscharbeiten.

Wegen der starken Rauchentwicklung warnte die Feuerwehr Stuttgart die Bevölkerung zunächst in einem Umkreis von 4.000 Metern. Bürgerinnen und Bürger sollten Fenster und Türen geschlossen halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen ausschalten. Am Samstagvormittag reduzierte die Feuerwehr den Radius auf 1.000 Meter, gegen 14:45 Uhr hob sie die Warnung vollständig auf. Messspezialisten der Feuerwehr führten fortlaufend Luftmessungen durch. Dabei stellte die Feuerwehr Geruchsbelästigungen und Sichtbeeinträchtigungen fest, aber keine kritischen Messergebnisse.

Am Samstagmittag gegen 12:30 Uhr meldete die Einsatzleitung „Brand unter Kontrolle“. Danach folgten weitere Lösch- und Sicherungsarbeiten. In den Nächten blieb die Feuerwehr mit Brandwachen vor Ort, um aufflammende Brandnester schnell ablöschen zu können. Abrissarbeiten durch ein Privatunternehmen ruhten zeitweise und wurden am Montagmorgen fortgesetzt.

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Die Dimension des Einsatzes zeigte sich auch im Materialverbrauch. Mehr als 200 Atemschutzgeräte und über 300 Feuerwehrschläuche kamen zum Einsatz. Damit die Ausrüstung schnell wieder einsatzbereit wird, löste die Feuerwehr Stuttgart für mehrere Werkstätten einen dienstfreien Alarm aus. Auch Mitarbeitende der Integrierten Leitstelle, der Einsatzmittelverwaltung, des Schutzkleidungslagers und der Transportlogistik unterstützten den Einsatz im Hintergrund.

Nach Angaben der Märkte Stuttgart GmbH war der Versorgungsauftrag mit Lebensmitteln in der Region Stuttgart zu keiner Zeit gefährdet. Die Feuerwehr rechnet allerdings damit, dass es bei den weiteren Abrissarbeiten in den kommenden Stunden und Tagen erneut zu Feuerwehreinsätzen auf dem Gelände kommen kann. 

Nach Angaben der Polizei Stuttgart entstand erheblicher Schaden. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Zeugen mit Hinweisen zum Brand werden gebeten, sich unter +49 711 8990 5778 zu melden.

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