Bad Oldesloe (SH) – Blindgänger im Stadtgebiet, unterbrochene Verkehrsachsen und überörtliche Löschhilfe: Die Freiwillige Feuerwehr Bad Oldesloe im Kreis Stormarn muss sich immer wieder auf besondere Einsatzbedingungen einstellen. Dabei greifen ihre Ortswehren auf vorbereitete Konzepte, lokale Erfahrung und eine enge Abstimmung mit anderen Stellen zurück.
Versammelt vor dem Rathaus steht die Gemeindefeuerwehr Bad Oldesloe mit ihren vier Ortswehren, dem Musikzug, der Jugendfeuerwehr und der Alters- und Ehrenabteilung. (Bild: Jann)
Als am 23. März 2025 eine amerikanische 250-Kilo-Fliegerbombe unter einem Mehrfamilienhaus entschärft werden soll, steht auch die Feuerwehr vor einer ungewöhnlichen Aufgabe. Nicht die Arbeiten am Blindgänger selbst fallen in ihre Zuständigkeit. Die Ortswehren Bad Oldesloe, Seefeld, Rethwischfeld und Poggensee müssen vielmehr sicherstellen, dass sie trotz des großräumigen Sperrkreises einsatzbereit bleiben.
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Dafür richtet die Feuerwehr zwei Bereitstellungsräume ein: am Feuerwehrhaus an der Lübecker Straße sowie auf dem Parkplatz eines Discounters an der Ratzeburger Straße. Von dort können Einsatzkräfte und Fahrzeuge ausrücken, falls während der Entschärfung ein weiterer Alarm eingeht.
Das Konzept ist notwendig, weil der Sperrbereich wichtige Straßenverbindungen im Zentrum der Kreisstadt unterbricht. „Wir haben dafür ein bewährtes Konzept und werden jeweils vorab von den Experten des Kampfmittelräumdienstes für die anstehenden Aufgaben gebrieft“, berichtet Christian Brand, Ortswehrführer von Bad Oldesloe.
Gemeinsam mit Gemeindewehrführer Olaf Klaus koordiniert er die Maßnahmen der Feuerwehr. Für Brand ist es die erste Bombenentschärfung in seiner Funktion als Feuerwehrchef. Mit Blindgängern ist Bad Oldesloe jedoch bereits mehrfach konfrontiert worden.
Leitstelle bleibt im Sperrgebiet in Betrieb
Eine weitere Besonderheit der Lage: Mitten im abgesperrten Bereich befindet sich die Integrierte Regionalleitstelle Süd. Von dort werden Einsätze der Feuerwehren und Rettungsdienste in den Kreisen Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg disponiert.
Auf der dem Bombenfundort abgewandten Seite nimmt die Leitstelle weiterhin Notrufe entgegen und koordiniert die laufenden Einsätze. Gleichzeitig bereitet sich die Feuerwehr darauf vor, bei Bedarf von ihren ausgelagerten Standorten auszurücken.
Außerhalb von Bad Oldesloe unterstützen die FF Bad Oldesloe und die FF Seefeld bei der Brandbekämpfung eines in Sanierung befindlichen Bauernhauses. (Bild: Jann)
Die Entschärfung gelingt. Nach Einschätzung von Brand arbeiten die beteiligten Stellen trotz der schwierigen Bedingungen im Keller gut zusammen.
Dass vorbereitete Strukturen und eine abgestimmte Zusammenarbeit nicht nur bei Bombenfunden gefragt sind, zeigt sich auch bei der nachbarschaftlichen Löschhilfe. Am 10. Mai 2026 alarmiert die Leitstelle die Feuerwehr Bad Oldesloe mit dem Drehleiter-Zug zu einem brennenden Rohbau in Travenbrück.
Bereits auf der Anfahrt erkennen die Kräfte eine deutliche Rauchentwicklung. Das Einsatzstichwort wird auf Feuer 2 erhöht. Beim Brandobjekt handelt es sich um ein älteres Bauernhaus, das umfassend saniert wird. Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen Flammen aus dem Haupthaus und den beiden angebauten Seitenflügeln.
Die Bombenentschärfung und der Brand in Travenbrück geben einen ersten Einblick in die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Bad Oldesloe. Die ausführliche Reportage von Timo Jann über ihre Ortswehren, ihre Organisation und weitere Einsätze liest Du im Feuerwehr-Magazin 7/2026.