Gerätewagen für die Tierrettung

Dortmund (NW) – „Es ist nicht das, wonach es aussieht.“ Dieser gern in prekären Situationen genutzte Satz trifft auch auf die beiden neuen Gerätewagen (GW) der Berufsfeuerwehr Dortmund zu. Äußerlich gleichen die Mercedes Sprinter 316 CDI zunächst einem Rettungswagen (RTW). Zufall ist das nicht, da die beiden Neulinge bei der Firma Dülmer in Emsbüren (NS) ausgebaut wurden, der Firma, die auch die aktuelle RTW-Generation der Feuerwehr Dortmund liefert. Beim Blick auf den Vertikallifter der Firma Dhollandia am Heck des Kofferaufbaus sieht man aber schnell den Unterschied.

Fast könnte man meinen, zwei neue RTW vor sich zu haben. Bei den beiden Mercedes Sprinter 316 CDI mit Aufbau von Dülmer handelt es sich aber um Gerätewagen

Bei den Dortmunder GW lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Nun sind Gerätewagen nicht unbedingt die Feuerwehrfahrzeuge, die mit technischen Innovationen gespickt sind. Dennoch lohnen die beiden Dortmunder Fahrzeuge einen zweiten Blick. Die Planungsphase begann vor zwei Jahren. Da ein Fahrzeug zur Tierrettung eingesetzt werden sollte, setzte man sich mit dem Dortmunder Tierschutzzentrum und dem Veterinäramt zusammen, um alle Auflagen und Anforderungen in Punkto Fahrzeuggröße zu erfüllen. Ebenso wurden Wünsche und Anregungen der Kollegen aus den Wachabteilungen berücksichtigt. Waren es im Jahr 2000 Kampfhunde, die den Behörden Probleme bereiteten, sind es jetzt eher die großen Herdenschutzhunde wie beispielsweise der türkische Kangal, eine der größten Hunderassen, die derzeit in Mode sind.

Hier sieht man deutlich den Unterschied zu anderen Ladebordwänden: Der Dhollandia-Vertikallift lässt sich bis in die oberen Bereiche hochfahren. Die Traglast beträgt 600 kg.

Tierrettung: Wann ist es ein Einsatz für die Feuerwehr?

Katze auf Baum, Dackel im Fuchsbau, Pferd in Graben – die Anzahl an Tierrettungseinsätzen steigt bei vielen Feuerwehren. Doch ist die Feuerwehr überhaupt immer zuständig? Welche Voraussetzungen macht das Recht? Und welche Einsätze sind kostenpflichtig? Im eDossier geben wir Antworten auf diese Fragen.

Unser eDossier Tierrettung könnt Ihr hier direkt herunterladen.

Für diese Großtiere verfügt das als Tierrettungswagen vorgesehene Fahrzeug über einen großen Einschubcontainer mit zwei Gitterrollwagen. In einem dieser Rollwagen sind mehrere Flightboxen für kleinere Hunde oder Katzen untergebracht. Die Container haben die Maße von 160 x 120 x 85 Zentimetern und reichen somit für die größten Hunderassen aus. Das städtische Tierheim verfügt über vier weitere Tauschcontainer. Bringt die Feuerwehr außerhalb der Öffnungszeiten ein Fundtier zum Tierheim, kann sie den Container komplett mit Futter und Wasser in einen dafür vorgesehenen Raum stellen. Am anderen Morgen kümmern sich die Tierheimmittarbeiter um den Neuzugang. Die Besatzung des GW nimmt einen leeren Container wieder mit.

Blick in den vorderen Teil des Geräteraums (Tierrettungswagen). Links zwei Säcke mit Vollschutzanzügen, wie sie auch zur Ausbildung von Diensthunden verwendet werden. Mittig mehrere Zargesboxen mit Wassernäpfen, Futter, Maulkörbe und weiteren Leinen. Rechts an der Stirnwand sieht man die heruntergeklappte Werkbank.

Beide Fahrzeuge stehen auf der Feuer- und Rettungswache 5 in Dortmund-Marten (FW West). Der für die Tierrettung vorgesehene Gerätewagen ist ständig als solcher ausgerüstet und wird von der Wachabteilung der FW 5 eingesetzt. Das andere Fahrzeug wird von der Abteilung 3 (Technik) genutzt und je nach Verwendungszweck ausgerüstet. [ID 565]

Technische Daten:

  • Basismodell: Mercedes Sprinter 316 CDI
  • Motorleistung: 120 kW/163 PS, 2.143 cm³
  • Antrieb: 4×2
  • Radstand: 3.600 mm
  • Zulässige Gesamtmasse: 3.880 kg
  • Zusatzausstattung: Vertikallift, luftgefederter Tiefrahmen, Rundumlicht, Navi, Rückfahrkamera

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