Nahezu baugleiche MLF mit 6 Jahren Abstand beschafft

Zwei kleine Riesen

Notzingen (BW) – Im Jahr 2012 ersetzte die FF Notzingen (BW) ein Tanklöschfahrzeug 8/18 durch ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF). Für diese Verkleinerung mussten sich die Kameraden einigen Spott anhören. Doch das neue Konzept bewährte sich. Und so beschaffte die Einheit jetzt als Ersatz für ein Löschgruppenfahrzeug 8 ein zweites MLF. Die beiden Fahrzeuge sind nahezu baugleich.

Zwei nahezu baugleiche MLF besitzt die FF Notzingen. Beide Fahrzeuge können mit dem Feuerwehrführerschein gefahren werden. Foto: Hegemann

Am liebsten hätten wir ja ein komplett  identisches MLF bei Magirus ge­kauft“, erklärt Notzingens Komman­dant Benjamin Lay. „Aber das war nicht möglich.“ Der Iveco Daily von 2012 besitzt einen Euro-5-Motor. Die aktuelle Baureihe wird nur noch mit Euro-6-Aggregaten ausgeliefert. Wegen der aufwändigeren Abgasnachbehandlung hat sich auch der Aufbau geringfügig verändert. „Bei der Pumpe, dem Bedienstand, der Anordnung der Geräte und der Gestaltung der Mannschaftskabine haben wir allerdings auf einer identischen Ausführung zum ersten MLF bestanden“, so Lay weiter.

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Zwei Hydranten-Standrohre gehören zur Beladung: links das 1,90 Meter lange Modell Württemberg, rechts die klassische Ausführung. Foto: Hegemannn

„Wir kommen im Schnitt auf 25 bis 30 Einsätze im Jahr“, erklärt Jörg Gutekunst, einer der stellvertretenden Kommandanten. „Bei 60 Feuerwehrleuten ist das eine überschaubare Zahl an Einsätzen pro Aktivem. Da kommt kaum Einsatzroutine auf.“ „Und deshalb wollten wir es den Maschinisten und Kräften so einfach wie möglich machen“, ergänzt Alfred Bidlingmaier, Notzingens Ehrenkommandant und Mitglied der Beschaffungsgruppe. „Sie sollten im Einsatz nicht überlegen müssen, auf welchem Fahrzeug sie gerade sitzen.“

Einen wesentlichen Unterschied zum ersten MLF gibt es beim 2019 in Dienst gestellten Fahrzeug: Viele Geräte werden über Akkus mit Strom versorgt. Foto: Hegemann

Freiwilliger Verzicht: Es geht auch kleiner

Im Feuerwehrbedarfsplan war als Ersatz für ein LF 8 ein LF 10 vorgesehen. „Wir haben uns dann aber gefragt, ob es das wirklich sein muss“, erklärt Martin Wessels, der zweite stellvertretende Kommandant. „Bei den Einsätzen mit unserem MLF hatte uns nämlich nie wirklich etwas gefehlt.“ Für die MLF-Lösung sprach auch, dass der Daily mit dem Feuerwehrführerschein gefahren werden darf. Es ist keine Lizenz der Klasse C oder C1 erforderlich. Die zulässige Gesamtmasse beträgt 7.200 Kilogramm.

„Nicht alle in der Mannschaft waren anfangs vom Plan, ein zweites MLF zu beschaffen, begeistert“, gesteht Wessels. „Einige wünschten sich wenigstens einen richtigen Lkw im Stall.“ Doch seit der offiziellen Übergabe am 2. Oktober 2019 sind die wehrinternen Kritiker der Lösung mit dem zweiten MLF nahezu verstummt. „Geholfen hat dabei auch eine echte Verbesserung: Die Mannschaftskabine (Magirus Team Cab) des neuen Fahrzeugs ist geringfügig größer als beim Vorgänger“, erklärt Wessels, „dadurch hat man etwas mehr Platz und sitzt angenehmer.“       

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Interessantes Konzept.
    Gerade bei wenigen Einsätzen finde ich die beiden MLFs sehr gut geeignet.
    Bei einem LF wird häufig viel Material mit herumgefahren, was selten/nie benötigt wird. Zudem wird hier einiges an Geld gespart und die Kameraden haben auch was davon.
    Wenn mehr Material benötigt werden würde, könnte man auch die beiden MLFs etwas spezialisieren um mehr Material mitzuführen.

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