Trockenheit erhöht Risiko

Vegetationsbrände nehmen Fahrt auf

Ruhland/Hildburghausen/Hünxe (BB/TH/NW) – Mehrere Wald- und Vegetationsbrände haben am Montag Feuerwehren in mehreren Bundesländern gefordert. In Thüringen ermittelt die Polizei nun wegen Brandstiftung. Die Einsätze zeigen bereits früh in der Saison, wie schnell sich Feuer ausbreiten können.

Beim Waldbrand bei Hildburghausen setzte die Feuerwehr unter anderem lange Schlauchleitungen und Waldbrandtechnik ein. Eine Drohne half bei der Suche nach Glutnestern. (Bild: News5 | Ittig)

Noch vor den ersten hochsommerlichen Temperaturen häufen sich Einsätze wegen Wald- und Vegetationsbränden. So rückten in Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen Feuerwehren am Montag zu mehreren Bränden aus, teils zeitgleich.

Anzeige

Besonders gefordert waren die Einsatzkräfte in Ruhland, Kreis Oberspreewald-Lausitz, in Brandenburg. Zunächst brannten rund 300 Quadratmeter Wald an einer Bahnstrecke zwischen Ruhland und Schwarzbach. Noch während dort gelöscht wurde, ging die Meldung über einen zweiten Brand am Teich „Alte Badeanstalt“ ein. Weil die Kräfte zunächst gebunden waren, traf die Feuerwehr dort auf eine bereits deutlich größere Brandfläche. Das Feuer breitete sich auf rund 2.000 Quadratmeter aus. Mit fünf Strahlrohren brachten die Einsatzkräfte den Brand nach rund einer Stunde unter Kontrolle.

Auch in Thüringen liefen parallel zwei größere Einsätze. Im Bereich der Langen Heide bei der Kreisstadt Hildburghausen brannte ein rund vier Hektar großes Waldstück. Das Feuer breitete sich teils unterirdisch aus. Rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren Hildburghausen und Themar arbeiteten dort mit Waldbrandrucksäcken, Großraumtanklöschfahrzeugen (GTLF) und langen Schlauchleitungen. Eine Drohne überflog das Gebiet zur Lokalisierung von Glutnestern, der Forst fällte umsturzgefährdete Bäume und löschte betroffene Bereiche gezielt ab. Über Nacht übernahm der Stadtförster in Absprache mit der Feuerwehr die Brandwache. Am Dienstagmorgen galten beide Thüringer Brände als vollständig gelöscht. Neue Glutnester wurden nicht entdeckt.

PDF-Download: Download: Leichte Jacken

Leichte Jacken – Fachbeitrag zur Schutzkleidung für die Vegetationsbrandbekämpfung. Risiken falscher PSA, Anforderungen an leichte Jacken sowie eine umfassende Marktübersicht mit aktuellen Modellen, Normen und Herstellerangaben.

3,90 €
AGB

Der zweite Thüringer Brand zwischen Suhl-Friedberg und Hirschbach, ebenfalls Kreis Hildburghausen, hat unterdessen ein strafrechtliches Nachspiel: Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Unbekannte sollen an sieben verschiedenen Stellen entlang eines Wanderweges Feuer gelegt haben. Der Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf mindestens 20.000 Euro. Die Polizei sucht Zeugen.

Wie unterschiedlich Vegetationsbrände auftreten können, zeigte ein Einsatz in Hünxe, Kreis Wesel, in Nordrhein-Westfalen. In einem Waldstück brannten rund 45 Quadratmeter Unterholz. Die Einsatzkräfte löschten mit Kübelspritze und Löschrucksäcken und kontrollierten die Fläche anschließend mit einer Wärmebildkamera auf Glutnester.

Mit Handwerkzeugen und Löschrucksäcken bekämpften Einsatzkräfte der Feuerwehr Hünxe den Vegetationsbrand im Unterholz. Anschließend kontrollierten sie die Fläche auf Glutnester. (Bild: Feuerwehr Hünxe)

Die Einsätze verdeutlichen typische Herausforderungen früher Vegetationsbrände: knappe Wasserversorgung, schnelle Ausbreitung im trockenen Unterholz und hoher Personalbedarf bei parallelen Lagen. Neben klassischen Löschmitteln kamen dabei spezialisierte Mittel wie Drohnen, Löschrucksäcke und Waldbrandtechnik zum Einsatz.

Die Lage bleibt angespannt: Im Forstamtsbereich Heldburg in Südthüringen galt am Dienstagmorgen Warnstufe 4 – die zweithöchste Stufe. Das Forstamt kann dort öffentliche Grillplätze und Feuerstellen sperren. Mit angekündigten Temperaturen von bis zu 26 Grad und anhaltender Trockenheit könnte sich die Situation weiter verschärfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert