Rostock (MV) – Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat am gestrigen 11. Juni 2026 ihre neue Integrierte Leitstelle (ILS) auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache 1 in Betrieb genommen. Nach mehr als einem Jahrzehnt Planungs- und Bauzeit im Zusammenwirken des Amtes für Brandschutz/Rettungsdienst und Katastrophenschutz mit dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) steht nun eines der modernsten Führungs- und Kommunikationszentren in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung.
Blick in die neue Integrierte Leitstelle (ILS) der Hanse- und Universitätsstadt Rostock in der Feuer- und Rettungswache 1, Erich-Schlesinger-Straße 24, 18059 Rostock. (Bild: Amt für Brandschutz/Rettungsdienst und Katastrophenschutz der Hanse- und Universitätsstadt Rostock)
Die neue Leitstelle ist ab sofort zentrale Anlaufstelle für alle Notrufe über die Nummern 112 und 19222 im Zuständigkeitsbereich der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Von hier aus koordinieren die Disponentinnen und Disponenten rund um die Uhr sämtliche Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Maßnahmen des Katastrophenschutzes.
Anzeige
„Mit der Inbetriebnahme der neuen Leitstelle stellen wir sicher, dass die Hanse- und Universitätsstadt Rostock auch in Zukunft bestens auf Notfälle vorbereitet ist. Die Investition stärkt nachhaltig die Sicherheit der Rostockerinnen und Rostocker sowie unserer Gäste und schafft gleichzeitig moderne Arbeitsbedingungen für die Disponentinnen und Disponenten, die 24/7 für uns erreichbar sind“, betont Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.
Das Gebäude wurde im August 2024 fertiggestellt und an die Feuerwehr übergeben. Nachdem das zentrale Katastrophenschutzlager und die Atemschutz- und Gerätewerkstatt sowie die Bekleidungskammer seitdem in Nutzung gegangen sind, erfolgte in den vergangenen Monaten der technische Aufbau der neuen ILS mit der Installation einer hochverfügbaren IT-Infrastruktur sowie einer vollständigen Neustrukturierung der Hard- und Software.
Besondere Merkmale der neuen Leitstelle sind ihre hohe Ausfallsicherheit und die Umsetzung besonders hoher Sicherheitsanforderungen für den Betrieb. Es bestehen zwei voneinander unabhängige Serverräume, redundante Netzwerke und Kommunikationssysteme, mehrere voneinander getrennte IT-Netze sowie leistungsfähige Notstromanlagen für die Gesamtversorgung des Gebäudes (USV). Als wesentlicher Bestandteil der kritischen Infrastruktur gewährleisten diese Systeme, dass die Leitstelle auch in außergewöhnlichen Schadenslagen als verlässliches Führungsmittel zur Verfügung steht, heißt es.
„Die Inbetriebnahme der neuen Leitstelle ist ein großer Schritt auf dem Weg, Rostock in Hinblick auf Krisen sicherer und resilienter zu machen. Mit modernster Technik und einer zukunftsfähigen Infrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen, um den steigenden Anforderungen an den Bevölkerungsschutz auch langfristig gerecht zu werden“, erklärt Senator Dr. Chris von Wrycz Rekowski.
Symbolische Inbetriebnahme der neuen Integrierte Leitstelle (ILS) der Hanse- und Universitätsstadt Rostock durch Senator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und Michael Allwardt, Leiter des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz (v.l.n.r.). (Bild: Amt für Brandschutz/Rettungsdienst und Katastrophenschutz der Hanse- und Universitätsstadt Rostock)
Für die tägliche Einsatzbewältigung stehen 7 moderne Leitstellenarbeitsplätze mit 3 teilbaren Curved Flatscreen-Monitoren, persönlicher Tastatur, Maus und Headset, Lautsprechern und Sprechfunkanlage zur Verfügung. Darüber hinaus bestehen eine Ausbaureserve für künftige Anforderungen und 8 zusätzliche Abfrageplätze für Großschadenslagen oder außergewöhnlich hohe Anrufaufkommen, beispielsweise bei Sturmereignissen oder Hochwassersituationen.
Die Bedeutung der Leitstelle Rostock zeige sich im Einsatzaufkommen: Im Jahr 2025 wurden 54.807 Notrufe, 9.193 Anrufe für den Krankentransport sowie 46.686 weitere Anrufe bearbeitet.
Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 36,8 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 30,3 Millionen Euro auf die Errichtung des Gebäudes und rund 6,5 Millionen Euro auf die technische Ausstattung der Leitstelle. Mit der Aufnahme des Leitstellenbetriebes ist zugleich der erste von vier Bauabschnitten der umfassenden Modernisierung der Feuerwache 1 in der Rostocker Südstadt erfolgreich abgeschlossen.