Land beschafft die Ausstattung, Feuerwehren, THW und Firmen stellen Personal

Sonderlösung: die Ölwehren in Schleswig-Holstein

Wyk (SH) – Schleswig-Holstein ist von Wasser umgeben und durch Wasser geteilt. Die Küsten von Nord- und Ostsee sowie der Nord-Ostsee-Kanal spielen im nördlichsten Bundesland eine wichtige Rolle. Ein Ölunfall in dem sensiblen Ökosystem kann schwerwiegende Folgen haben. Vor allem in dem in seiner Art einzigartigen Nationalpark Wattenmeer vor der Westküste kann schon eine kleine Verschmutzung oder Verunreinigung in kürzester Zeit zur Katastrophe führen. Unverzichtbare Helfer sind hier die vom Land aufgestellten und unterhaltenen Ölwehren. Eine davon gibt es auf der Insel Föhr.

Eine der 35 vom Land Schleswig-Holstein aufgestellten Ölwehren ist bei der Feuerwehr Wyk stationiert. Das Mehrzweckboot wird erst im Einsatzfall zu Wasser gelassen. Hierfür nutzen die Männer meist den Hafen-kran in Wyk. Weiter gehören ein Ölwehranhänger und einige Rollwagen, die auf dem GW verladen sind, zur Ausrüstung. Foto: Alexander Müller

Die Ölwehren werden von Einheiten der Feuerwehr, von THW und auch von privaten Firmen gestellt, die in der Nähe der Küste oder entlang des Nord-Ostsee-Kanals beheimatet sind. Mit diesen Standorten ist vertraglich geregelt, wie sie im Ernstfall tätig werden. „Auch welches Gerät vor Ort vorgehalten, gewartet und bedient wird ist durch diesen Vertrag bereits von vornherein klar geregelt“, erklärt Tobias Kiehl, der bei der Feuerwehr in Wyk für die Ölwehr verantwortlich ist. Wyk ist einer von derzeit 35 Standorten einer Ölwehr im nördlichsten Bundesland.

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Zweistufige Aufgabenteilung: Sonderregelung auf den Inseln

Für Einsätze der landeseigenen Ölwehren gibt es ein Alarmsystem mit zwei Stufen. Die Feuerwehren sollen in erster Linie den Soforteinsatz übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, dafür sorgen, dass kein weiteres Öl austritt oder die Verbreitung von bereits ausgetretenem Öl eingegrenzt wird. Stufe zwei, die meist deutlich aufwendigere und länger dauernde Aufnahme des Öls vom Wasser oder von Land, ist Aufgabe der THW-Einheiten. Eine Ausnahme gibt es aber: Auf den Inseln übernehmen die Feuerwehren beide Aufgaben. Für die Einheiten der Ölaufnahme gibt es einen Vorlauf. Gefordert ist eine Einsatzbereitschaft der Einheiten nach 3 bis 5 Stunden.

13 Kameraden der Feuerwehr Wyk gehören zur Ölwehr Nummer 28. Die Führungskräfte der Ölwehr haben Lehrgänge beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) besucht. Die Ausbildung der aktiven Kameraden erfolgte dann am Standort.

Der ELW der Feuerwehr Wyk, ein Ford Transit 85 T 300, kam erst nach einem Umbau durch die Firma R&M Dernedde auf die Insel. Für das Bild haben wir den ELW auf der Wyker Promenade vor dem kleinen Leuchtturm postiert. Bei der Ölwehr zieht das Fahrzeug den Bootstrailer. Foto: Alexander Müller

Die Ausrüstung wird vom Land zur Verfügung gestellt. In Wyk sind das ein Mehrzweckboot und ein Mehrzweckanhänger. Das 2016 gebaute Boot hat einen Aluminiumrumpf und einen 100 PS starken Außenbordmotor von Honda. Normalerweise steht das Boot auf seinem Trailer in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Wyk. „Da wir nicht für die Wasserrettung zuständig sind, bringen wir das Boot in der Regel erst im Einsatzfall zu Wasser“, erklärt Kiehl. Meistens wird dafür der Kran im Wyker Hafen genutzt.

Der Ölwehr-Anhänger von Ziegler stammt aus dem Jahr 2012. Zur Beladung gehören unter anderem zwei Rollwagen mit insgesamt 4 x 20 Meter Ölsperre, Auffangbehälter für 5.000 Liter, Schlauchpumpe, Netzschlauchsperre und ölabsorbierende Matten. Zugfahrzeug ist in den meisten Fällen der GW der Feuerwehr Wyk. Der größte Einsatz der seit 1985 auf Föhr bestehenden Einheit war die Ölkatastrophe noch der Havarie des Frachter Pallas 1998 vor Amrum.

Text: Alexander Müller

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