Feuerwehr München zieht Zwischenfazit

Automatisierte Drohnen liefern Lagebilder noch vor Eintreffen der Feuerwehr

München (BY) – Die Feuerwehr München zieht nach den ersten Einsätzen ihres automatisierten Drohnensystems ein positives Zwischenfazit. Seit dem Start des Pilotbetriebs Anfang Dezember 2025 kamen die Drohnen bereits bei mehr als 20 Lagen zur ersten Erkundung zum Einsatz – teils noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte.

Die automatisierte Drohne der Feuerwehr München liefert bei einem Brandeinsatz aus der Luft Wärmebild- und Übersichtsaufnahmen und unterstützt so die Einsatzkräfte bei der Lageerkundung. (Bild: Feuerwehr München)

Wie die Feuerwehr München mitteilt, setzt sie seit Anfang Dezember 2025 im Rahmen eines Pilotprojekts zwei automatisierte Drohnen zur Unterstützung der Einsatzführung ein. Ziel des Projekts ist es, Erfahrungen im operativen Einsatz zu sammeln und das Potenzial der Systeme für die Gefahrenabwehr zu bewerten. Über den Start des Pilotbetriebs hatte das Feuerwehr-Magazin bereits berichtet.

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Seitdem lieferten die Drohnen bei über 20 Einsätzen Bildmaterial für die erste Lageeinschätzung, ohne dass sich Einsatzkräfte in Gefahr bringen mussten. Unter anderem überflog eine Drohne nach einer Meldung über ein mögliches eingebrochenes Kind eine zugefrorene Eisfläche. Eine Einbruchstelle konnte dabei nicht festgestellt werden, es kam niemand zu Schaden. Auch bei einem schweren Busunfall am vergangenen Wochenende in Trudering unterstützte das System die Erkundung.

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Weitere Einsätze betrafen einen Küchenbrand, bei dem die integrierte Wärmebildkamera zusätzliche Erkenntnisse lieferte, sowie einen Brand unter einer Brücke, bei dem die Einsatzstelle von der Flussseite aus erkundet wurde. Am Mittwochnachmittag kam eine automatisierte Drohne zudem bei einem Brandeinsatz in der Balanstraße zum Einsatz. Bereits während der Anfahrt erhielt der Einsatzleiter Lagebilder aus der Vogelperspektive. Die weitere Erkundung erfolgte mit zwei Trupps unter Atemschutz. Als Ursache für die Rauchentwicklung stellte sich ein fehlerhaft installierter Holzkohlekamin im Erdgeschoss heraus. Verletzt wurde niemand.

Nach Angaben der Feuerwehr waren die beiden Drohnen bislang insgesamt über sechs Stunden in der Luft. Die längste einzelne Mission dauerte 26 Minuten bei einer Flugstrecke von 17,6 Kilometern. Insgesamt legten die Systeme bisher 197 Kilometer zurück. Bereits 33 Sekunden nach der Alarmierung starten die Drohnen automatisch und sind damit häufig noch vor den Einsatzkräften an der Einsatzstelle.

Einsatzdrohne der Feuerwehr München im Flug. (Bild: Feuerwehr München)

„Unser erstes Zwischenfazit nach zwei Monaten Testbetrieb ist sehr positiv“, erklärt Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, Leiter der Feuerwehr München. Die automatisierten Drohnen lieferten bereits auf der Anfahrt ein deutlich besseres Lagebild und hätten bei allen bisherigen Einsätzen reibungslos funktioniert. Jeder Einsatz werde detailliert dokumentiert, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Stationiert sind die Drohnen in Dockingstationen auf der Feuerwache 4 in Schwabing sowie auf der Feuerwache 5 in Ramersdorf. Durch diese Standorte kann nach Angaben der Feuerwehr das gesamte Stadtgebiet abgedeckt werden. Nach Abschluss der sechsmonatigen Erprobungsphase ist eine umfassende Auswertung vorgesehen. Zudem ist für das erste Quartal 2026 eine Ausdehnung des Projekts um einen dritten Drohnenstandort im Kreis München vorbesprochen und befindet sich in der Umsetzungsphase.

Automatisierte Drohnensysteme zur Einsatzunterstützung werden derzeit auch in anderen Regionen Deutschlands im Rahmen von Pilotprojekten erprobt, unter anderem im Kreis Paderborn.

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