Produkt: Sonderheft: Einsatz unter Atemschutz
Sonderheft: Einsatz unter Atemschutz
Alles, was Feuerwehrkräfte zum richtigen Einsatz unter Atemschutz wissen müssen – dieses 116 Seiten starke Sonderheft liefert Antworten!
Kommando "Bart ab!"

Bärte gefährden Atemschutzträger und Einsatzbereitschaft

Immer mehr in Mode gekommen beziehungsweise seit einiger Zeit wieder im Trend: Mann trägt Bart. Besonders angesagt sind scheinbar Vollbärte (auch Hipsterbärte genannt) oder “5-Tages-Bärte”. Also verständlich, dass auch der Feuerwehrmann diesem Trend verfällt. Aber weiß jeder auch, was das für den Atemschutzeinsatz und folglich für die Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehr bedeutet? Wir klären auf.

Kennt Ihr als Gruppenführer diese Situation? Ihr rückt mit nur wenig Personal zu einem Brandeinsatz aus, ein kurzer Blick nach hinten in die Mannschaftskabine und ihr seht gerade mal einen kompletten Atemschutztrupp. An der Einsatzstelle angekommen rüsten sich die Kameraden aus und einer der beiden trägt einen flauschigen Bart. So wird Euer Angriffstrupp gesprengt. Eigenschutz ist für den Feuerwehrmann mit Bart unter Atemschutz nicht gewährleistet. So oder so ähnlich gibt es alltäglich Einsatzsituation, wo der modische Trend die Einsatzbereitschaft einer Feuerwehr gefährdet.

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Schon ein leichter Bart kann zu Undichtigkeiten bei der Atemschutzmaske führen. Foto: Patzelt

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Björn Lüssenheide, Experte von Atemschutzunfaelle.eu, erklärt die Arten der Gefährdung und die Auswirkung von Bärten für den Atemschutzgeräteträger in seinem Beitrag:

“Ist der Barterlass noch zeitgemäß?” 

Der Atemschutz-Experte fasst zusammen: “Haare im Bereich der Dichtlinien oder Dichtflächen von Atemanschlüssen sind nicht zulässig. Auftreten können Undichtheiten des Atemanschlusses am Gesicht und Funktionsstörungen von Ventilen der Atemanschlüsse. Dies kann bewirken, dass Leckagen nach Innen entstehen, wodurch Schadstoffe in die Atemluft dringen. Nach außen gerichtete Leckagen reduzieren die Einsatzzeit.”

Brandinspektorin: Hipsterbärte gefährden die Einsatzbereitschaft

Bart ab! Tanja Dittmar, Kreisbrandinspektorin aus Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), forderte Feuerwehrmänner wiederholt zur Rasur auf. Sie machte in Beiträgen der “hessenschau.de” deutlich, dass Bärte im Atemschutzeinsatz lebensgefährlich für die Einsatzkräfte sein können. Ein Bart ist für Atemschutzgeräteträger nicht ungefährlich: Denn der Bartwuchs verringert die Dichtigkeit der Masken. Im Kreis würden bei Übungen Atemschutzgeräteträger mit Bart wieder nach Hause geschickt werden.

In der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 “Atemschutz” steht:
“Einsatzkräfte mit Bart oder Koteletten im Bereich der Dichtlinie von Atemanschlüssen sind für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet.”

>>Mehr zu den Feuerwehrdienstvorschriften gibt es hier!<<

Das sagen die Feuerwehr-Unfallkassen

Auf die gesundheitlichen Risiken von Bärten in Verbindung mit dem Atemschutzeinsatz weisen auch die Unfallkassen hin. Die HFUK Nord beschreibt in ihrem Beitrag beispielsweise deutlich: “Es kann ein Bartwuchs bereits nach 24 Stunden im Dichtlinienbereich zu Undichtigkeiten führen oder auch schon früher. Daher gibt es keine Abschwächungen oder Ausnahmen, auch ein Drei-Tage-Bart gilt als Bart.”

Der Bart muss ab! – Beitrag von Radio Bremen

Das Regionalmagazin “buten un binnen” von Radio Bremen hat sich der Bart-Thematik auch angenommen und einen Videobeitrag mit der Freiwilligen Feuerwehr Brinkum (NI) gedreht. Hier wird nochmal anschaulich gezeigt, was Bärte für die Dichtigkeit der Atemschutzmaske bedeuten. Für die detailliertere Erläuterung verweisen wir jedoch nochmal auf Atemschutzunfaelle.eu.

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