Kommando "Bart ab!"

Bärte gefährden Atemschutzträger und Einsatzbereitschaft

Immer mehr in Mode gekommen beziehungsweise seit einiger Zeit wieder im Trend: Mann trägt Bart. Besonders angesagt sind scheinbar Vollbärte (auch Hipsterbärte genannt) oder “5-Tages-Bärte”. Also verständlich, dass auch der Feuerwehrmann diesem Trend verfällt. Aber weiß jeder auch, was das für den Atemschutzeinsatz und folglich für die Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehr bedeutet? Wir klären auf.

Kennt Ihr als Gruppenführer diese Situation? Ihr rückt mit nur wenig Personal zu einem Brandeinsatz aus, ein kurzer Blick nach hinten in die Mannschaftskabine und ihr seht gerade mal einen kompletten Atemschutztrupp. An der Einsatzstelle angekommen rüsten sich die Kameraden aus und einer der beiden trägt einen flauschigen Bart. So wird Euer Angriffstrupp gesprengt. Eigenschutz ist für den Feuerwehrmann mit Bart unter Atemschutz nicht gewährleistet. So oder so ähnlich gibt es alltäglich Einsatzsituation, wo der modische Trend die Einsatzbereitschaft einer Feuerwehr gefährdet.

Schon ein leichter Bart kann zu Undichtigkeiten bei der Atemschutzmaske führen. Foto: Patzelt

Weitere wichtige Artikel für Atemschutzgeräteträger:

>> 10 Tipps: Fehler beim Atemschutz vermeiden

>> Flammschutzhaube: Tipps für den Atemschutz-Einsatz

Björn Lüssenheide, Experte von Atemschutzunfaelle.eu, erklärt die Arten der Gefährdung und die Auswirkung von Bärten für den Atemschutzgeräteträger in seinem Beitrag:

>>”Ist der Barterlass noch zeitgemäß?” 

Der Atemschutz-Experte fasst zusammen: “Haare im Bereich der Dichtlinien oder Dichtflächen von Atemanschlüssen sind nicht zulässig. Auftreten können Undichtheiten des Atemanschlusses am Gesicht und Funktionsstörungen von Ventilen der Atemanschlüsse. Dies kann bewirken, dass Leckagen nach Innen entstehen, wodurch Schadstoffe in die Atemluft dringen. Nach außen gerichtete Leckagen reduzieren die Einsatzzeit.”

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Atemschutzunfälle können die Folge von Bärten unter der Maske sein. Symbolfoto: Timo Jann

Brandinspektorin: Hipsterbärte gefährden die Einsatzbereitschaft

Bart ab! Tanja Dittmar, Kreisbrandinspektorin aus Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), forderte Feuerwehrmänner wiederholt zur Rasur auf. Sie machte in Beiträgen der “hessenschau.de” deutlich, dass Bärte im Atemschutzeinsatz lebensgefährlich für die Einsatzkräfte sein können. Ein Bart ist für Atemschutzgeräteträger nicht ungefährlich: Denn der Bartwuchs verringert die Dichtigkeit der Masken. Im Kreis würden bei Übungen Atemschutzgeräteträger mit Bart wieder nach Hause geschickt werden.

In der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 “Atemschutz” steht:
“Einsatzkräfte mit Bart oder Koteletten im Bereich der Dichtlinie von Atemanschlüssen sind für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet.”

>>Mehr zu den Feuerwehrdienstvorschriften gibt es hier!<<

Das sagen die Feuerwehr-Unfallkassen

Auf die gesundheitlichen Risiken von Bärten in Verbindung mit dem Atemschutzeinsatz weisen auch die Unfallkassen hin. Die HFUK Nord beschreibt in ihrem Beitrag beispielsweise deutlich: “Es kann ein Bartwuchs bereits nach 24 Stunden im Dichtlinienbereich zu Undichtigkeiten führen oder auch schon früher. Daher gibt es keine Abschwächungen oder Ausnahmen, auch ein Drei-Tage-Bart gilt als Bart.”

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Der Bart muss ab! – Beitrag von Radio Bremen

Das Regionalmagazin “buten un binnen” von Radio Bremen hat sich der Bart-Thematik auch angenommen und einen Videobeitrag mit der Freiwilligen Feuerwehr Brinkum (NI) gedreht. Hier wird nochmal anschaulich gezeigt, was Bärte für die Dichtigkeit der Atemschutzmaske bedeuten. Für die detailliertere Erläuterung verweisen wir jedoch nochmal auf Atemschutzunfaelle.eu.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Bart, kein pruffung oder AGT in die Niederlande

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  2. Finde ich Persönlich super immer strengere Forschriften und immer genauer Kontrolliert in allen Bereichen der Feuerwehr!
    Zur Erfüllung der Vorschriften die im Endeffekt von den Versicherungen gemacht werden.
    Wir haben in Deutschland ein Freiwilliges Feuerwehrwehsen das uns eine der Kürzesten Alarmzeiten auf der ganzen Welt garantiert und neben bei sind die Unfallzahlen bei den Einsätzen auch eine der Niedrigsten.
    Wollen wir wirklich dieses System Abschaffen?
    Den wenn wir so weitermachen dann laufen uns die Kammeraden Scharenweise davon.
    Die einzige Möglichkeit wäre dann eine Berufsfeuerwehr die wir bestimmt nicht wollen.

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  3. Dann können Sie mir gerne meine Atemschutztauglichkeit abnehmen…

    Mein Bart bleibt wo er ist…
    Nur weil ich 1-2 mal im Jahr unter Atemschutz gehen könnte…

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  4. Noch einer, der es nicht verstanden hat. Bei mir geht keiner mit Bart rein. Denn neben seiner Gesundheit bin ich als EL /GF strafrechtlich und zivilrechtlich haftbar.
    An alle die es besser wissen: erstellt eine Studie und veranlasst die Lockerung der Vorschriften. Geht nicht ? Dann haltet euch gefälligst dran.

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  5. Klose Wolfgang, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das zwar dank des Überdrucksystems unserer Masken und Atemschutzgeräte kein Qualm nach innen gelangen kann, aber dadurch der Luftvorrat massiv sinkt. Bei einem Einsatz mit Filter dagegen zieht man sich alles aus der Umwelt durch die entstehenden Löcher, was generell nicht von Vorteil ist, wenn man die eigene Gesundheit schützen will.

    Gut Wehr

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  6. Mich würde es mal interessieren wie viel Liter pro min flöten gehen. Natürlich müssen Bartdichte und Länge ja auch betrachtet werden.

    Alle die nen Bart haben gehen dann halt nicht unter Atemschutz und müssen andere Aufgaben an der Einsatzstelle übernehmen.

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  7. Es kann kein Dienstherr von einem freiwilligen Feuerwehrmann verlangen, dass dieser den Bart abnimmt. Das ist ein Eingriff in die Grundrechte der Selbstbestimmung. Gleichwohl kann der Dienstherr dann aus Gründen der ihm obliegenden Fürsorgeverpflichtung untersagen, dass der Feuerwehrmann dann keinen Dienst unter Atemschutz machen darf. Da bei Übungen im Allgemeinen nicht mit der tatsächlichen Anwesenheit von Gefahrstoffen zu rechnen ist, halte ich den Ausschluss von Barttägern bei Übungen jedoch für unverhältnismäßig.

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  8. Das heißt ja laut Unfallkasse (“Es kann ein Bartwuchs bereits nach 24 Stunden im Dichtlinienbereich zu Undichtigkeiten führen oder auch schon früher. Daher gibt es keine Abschwächungen oder Ausnahmen, auch ein Drei-Tage-Bart gilt als Bart.”), dass der Atemschutzgeräteträger im Rahmen der Eigenverantwortlichkeit bereits bei Bartansatz mit Einbußen des Versicherungsschutzes zu rechnen hat?!

    Da die Feuerwehr in Deutschland vorwiegend durch Freiwillige gestellt wird, die nicht immer “top rasiert” sein können und wollen, halte ich solche Aussagen für durchaus problematisch.

    Man sollte seitens der Unfallkasse und anderen Stellen, im Sinne der gängigen Praxis, vielmehr auch an entsprechenden technischen Alternativen arbeiten und nicht wie so oft am Alten (z.B. dem Feuerwehrhaltegurt) festhalten. Geht nicht gibt`s nicht!

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  9. Ich habe den Lehrgang auch. Damals ohne Bart. Jetzt habe ich nach vielen Jahren einen Vollbart. Übungsstrecke ist kein Problem. Ernstfall schon. Ich schicke als Ortsbrandmeister keinen mit Bart in den Einsatz. Meine Kameraden sind “freiwillig” dabei. Keinem kann ich befehlen, den Bart abzunehmen. Sie sind halt nicht dabei. Schwierig wird es sicherlich bei 2 oder 3 Tagestoppeln. Nicht jeder rasiert sich schnell noch vorm Einsatz. Früher waren Creme angesagt. Aber wie sehen dann die Einsatzmittel aus? Hier sind die Herstellers der Masken und der Druckflaschen gefragt. Überdruck ist gut. Die Menge der Luft macht es aber tatsächlich. Unfälle zeigen das. Ohne Bart ist für din eigene Gesundheit der Kameraden erstmal besser. Gut Wehr

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  10. Ihr armen Deutschen!
    Lest mal in den Hersteller Angaben der Masken nach was die an Bart bedenkenlos schaffen.

    Wir haben schon Versuche gemacht Finnentest ohne Bart, mit 3 Tage Bart und Wochenbart. Dabei ergab sich praktisch kein Interessanter Unterschied < 5 Bar bei einem Verbrauch von 170 Bar und einer ED von 18 min.

    Ich seh da eher das Problem, dass sich die Verbände um eine Versicherung Umschauen sollten, die ein wenig ehrlicher ist!

    Geräte Träger mit 2x 300 Bar Composit wären auch ein Hinweis, das würde grundsätzlich nicht schaden!

    Und abschließend würde ich sagen, selbst wenn ich die Zahlen für Blödsinn halte, sind 30 Minuten Einsatz Dauer besser als gar nicht rein gehen! Das reicht alle mal, bis eine nachalarmierte Truppe bereit ist.
    Das ist halt eine Kommandofrage!

    Und bevor ich's vergesse: Safety First bleibt oberstes Gebot!

    In diesem Sinne
    Gut Wehr nach Deutschland!

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  11. Wo ist denn das ein Problem.
    Schon in den 80er Jahren mussten Maskenträger beim Militär, um die Dichtigkeit als Bartträger zu gewährleisten, eine Tube oder Dose Creme mit sich führen. Damit wurde vor dem Einsatz Bart und untere Gesichtspartie in der Halsgegend eingecremt. War sogar bei Übungen mit CS Reizgas dicht.

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  12. Das mit an neuem arbeiten, neues entwickeln würde mehrheitlich auf der FB Seite niedergemacht weil geht nicht. War dieses Thema…

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  13. Letztens wurde erst diskutiert ob man BF von FF unterscheiden sollte. Hier liest man auch wieder raus das vielen einfach die FwDV egal ist sowie die richtige Handhabung/Umsetzung oder Einhaltung von Regeln.

    Und genau das ist es was aus meiner Sicht die FF von der BF unterscheidet und nicht mal annähernd die FF zu einer BF macht. Die nicht Einhaltung von Regeln und Vorschriften sowie die Auffassung die eingegange Verpflichtung bei einer FF ist dann alles freiwillig. Der Beitritt und Austritt ist freiwillig! Der Rest unterliegt klaren Regeln sowohl für den Bürgermeister (Ausstattung) als auch dem Mitglied der FF. Immer seltener treffe ich Kamerraden die wirklich um Einhaltung der Vorschriften sowie die richtige Durchführung der Ausbildung bemüht sind.

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  14. Bei Trockenübungen ohne Rauch kann man sicher mit Bart üben. Wer bei Brandeinsätzen gerne mit Bart sein Leben riskieren möchte – ohne mich! Nehmen keinen Partner mit Bart mit! Wer hier über Grundrechte diskutieren möchte und dafür seine Gesundheit oder gar sein Leben riskiert, hat offenbar eine hohe Risikobereitschaft. Mein Kinnbart ist sehr hartstoppelig – rasiere mich regelmäßig – möchte kein Undichtigkeitserlebnis haben. Holzrauch ist ja nur krebserregend, aber Plastikrauch ist blausäurehaltig, also schnell tödlich.
    Grundsätzlich: Wenn ich zur Freiwilligen Feuerwehr gehe ist das freiwillig. Austritt kann freiwillig sein, oder man kann auch raus geschmissen werden! Innerhalb gibt es Pflichten. Für ALLE! Oder gibts auch jemand der seine Feuerwehrstiefel nicht tragen will, weil sie zu schwer sind? Frei nach dem Motto: “Ich lass mir keine Vorschriften machen!” Dann seid ihr bei jeder Feuerwehr falsch. Ihr begebt Euch selbst und auch Eure Kameraden in Gefahr!

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  15. Wenn ich nur ohne Bart in den Atemschutz könnte, wäre ich nie drin. Bei mir sieht das morgens rasierte Gesicht am Abend aus wie bei manchem anderen nach zwei oder drei Tagen. Des weiteren will ich mir schlicht nicht die Zeit nehmen mich täglich, oder schlimmer zweimal täglich, zu rasieren. Und ich weiss nicht was für Apnoetaucher mit einer einzigen Flasche 40 Minuten schaffen, aber bei Anstrengung reicht eine Flasche vielleicht für 25 Minuten (und ich bin da im Mittelfeld beim Luftverbrauch).

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  16. Ich bin Selbst Agt,und das seit 23 Jahren ( mit Bart). Bei uns ist dieses Thema jetzt wieder extrem hochgekocht. Ich weiß sehrwohl was in der FwDv 7 steht bezüglich Bartträger. Ich sage dazu nur Eigenverantwortung. Ich habe das all die Jahre auf meine eigene Kappe genommen. Jetzt sind neue Leute am Ruder die es Verbieten. Man sollte auch keinen Tropfen Alkohol getrunken haben, nicht krank sein, keine Medikamente eingenommen haben Körperlich fit sein und von Problemen den Kopf frei haben… Meine Frage, woher nehmen wir diese ganzen Eier legenden Woll-Milch Säue? Wenn wir auf all dieses so Penibel achten,dann Bleiben die meisten Fahrzeuge im Stall genauso wie ihre Nutzer weil die ja auch nicht dürfen. Wer rettet dann die in Not geratenen? Die könnten dann zu schaden kommen oder gar Sterben während wir uns von Vorschriften und denen die sie schreiben einsperren lassen und zusehen wie unser Ehrenamt kaputt gemacht wird. Vielleicht können ja die Paragraphen und Vorschriften dann unsere Arbeit machen. Ich jedenfalls halte mich jetzt daran und werde wenn alles gut läuft vielleicht mal wieder einen Einsatz mitfahren können. Es ist leider wie bei allem… Auch die Feuerwehr mit Geld Regiert.

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